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		<title><![CDATA[The Square - Alle Foren]]></title>
		<link>https://thesquare.silverandsteel.de/</link>
		<description><![CDATA[The Square - https://thesquare.silverandsteel.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 10:09:32 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Pyres from afar]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-22.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 22:59:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=11">Baltazar</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Mit einer wischenden Handgeste versuchte sich der Graf das Blut vom Brustpanzer zu fegen, als würde es irgendetwas nützen. Es war immerhin kein Staub, dass allein vom Wind bewegt werden mochte, sondern eben eine Flüssigkeit die nur allzu gerne dort verweilte wo sie von der Gewalt des Mannes hingeschleudert wurde. Mit einem leichten Seufzen drückte er seine Stiefel gegen den langsam auslaufenden Menschenkörper, ehe er sein Schwert aus diesem zog und dieses an dem Umhang des Mannes, den er gerade ermordet hatte, abwischte. „Das war ja dann hoffentlich der letzte von denen…“, murrte er und steckte seine Klinge weg, stapfte aus der Seitengasse des Dorfes und schwang sich wieder in seinen Sattel. Es war besser, wenn man nicht zu viele Fragen aufkommen ließ und in wenigen Augenblicken war er auch schon wieder aus der Stadt verschwunden. Die Arbeit mit dem redanischen Geheimdienst konnte bisweilen anstrengend sein, das wusste niemand besser als er. Es war nicht genug das man ihn und seine Geliebte – Verzeihung, Schwester, nach Novigrad beorderte, er musste auch noch auf dem Weg ein paar unliebsame Elemente beseitigen. In diesem Fall tat er es besonders gerne, jedenfalls machte er den Anschein als wäre das der Fall. Ehrlich gesagt war es ihm scheiß egal, aber die Hexenjäger hatten ein paar angebliche Zauberweiber in der Nähe gefunden und verbrannt, diese haben jedoch in der Hoffnung ihre eigenen Leiber zu retten ein paar Leute verpfiffen – der Rest war relativ einfach, suchen, finden, umbringen. Jetzt konnte er ungestört den Weg nach Novigrad antreten. Normalerweise hatte er mit Hexen nichts zu tun, in dem Fall gab es aber wohl wie so oft eine Überschneidung an Interessen zwischen dem Geheimdienst und den Fanatikern, eine äußerst lukrative Allianz wie er eingestehen musste. Seitdem er zusammen mit Astoria einen Kauz als schuldigen für ein paar Giftmorde haben hinrichten lassen, musste er schlicht so tun als seien solche Aufträge besonders in seinem Interesse – es starben ja schließlich wichtige Leute am Hof und er als Graf sollte es ja als herben Verlust ansehen. Natürlich profitierte er am meisten davon, dass diese Personen gestorben sind, aber auf Nuancen mussten man beim Geheimdienst achten. So schlau war er dann doch, auch wenn er das subtile lieber dankbar an jemand anderen abgab.<br />
<br />
Es brauchte nur ein paar Stunden, bis er endlich zu dem Gespann bestehend aus August, dem Einäugigen und seiner Schwester aufschließen konnte. Sein Pferd, dass er sich wie so ziemlich alles in seinem Leben nicht auf ehrlichem Wege besorgt hatte, machte dann doch dem schwächsten Glied in der Kette: Heinz, dem lahmen Gaul des August, Konkurrenz. Zum Thema subtilen Auftritten gab es gleich ein praktisches Beispiel, warum es mit Baltazar in der Beziehung nicht so recht klappen wollte. Den Mann und seine Platten konnte man schon von weitem rasseln hören und er konnte sich den gesteigerten Puls und die Achtsamkeit des eigentlich beinahe senilen August schon vorstellen, zusammen mit den genervten Blicken seiner Liebsten…Schwester natürlich. Darum machte er aus seiner Aufholjagd auch kein großes Geheimnis und als er die Beiden dann endlich erblicken konnte, reihte er sich stumm ein. Ein tiefes Nicken von August erwiderte er knapp, ehe sich sein Blick auf Astoria legte. „Herr August, meine liebste Schwester.“, grüßte er mit einem leichten Grinsen wie es für ihn üblich war, „Ich hatte schon befürchtet, bis Novigrad müsstet ihr ohne meine Gesellschaft aufkommen – ach, ich bin sicher der feine Herr August hätte meine Schwester in Anbetracht eines Drachen sicher nach Hause gebracht – dennoch habe ich auf dem Weg etwas unerfreuliches gelernt.“ Er stutzte kurz und senkte den Blick etwas, ehe er einen Brief aus seiner Tasche zog und sie dem Wachmann und Gardisten in die Hand drückte. „Ich werde meine Schwester wohlbehüten zum Ziel bringen, das liefert ihr bitte im Schloss ab – ja, das Schloss Grailly – es ist sehr wichtig.“ August stutze, schaute verwirrt drein und nach abermaliger Erklärung machte er schließlich kehrt. Er hasste es Astoria so zu übergehen, aber die Meisten des alten Schlags fanden es eher verdächtig, dass der Herr im Haus die Frau sprechen ließ. Nachdem sie um eine Biegung waren und August außer Sichtweite, grinste er leicht und ritt viel zu nah für eine geschwisterliche Beziehung an Astoria.<br />
<br />
Als erstes nahm er sich den schweren Helm von dem Kopf, das Visier hatte er ja bereits hochgeklappt sonst hätte man ihn nicht erkannt, und befestigte ihn am Sattel. Er wusste den unzufriedenen Blick der Dame neben ihm durchaus zu deuten, ein kurzes Seufzen folgte. „Ja ich weiß…“, gab er entschuldigend von sich, „Was soll ich Gerling erzählen? Aufträge die Hexen involvieren, du weißt ja, da sollte man sich in Redanien besser die Finger nach lecken.“ Von Gehässigkeit oder sonstigen arroganten Eigenschaften die er gerne mal gegenüber Anderen raushingen ließ, blieb recht wenig übrig. Warum auch? Man saß sowieso im selben Boot. „Wir brauchen aber noch einen Schlafplatz…“, merkte er dann an, „Ich finde verlassene Tavernen ja sehr romantisch – wie du bestens weißt – aber ich glaube das lenkt uns zu sehr ab.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mit einer wischenden Handgeste versuchte sich der Graf das Blut vom Brustpanzer zu fegen, als würde es irgendetwas nützen. Es war immerhin kein Staub, dass allein vom Wind bewegt werden mochte, sondern eben eine Flüssigkeit die nur allzu gerne dort verweilte wo sie von der Gewalt des Mannes hingeschleudert wurde. Mit einem leichten Seufzen drückte er seine Stiefel gegen den langsam auslaufenden Menschenkörper, ehe er sein Schwert aus diesem zog und dieses an dem Umhang des Mannes, den er gerade ermordet hatte, abwischte. „Das war ja dann hoffentlich der letzte von denen…“, murrte er und steckte seine Klinge weg, stapfte aus der Seitengasse des Dorfes und schwang sich wieder in seinen Sattel. Es war besser, wenn man nicht zu viele Fragen aufkommen ließ und in wenigen Augenblicken war er auch schon wieder aus der Stadt verschwunden. Die Arbeit mit dem redanischen Geheimdienst konnte bisweilen anstrengend sein, das wusste niemand besser als er. Es war nicht genug das man ihn und seine Geliebte – Verzeihung, Schwester, nach Novigrad beorderte, er musste auch noch auf dem Weg ein paar unliebsame Elemente beseitigen. In diesem Fall tat er es besonders gerne, jedenfalls machte er den Anschein als wäre das der Fall. Ehrlich gesagt war es ihm scheiß egal, aber die Hexenjäger hatten ein paar angebliche Zauberweiber in der Nähe gefunden und verbrannt, diese haben jedoch in der Hoffnung ihre eigenen Leiber zu retten ein paar Leute verpfiffen – der Rest war relativ einfach, suchen, finden, umbringen. Jetzt konnte er ungestört den Weg nach Novigrad antreten. Normalerweise hatte er mit Hexen nichts zu tun, in dem Fall gab es aber wohl wie so oft eine Überschneidung an Interessen zwischen dem Geheimdienst und den Fanatikern, eine äußerst lukrative Allianz wie er eingestehen musste. Seitdem er zusammen mit Astoria einen Kauz als schuldigen für ein paar Giftmorde haben hinrichten lassen, musste er schlicht so tun als seien solche Aufträge besonders in seinem Interesse – es starben ja schließlich wichtige Leute am Hof und er als Graf sollte es ja als herben Verlust ansehen. Natürlich profitierte er am meisten davon, dass diese Personen gestorben sind, aber auf Nuancen mussten man beim Geheimdienst achten. So schlau war er dann doch, auch wenn er das subtile lieber dankbar an jemand anderen abgab.<br />
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Es brauchte nur ein paar Stunden, bis er endlich zu dem Gespann bestehend aus August, dem Einäugigen und seiner Schwester aufschließen konnte. Sein Pferd, dass er sich wie so ziemlich alles in seinem Leben nicht auf ehrlichem Wege besorgt hatte, machte dann doch dem schwächsten Glied in der Kette: Heinz, dem lahmen Gaul des August, Konkurrenz. Zum Thema subtilen Auftritten gab es gleich ein praktisches Beispiel, warum es mit Baltazar in der Beziehung nicht so recht klappen wollte. Den Mann und seine Platten konnte man schon von weitem rasseln hören und er konnte sich den gesteigerten Puls und die Achtsamkeit des eigentlich beinahe senilen August schon vorstellen, zusammen mit den genervten Blicken seiner Liebsten…Schwester natürlich. Darum machte er aus seiner Aufholjagd auch kein großes Geheimnis und als er die Beiden dann endlich erblicken konnte, reihte er sich stumm ein. Ein tiefes Nicken von August erwiderte er knapp, ehe sich sein Blick auf Astoria legte. „Herr August, meine liebste Schwester.“, grüßte er mit einem leichten Grinsen wie es für ihn üblich war, „Ich hatte schon befürchtet, bis Novigrad müsstet ihr ohne meine Gesellschaft aufkommen – ach, ich bin sicher der feine Herr August hätte meine Schwester in Anbetracht eines Drachen sicher nach Hause gebracht – dennoch habe ich auf dem Weg etwas unerfreuliches gelernt.“ Er stutzte kurz und senkte den Blick etwas, ehe er einen Brief aus seiner Tasche zog und sie dem Wachmann und Gardisten in die Hand drückte. „Ich werde meine Schwester wohlbehüten zum Ziel bringen, das liefert ihr bitte im Schloss ab – ja, das Schloss Grailly – es ist sehr wichtig.“ August stutze, schaute verwirrt drein und nach abermaliger Erklärung machte er schließlich kehrt. Er hasste es Astoria so zu übergehen, aber die Meisten des alten Schlags fanden es eher verdächtig, dass der Herr im Haus die Frau sprechen ließ. Nachdem sie um eine Biegung waren und August außer Sichtweite, grinste er leicht und ritt viel zu nah für eine geschwisterliche Beziehung an Astoria.<br />
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Als erstes nahm er sich den schweren Helm von dem Kopf, das Visier hatte er ja bereits hochgeklappt sonst hätte man ihn nicht erkannt, und befestigte ihn am Sattel. Er wusste den unzufriedenen Blick der Dame neben ihm durchaus zu deuten, ein kurzes Seufzen folgte. „Ja ich weiß…“, gab er entschuldigend von sich, „Was soll ich Gerling erzählen? Aufträge die Hexen involvieren, du weißt ja, da sollte man sich in Redanien besser die Finger nach lecken.“ Von Gehässigkeit oder sonstigen arroganten Eigenschaften die er gerne mal gegenüber Anderen raushingen ließ, blieb recht wenig übrig. Warum auch? Man saß sowieso im selben Boot. „Wir brauchen aber noch einen Schlafplatz…“, merkte er dann an, „Ich finde verlassene Tavernen ja sehr romantisch – wie du bestens weißt – aber ich glaube das lenkt uns zu sehr ab.“]]></content:encoded>
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		<item>
			<title><![CDATA[try to make your way to the ordinary world]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-21.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 22:48:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=9">Saskia</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Sie hatte über die Tage, die sie bereits im Rosmarin und Thymian verbracht hatte, den allgemeinen Tagesablauf der Besitzer und Angestellten soweit verinnerlicht, dass sie sich zu fast jedem Zeitpunkt sicher war, wem sie über den Weg laufen würde – oder auch nicht. Und da sie ahnen konnte, in welcher emotionalen Verfassung sich Rittersporn nach dem gestrigen Abend befinden würde, entschied sich Saskia für ein überaus frühes Frühstück, das nicht nur von der überaus freundlichen Nive sondern auch mit dem netten Umstand von Ruhe serviert werden würde, statt sich an einem späteren Zeitpunkt mit dem aufgelösten Freund auseinanderzusetzen. Sie konnte sich bildlich vorstellen, wie sehr der gestrige Abend den armen Barden aufgewühlt hatte. Sie selbst hatte das Schauspiel deutlich weniger mitgenommen, mehr allgemeine Neugier und Interesse als Angst um das eigene Leben geweckt und tatsächlich hatte sie halbwegs gut geschlafen. Entsprechend munter stieg sie die Treppen zum Schankraum hinab, dabei die Schultern räkelnd und bereits auf halber Strecke mit einem milden Lächeln zu Nive winkend, die bereits dabei war, die wenigen Gäste an diesem Morgen zu bedienen. Zwischen diesen jedoch ausgerechnet einen der Hexer zu erkennen, die gestern an der hitzigen Debatte teilgenommen hatten, überraschte sie. Manch einer hätte wohl gezögert, sich einfach zu mit an den Tisch zu setzen – Saskia jedoch nicht.<br />
<br />
Ob er sie vorher ebenfalls schon bemerkt hatte oder es erst das Scharren des Stuhles über den Boden war, der ihn zu ihr blicken ließ, konnte sie nicht sagen. Doch da es sich immer noch um einen Hexer handelte, dem sie nun gegenübersaß, war Ersteres wohl wahrscheinlich. Auch ihm gönnte sie nun ein Lächeln, während sie sich und den Stuhl zurechtrückte. „Ich fürchte der Großteil der unwissenden Gäste hier würde sofort tot umfallen, wenn sie wüssten, mit wie vielen Hexern sie heute Nacht unter einem Dach geschlafen haben.“, meinte sie dann leise, ehe sie mit einem Nicken auf die stumme Frage nach Frühstück? Tee? der blonden Schankdame nickte, die gerade an einem der benachbarten Tische abräumte. „Vielleicht sind sie aber mittlerweile auch ungewöhnliche Anblicke hier gewohnt.“, fügte sie dann an, in die Runde der Anwesenden blickend. Ungeniert, wie sie es immer tat, die Augenbrauen dennoch in deutlichem Zweifel zusammengezogen, ob sie den Menschen hier dergleichen zutrauen konnte. In Vergen hätte sie keinen Zweifel gehabt, doch hier, mitten in Novigrad wusste jeder, dass er mit dem Feuer spielte, wenn er sich sonderbare Leute oder gar Anderlinge in das Haus holte. Vielleicht hatten Rittersporn und Zoltan ja auch einen mächtigen Zauberer im Keller eingesperrt, der die Augen der Gäste verzauberte und sie nichts Auffälliges in den Räumen des Hauses erspähen ließen. Sie schnaubte leise. Seltsamerweise fand sie den Gedanken im zweiten Augenblick gar nicht mehr so abwegig. Im Dritten jedoch traute sie weder dem Barden noch dem Zwerg eine solche Tat zu, auch wenn vor allem der Zwerg auch ihr vielleicht schon einmal damit gedroht hatte, sie in eine Mine zu sperren. Ein kurzes, amüsiertes Zucken der Mundwinkel war ihr noch anzusehen, als sie ihr Augenmerk zurück zum Hexer lenkte. „Und du? Gut geschlafen zwischen all den Menschen?“, fragte sie dann, ehe sie Nive mit einem leisen Danke die dampfende Tasse Tee abnahm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sie hatte über die Tage, die sie bereits im Rosmarin und Thymian verbracht hatte, den allgemeinen Tagesablauf der Besitzer und Angestellten soweit verinnerlicht, dass sie sich zu fast jedem Zeitpunkt sicher war, wem sie über den Weg laufen würde – oder auch nicht. Und da sie ahnen konnte, in welcher emotionalen Verfassung sich Rittersporn nach dem gestrigen Abend befinden würde, entschied sich Saskia für ein überaus frühes Frühstück, das nicht nur von der überaus freundlichen Nive sondern auch mit dem netten Umstand von Ruhe serviert werden würde, statt sich an einem späteren Zeitpunkt mit dem aufgelösten Freund auseinanderzusetzen. Sie konnte sich bildlich vorstellen, wie sehr der gestrige Abend den armen Barden aufgewühlt hatte. Sie selbst hatte das Schauspiel deutlich weniger mitgenommen, mehr allgemeine Neugier und Interesse als Angst um das eigene Leben geweckt und tatsächlich hatte sie halbwegs gut geschlafen. Entsprechend munter stieg sie die Treppen zum Schankraum hinab, dabei die Schultern räkelnd und bereits auf halber Strecke mit einem milden Lächeln zu Nive winkend, die bereits dabei war, die wenigen Gäste an diesem Morgen zu bedienen. Zwischen diesen jedoch ausgerechnet einen der Hexer zu erkennen, die gestern an der hitzigen Debatte teilgenommen hatten, überraschte sie. Manch einer hätte wohl gezögert, sich einfach zu mit an den Tisch zu setzen – Saskia jedoch nicht.<br />
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Ob er sie vorher ebenfalls schon bemerkt hatte oder es erst das Scharren des Stuhles über den Boden war, der ihn zu ihr blicken ließ, konnte sie nicht sagen. Doch da es sich immer noch um einen Hexer handelte, dem sie nun gegenübersaß, war Ersteres wohl wahrscheinlich. Auch ihm gönnte sie nun ein Lächeln, während sie sich und den Stuhl zurechtrückte. „Ich fürchte der Großteil der unwissenden Gäste hier würde sofort tot umfallen, wenn sie wüssten, mit wie vielen Hexern sie heute Nacht unter einem Dach geschlafen haben.“, meinte sie dann leise, ehe sie mit einem Nicken auf die stumme Frage nach Frühstück? Tee? der blonden Schankdame nickte, die gerade an einem der benachbarten Tische abräumte. „Vielleicht sind sie aber mittlerweile auch ungewöhnliche Anblicke hier gewohnt.“, fügte sie dann an, in die Runde der Anwesenden blickend. Ungeniert, wie sie es immer tat, die Augenbrauen dennoch in deutlichem Zweifel zusammengezogen, ob sie den Menschen hier dergleichen zutrauen konnte. In Vergen hätte sie keinen Zweifel gehabt, doch hier, mitten in Novigrad wusste jeder, dass er mit dem Feuer spielte, wenn er sich sonderbare Leute oder gar Anderlinge in das Haus holte. Vielleicht hatten Rittersporn und Zoltan ja auch einen mächtigen Zauberer im Keller eingesperrt, der die Augen der Gäste verzauberte und sie nichts Auffälliges in den Räumen des Hauses erspähen ließen. Sie schnaubte leise. Seltsamerweise fand sie den Gedanken im zweiten Augenblick gar nicht mehr so abwegig. Im Dritten jedoch traute sie weder dem Barden noch dem Zwerg eine solche Tat zu, auch wenn vor allem der Zwerg auch ihr vielleicht schon einmal damit gedroht hatte, sie in eine Mine zu sperren. Ein kurzes, amüsiertes Zucken der Mundwinkel war ihr noch anzusehen, als sie ihr Augenmerk zurück zum Hexer lenkte. „Und du? Gut geschlafen zwischen all den Menschen?“, fragte sie dann, ehe sie Nive mit einem leisen Danke die dampfende Tasse Tee abnahm.]]></content:encoded>
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		<item>
			<title><![CDATA[Steh' mir nicht im Weg]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-20.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 22:40:41 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=14">Falgeirr</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Beinahe zu sanft tätschelte er seinem treuen Begleiter die Flanke. „Kein Ort für dich.“, brummte er als Erklärung warum er einen Wirt bezahlte, dass er sein Pferd in diesem Kaff abstellen durfte. Aber auf Monsterjagd empfand er die Vierbeiner selten als besonders nützlich, abermals brummend schulterte er die mächtige Axt aus der Bärenschule und stapfte dann in Richtung Wald. Die Dorbewohner verfolgten den Mann in dem schweren Mantel, aus dem an jeder Stelle entweder Leder, Kette oder Platte herauslugte – wie ein Axtmörder, der sich mal so gar nicht darum kümmerte ob jemand seine Taten unter Umständen mitbekam stapfte er in Richtung des Waldes. Es war in gewisser Weise auch richtig, dass er ein Mörder war – nur eben einer, den die Leute nach Möglichkeit hier und dort mal gebrauchen konnten. Falls ihn jemand folgen wollte, konnte man das schon alleine wegen den großen Fußspuren, die der mächtige Bärenhexer im Schlamm zurückließ. Er glaubte aber nicht, dass es jemand im Dorf wagen würde ihm hinterher zu rennen, um seine ganz persönliche Version der Hexenverfolgung an ihm zu üben, ein dankbarer Gegner war der Mann nämlich wirklich nicht. Wenn es schon nicht die schwere Axt, das Schwert oder eine der zahlreichen anderen Waffen an seinem Körper erledigten – dann Hexerzeichen, Tränke oder sonst etwas. Brauchen tat er all diese Utensilien, denn am Ende wusste man nie auf was man wirklich traf. Er hatte schon die fiesesten Zufälle erlebt, zwei Werwölfe in einem Lager, ein Greif mit seinen Kindern – nein, so lange überlebte man in diesem Geschäft nicht, wenn man sich nur auf die Vorarbeit verließ. Diese Bestand darin, mehre Aushänge zu lesen durch die Umgebung zu reiten und beim kleinsten Verdacht es könnte was vampirisches sein sich mit den Leuten zu unterhalten, in diesem Fall war er sich recht sicher das dem so war.<br />
<br />
Er fragte nicht zufällig nach diesen Blutsaugern, sehr effizient war es nämlich nicht und er hatte sich mehrfach Gedanken gemacht, ob er das Geld was er beim Durchreisen liegen gelassen hatte nicht später bitter bereuen würde – immerhin gelang es ihn zwei Fliegen mit einer Axt zu schlagen, von daher. Wenige Augenblicke, nach dem er sich sicher war, hatte er einen Boten losgeschickt eine gewisse Dame zu informieren, wo der Treffpunkt sein würde und sich ansonsten auf den Kampf vorbereitet. Leichen hatte er sich angesehen und Berichte gehört, Tränke gebraut und Stahl geschliffen. Von den Monstern, die man so jagen konnte, gefielen ihm die Blutsauger am wenigstens. Oftmals waren sie schnell und windig, nicht gerade das was man in Skellige so vorfand und dementsprechend schwieriger zu handhaben als ein Greif oder sonst irgendwas Riesiges. Oftmals bestand die Taktik seiner Schule darin, einfach so lange einzukassieren bis der Andere umfiel – das nützte hier kaum etwas, wenn man das Vieh nicht traf. Aber er bekam Geld bei der schlechten Auftragslage im Moment war es das umso mehr wert. Natürlich gab es viele Aufträge, so war es nicht, aber Leichenfresser oder sonstiger Mist wurde dementsprechend schlecht bezahlt und in Novigrad selbst dauerte es lange, bis jemand sich traute einen Hexer anzusprechen, wenn die Kirche den Leuten im Nacken hielt. Wie viele dieser dimeritium-tragenden Wichser es schon versucht hatten, ihm einen Auftrag abzunehmen oder ihn mit dummen Sprüchen einzuschüchtern. ‚Ihr seid die Nächsten‘ – ja sicher, damals hatte man ganze Armeen gebraucht um die Festungen der Hexer einzunehmen und selbst Falgeirr alleine konnte so eine Gruppe von gläubigen Straßenschlägern fertig machen, auf die Schlacht war er gespannt. Leider steckte dahinter die traurige Wahrheit, dass er sich im Zweifel nicht darauf verlassen konnte Unterstützung von seinen mutierten Brüdern zu bekommen. Schließlich gab es kaum noch Hexer, und die waren auch noch auf die verschiedenen Schulen verteilt. Im Zweifel sah man sich ja immer noch als Konkurrenz – oder im Falle der Katzen – als feindlich.<br />
<br />
Falgeirr lehnte seine schwere Axt gegen einen Baum, ein gutes Stück weit entfernt von dem eigentlichen Ziel und verschränkte die Arme. Ein grummeliges Brummen das allen Bären im Umkreis klarmachte, dass der Alphabär angekommen war entkam seinen Lippen und dann stand er da, angewurzelt wie ein Baum. starr schaute er dabei in eine Richtung, zwischen den Bäumen stieg immer wieder einmal dunkler Rauch auf – niemand besuchte gerne einen Köhler, meist brachte er seine Waren ins Dorf und blieb ansonsten auf sich gestellt im Wald, in der Nähe von Wasser. Langsam ließ der Hexer seine Knochen knacken. Wenn die Hexe sich nicht beeilte, bevor der Katakan auf Raubzug ging würde sie sich halt die Komponenten, die sie brauchte in kaltem Zustand holen müssen. Schickte ja schon, dass es dämmrig war und das Vieh sich unsichtbar machen konnte. Um die Zeit doch noch produktiv zu nutzen, griff er seine Axt und rieb das schwere Konstrukt mit dem richtigen Waffenöl ein – es sollte dem Biest wehtun, wenn er zuschlug, je weniger Schläge er brauchte desto besser.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Beinahe zu sanft tätschelte er seinem treuen Begleiter die Flanke. „Kein Ort für dich.“, brummte er als Erklärung warum er einen Wirt bezahlte, dass er sein Pferd in diesem Kaff abstellen durfte. Aber auf Monsterjagd empfand er die Vierbeiner selten als besonders nützlich, abermals brummend schulterte er die mächtige Axt aus der Bärenschule und stapfte dann in Richtung Wald. Die Dorbewohner verfolgten den Mann in dem schweren Mantel, aus dem an jeder Stelle entweder Leder, Kette oder Platte herauslugte – wie ein Axtmörder, der sich mal so gar nicht darum kümmerte ob jemand seine Taten unter Umständen mitbekam stapfte er in Richtung des Waldes. Es war in gewisser Weise auch richtig, dass er ein Mörder war – nur eben einer, den die Leute nach Möglichkeit hier und dort mal gebrauchen konnten. Falls ihn jemand folgen wollte, konnte man das schon alleine wegen den großen Fußspuren, die der mächtige Bärenhexer im Schlamm zurückließ. Er glaubte aber nicht, dass es jemand im Dorf wagen würde ihm hinterher zu rennen, um seine ganz persönliche Version der Hexenverfolgung an ihm zu üben, ein dankbarer Gegner war der Mann nämlich wirklich nicht. Wenn es schon nicht die schwere Axt, das Schwert oder eine der zahlreichen anderen Waffen an seinem Körper erledigten – dann Hexerzeichen, Tränke oder sonst etwas. Brauchen tat er all diese Utensilien, denn am Ende wusste man nie auf was man wirklich traf. Er hatte schon die fiesesten Zufälle erlebt, zwei Werwölfe in einem Lager, ein Greif mit seinen Kindern – nein, so lange überlebte man in diesem Geschäft nicht, wenn man sich nur auf die Vorarbeit verließ. Diese Bestand darin, mehre Aushänge zu lesen durch die Umgebung zu reiten und beim kleinsten Verdacht es könnte was vampirisches sein sich mit den Leuten zu unterhalten, in diesem Fall war er sich recht sicher das dem so war.<br />
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Er fragte nicht zufällig nach diesen Blutsaugern, sehr effizient war es nämlich nicht und er hatte sich mehrfach Gedanken gemacht, ob er das Geld was er beim Durchreisen liegen gelassen hatte nicht später bitter bereuen würde – immerhin gelang es ihn zwei Fliegen mit einer Axt zu schlagen, von daher. Wenige Augenblicke, nach dem er sich sicher war, hatte er einen Boten losgeschickt eine gewisse Dame zu informieren, wo der Treffpunkt sein würde und sich ansonsten auf den Kampf vorbereitet. Leichen hatte er sich angesehen und Berichte gehört, Tränke gebraut und Stahl geschliffen. Von den Monstern, die man so jagen konnte, gefielen ihm die Blutsauger am wenigstens. Oftmals waren sie schnell und windig, nicht gerade das was man in Skellige so vorfand und dementsprechend schwieriger zu handhaben als ein Greif oder sonst irgendwas Riesiges. Oftmals bestand die Taktik seiner Schule darin, einfach so lange einzukassieren bis der Andere umfiel – das nützte hier kaum etwas, wenn man das Vieh nicht traf. Aber er bekam Geld bei der schlechten Auftragslage im Moment war es das umso mehr wert. Natürlich gab es viele Aufträge, so war es nicht, aber Leichenfresser oder sonstiger Mist wurde dementsprechend schlecht bezahlt und in Novigrad selbst dauerte es lange, bis jemand sich traute einen Hexer anzusprechen, wenn die Kirche den Leuten im Nacken hielt. Wie viele dieser dimeritium-tragenden Wichser es schon versucht hatten, ihm einen Auftrag abzunehmen oder ihn mit dummen Sprüchen einzuschüchtern. ‚Ihr seid die Nächsten‘ – ja sicher, damals hatte man ganze Armeen gebraucht um die Festungen der Hexer einzunehmen und selbst Falgeirr alleine konnte so eine Gruppe von gläubigen Straßenschlägern fertig machen, auf die Schlacht war er gespannt. Leider steckte dahinter die traurige Wahrheit, dass er sich im Zweifel nicht darauf verlassen konnte Unterstützung von seinen mutierten Brüdern zu bekommen. Schließlich gab es kaum noch Hexer, und die waren auch noch auf die verschiedenen Schulen verteilt. Im Zweifel sah man sich ja immer noch als Konkurrenz – oder im Falle der Katzen – als feindlich.<br />
<br />
Falgeirr lehnte seine schwere Axt gegen einen Baum, ein gutes Stück weit entfernt von dem eigentlichen Ziel und verschränkte die Arme. Ein grummeliges Brummen das allen Bären im Umkreis klarmachte, dass der Alphabär angekommen war entkam seinen Lippen und dann stand er da, angewurzelt wie ein Baum. starr schaute er dabei in eine Richtung, zwischen den Bäumen stieg immer wieder einmal dunkler Rauch auf – niemand besuchte gerne einen Köhler, meist brachte er seine Waren ins Dorf und blieb ansonsten auf sich gestellt im Wald, in der Nähe von Wasser. Langsam ließ der Hexer seine Knochen knacken. Wenn die Hexe sich nicht beeilte, bevor der Katakan auf Raubzug ging würde sie sich halt die Komponenten, die sie brauchte in kaltem Zustand holen müssen. Schickte ja schon, dass es dämmrig war und das Vieh sich unsichtbar machen konnte. Um die Zeit doch noch produktiv zu nutzen, griff er seine Axt und rieb das schwere Konstrukt mit dem richtigen Waffenöl ein – es sollte dem Biest wehtun, wenn er zuschlug, je weniger Schläge er brauchte desto besser.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[closed] Brauchen wir einen Pflock?]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-19.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 22:24:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=14">Falgeirr</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://thesquare.silverandsteel.de/thread-19.html</guid>
			<description><![CDATA[Es war das erste Mal, dass er mit leeren Taschen den Weg zu der verruchten Taverne einschlug. Nicht selten hatte sein neugewonnener Reichtum von einem Auftrag hier ein frühes Ende gefunden, waren die Frauen hier zwar tatsächlich ausgesprochen gut – aber eben auch ausgesprochen teuer. Da er nicht gerade der große Freund davon war Schulden bei irgendjemandem zu haben, er war sich auch gar nicht sicher ob das in so einem Lokal eine Option war, ließ die leere Tasche eigentlich nur darauf schließen, dass er irgendetwas anderes vorhatte, außer dem Üblichen. Woraus das Übliche hier bestand, dass konnte sich jeder gerne selbst ausmalen. Nicht nur die leere Tasche war unüblich, als auch die Uhrzeit. Er war sich nach wie vor nicht sicher, ob die Taverne überhaupt geöffnet hatte – allerdings war die Einladung bezüglich der Uhrzeit sehr genau, in allen übrigen Themen hatte sie sich allerdings äußerst vage ausgedrückt. Jedoch ging es um etwas berufliches, so viel stand fest und da blieb Falgeirr nur selten fern. Hatte selbst ein Hexer der Bärenschule laufende Kosten und musste von irgendetwas leben – mehr als die Luft zum Atmen gab es schließlich nicht umsonst. Das um Aufträge neuerdings so ein Aufriss gemacht wurde, konnte er nur Bestens verstehen. Novigrad war alles andere als ein einfaches Pflaster, früher hatte sich jeder Aufenthalt in der Stadt gelohnt – die reiche Stadt hatte immer ein oder zwei Kaufleute, denen etwas gegen den Strich gegangen ist. Mittlerweile musste man sich gut überleben, ob man in die Stadt zurückkehren mochte. Die Anfeindungen der Kirche und ihrer Hexenjäger trafen zwar die eigentlichen Experten der Monsterjagd derzeit nur sehr bedingt, meist nicht mehr als heiße Luft und seltsame Blicke, allerdings heizte sich die Stimmung immer mehr auf. Wer schon Anderlinge angreift wird auch bald die Männer mit den Katzenaugen ausgelöscht haben wollen, daran gab es wirklich kein Zweifel. Vermutlich war lediglich die Nützlichkeit der Hexer ein Grund dafür, dass sie bis jetzt relativ unbeschadet aus der Sache herausgekommen sind. Die Hexenjäger rühmten sich zwar damit, die Faust des ewigen Feuers zu sein – aber ähnlich wie eine Faust sind die im Kampf gegen richtige Monster genauso nutzlos. Gegen Ertrunkene mags ja noch funktionieren, aber gegen was Ernsthafteres? Niemals.<br />
<br />
Mit routinierten Griffen band er sein Pferd vor der Taverne an, lockerte sicherheitshalber seinen Waffengurt – waren so viele Hieb und Stichwaffen auf einmal nicht gerade etwas, dass man gerne in solchen Orten sah. Auch wenn er nur ungerne die Dinger abgab, war es wohl allemal besser als sie beim Pferd zu belassen. Der Blick dabei, wenn Leute versuchten das Arsenal des Hexers abzutransportieren war außerdem jedes Geld der Welt wert. Zweimal polterte er stark gegen die schwere Tür die am frühen Abend noch verschlossen war. Es dauerte nicht lange, ehe eine junge Dame, vermutlich irgendeine Aushilfe, die Tür öffnete. Sie grinste, erzählte ihm das er erwartet wurde und weil er dem zierlichen Ding wirklich nicht seine Waffen anvertrauen wurde folgte er ihr kurz um die tödlichen Instrumente irgendwo abzulegen. Es brauchte wirklich keine Katzenaugen um zu schlussfolgern, dass die einzige Person die sich außer ihm noch im Schankraum befand vermutlich die Person war, die ihm eingeladen hatte. Dementsprechend stapfte er auf die schwarzhaarige Frau zu, musterte sie kurz und zog dann einen Stuhl heran um sich ihr gegenüber zu setzen, die Arme zu einer unüberwindbaren Mauer aus emotionaler Kälte verschränkt. „Also…“, sagte er dann, „Du hast Arbeit, eh?“ Ihn interessierte nicht sonderlich, wo sie herkam, was sie machte oder wohin sie wollte. Der Auftrag und das Geld, das war der deutlich wichtigere Faktor und meistens war es besser, einfach nicht zu viele Nachforschungen anzustellen und sich zu sehr in Dinge involvieren zu lassen. Er war ein Werkzeug um Monster zu erledigen, keine Kraft die irgendwelche Dinge in Bewegung setzte. Sollten sich andere um Hintergründe kümmern, ihm war das egal. Was ihm allerdings nicht egal war, war die Tatsache das es in diesem Schuppen absolut zu warm war um in Hexer-Montur hier zu sitzen - und was für eine Montur das war. Wenn man noch viele Hexer der Bärenschule sehen würde, könnte man sagen das sie furchtbar typisch für die Hexer aus Skelliga war – eher für kalte Winde gedacht, als für das milde Klima auf dem Festland. Das Ganze hätte etwas mantelartiges, wenngleich es kein feiner Wollstoff war sondern Kette. Die Schultern waren unter Panzerplatten versteckt und lediglich die Hände waren wohl für den Besuch hier aus praktischen Gründen freigelegt, der Brustbereich wurde zusätzlich mit schwerem Leder über der Kette geschützt – am Kragen war Pelz angebracht und über allem lag ein silberner Bärenkopf an einer Kette, welcher Elsbeth ebenso finster anstarrte wie der Besitzer des Anhängers.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war das erste Mal, dass er mit leeren Taschen den Weg zu der verruchten Taverne einschlug. Nicht selten hatte sein neugewonnener Reichtum von einem Auftrag hier ein frühes Ende gefunden, waren die Frauen hier zwar tatsächlich ausgesprochen gut – aber eben auch ausgesprochen teuer. Da er nicht gerade der große Freund davon war Schulden bei irgendjemandem zu haben, er war sich auch gar nicht sicher ob das in so einem Lokal eine Option war, ließ die leere Tasche eigentlich nur darauf schließen, dass er irgendetwas anderes vorhatte, außer dem Üblichen. Woraus das Übliche hier bestand, dass konnte sich jeder gerne selbst ausmalen. Nicht nur die leere Tasche war unüblich, als auch die Uhrzeit. Er war sich nach wie vor nicht sicher, ob die Taverne überhaupt geöffnet hatte – allerdings war die Einladung bezüglich der Uhrzeit sehr genau, in allen übrigen Themen hatte sie sich allerdings äußerst vage ausgedrückt. Jedoch ging es um etwas berufliches, so viel stand fest und da blieb Falgeirr nur selten fern. Hatte selbst ein Hexer der Bärenschule laufende Kosten und musste von irgendetwas leben – mehr als die Luft zum Atmen gab es schließlich nicht umsonst. Das um Aufträge neuerdings so ein Aufriss gemacht wurde, konnte er nur Bestens verstehen. Novigrad war alles andere als ein einfaches Pflaster, früher hatte sich jeder Aufenthalt in der Stadt gelohnt – die reiche Stadt hatte immer ein oder zwei Kaufleute, denen etwas gegen den Strich gegangen ist. Mittlerweile musste man sich gut überleben, ob man in die Stadt zurückkehren mochte. Die Anfeindungen der Kirche und ihrer Hexenjäger trafen zwar die eigentlichen Experten der Monsterjagd derzeit nur sehr bedingt, meist nicht mehr als heiße Luft und seltsame Blicke, allerdings heizte sich die Stimmung immer mehr auf. Wer schon Anderlinge angreift wird auch bald die Männer mit den Katzenaugen ausgelöscht haben wollen, daran gab es wirklich kein Zweifel. Vermutlich war lediglich die Nützlichkeit der Hexer ein Grund dafür, dass sie bis jetzt relativ unbeschadet aus der Sache herausgekommen sind. Die Hexenjäger rühmten sich zwar damit, die Faust des ewigen Feuers zu sein – aber ähnlich wie eine Faust sind die im Kampf gegen richtige Monster genauso nutzlos. Gegen Ertrunkene mags ja noch funktionieren, aber gegen was Ernsthafteres? Niemals.<br />
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Mit routinierten Griffen band er sein Pferd vor der Taverne an, lockerte sicherheitshalber seinen Waffengurt – waren so viele Hieb und Stichwaffen auf einmal nicht gerade etwas, dass man gerne in solchen Orten sah. Auch wenn er nur ungerne die Dinger abgab, war es wohl allemal besser als sie beim Pferd zu belassen. Der Blick dabei, wenn Leute versuchten das Arsenal des Hexers abzutransportieren war außerdem jedes Geld der Welt wert. Zweimal polterte er stark gegen die schwere Tür die am frühen Abend noch verschlossen war. Es dauerte nicht lange, ehe eine junge Dame, vermutlich irgendeine Aushilfe, die Tür öffnete. Sie grinste, erzählte ihm das er erwartet wurde und weil er dem zierlichen Ding wirklich nicht seine Waffen anvertrauen wurde folgte er ihr kurz um die tödlichen Instrumente irgendwo abzulegen. Es brauchte wirklich keine Katzenaugen um zu schlussfolgern, dass die einzige Person die sich außer ihm noch im Schankraum befand vermutlich die Person war, die ihm eingeladen hatte. Dementsprechend stapfte er auf die schwarzhaarige Frau zu, musterte sie kurz und zog dann einen Stuhl heran um sich ihr gegenüber zu setzen, die Arme zu einer unüberwindbaren Mauer aus emotionaler Kälte verschränkt. „Also…“, sagte er dann, „Du hast Arbeit, eh?“ Ihn interessierte nicht sonderlich, wo sie herkam, was sie machte oder wohin sie wollte. Der Auftrag und das Geld, das war der deutlich wichtigere Faktor und meistens war es besser, einfach nicht zu viele Nachforschungen anzustellen und sich zu sehr in Dinge involvieren zu lassen. Er war ein Werkzeug um Monster zu erledigen, keine Kraft die irgendwelche Dinge in Bewegung setzte. Sollten sich andere um Hintergründe kümmern, ihm war das egal. Was ihm allerdings nicht egal war, war die Tatsache das es in diesem Schuppen absolut zu warm war um in Hexer-Montur hier zu sitzen - und was für eine Montur das war. Wenn man noch viele Hexer der Bärenschule sehen würde, könnte man sagen das sie furchtbar typisch für die Hexer aus Skelliga war – eher für kalte Winde gedacht, als für das milde Klima auf dem Festland. Das Ganze hätte etwas mantelartiges, wenngleich es kein feiner Wollstoff war sondern Kette. Die Schultern waren unter Panzerplatten versteckt und lediglich die Hände waren wohl für den Besuch hier aus praktischen Gründen freigelegt, der Brustbereich wurde zusätzlich mit schwerem Leder über der Kette geschützt – am Kragen war Pelz angebracht und über allem lag ein silberner Bärenkopf an einer Kette, welcher Elsbeth ebenso finster anstarrte wie der Besitzer des Anhängers.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[keys to the castle]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-18.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 22:01:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=8">Elsbeth</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Es hätte viele Dinge gegeben, die Elsbeth an diesem Morgen lieber getan hätte, als sich in einer trüben, dunstigen Dämmerung auf den Weg in das redanische Umland zu machen. Ein ausgiebiges Frühstück genossen, zum Beispiel. Oder den einsetzenden Regen vom Sessel aus beobachtet. Es war nicht die Uhrzeit, die ihrer Laune zu schaffen machte, denn ihr Schlaf hatte sich bereits lange vor dem Morgen aus ihrem Zimmer verabschiedet. Vielmehr war es die anstehende Unternehmung an sich. Offenbar hatten sich Drazan und sie keinen Gefallen damit getan, aus den letzten gemeinsamen Aktionen halbwegs erfolgreich und unverletzt hervorzugehen und sich damit den Ruf als funktionierendes Duo zu verdienen, das man guten Gewissens für die Belange Nilfgaards umherschicken konnte. Zum Beispiel auf die Suche nach einem neuen Quartier, das sich außerhalb der Stadtmauern befand, jedoch nahe genug an der freien Stadt, um zumindest den Anschein von Konkurrenzfähigkeit zu erwecken. Schloss Drahim, hatte Drazan ihr halbgar erklärt, käme in Frage. Etwas standesgemäßes, immerhin.<br />
<br />
Der Weg zum Schloss war still verlaufen, der Abstand zwischen den beiden munter voranschreitenden Reittieren der Zauberer war groß genug, um nicht in Verlegenheit zu kommen, das Gespräch zu suchen und klein genug, um sich nicht auf den gewundenen Wegen zu verlieren. Für den normalen Wegkreuzenden hätten die Beiden wohl den Eindruck gemacht, tief in eigene Gedanken versunken zu sein. Tatsächlich herrschte jedoch zumindest in dem Kopf der Dame eine ziemlich unendliche Leere, die aus dem Mangel an Schlaf und Motivation herrührte. Die Aussicht darauf, die Inneneinrichtung eines Schlosses nach Tauglichkeit zu bewerten, war doch wenig erregend. Und genau darauf war sie eingestellt.<br />
<br />
„Sieht doch ganz nett aus.“ Die Ernüchterung sprach sowohl aus ihrem Tonfall als auch aus dem Blick, den sie über das „Schloss“ schweifen ließ. Nett war eine mehr als höfliche Umschreibung für die Ruinen, die sich hier mitten in der redanischen Pampa zwischen Unkraut, Büschen und Bäumen erhoben. Viel mehr als ein einsamer Burgturm und ein paar unvollständige Mauern waren nicht übrig und waren sicher nicht das, was sich die Zauberin vorgestellt hatte. Mit einem fast vorwurfsvollen Blick drehte sie sich zu Drazan um, der ebenfalls sein Pferd zum Stehen gebracht hatte. Einen Moment lang hoffte sie, dass sie sich einfach verritten, an der letzten Weggabelung den falschen Weg gewählt hatten, doch selbst wenn – er hätte es kaum zugegeben. Und die Wahrscheinlichkeit war gering, immerhin war sie mit Drazan Ehrendorn unterwegs, dem solche lapidaren Fehler selbstverständlich niemals unterlaufen würden. Mit einem schweren Seufzen stieg sie vom Pferd und führte es durch die verfallene Mauer, die das Gelände wohl einmal komplett umgeben hatte. Die Natur hatte sich Wege und Baumaterialien schon einverleibt und nicht einmal Trampelpfade waren übriggeblieben – Schloss Drahim war offenbar ein gottverlassener Ort und absolut keinen Ausflug oder gar Banditenlager wert. Mit einer unscheinbaren Geste und ein paar leise gesprochenen Worten vergewisserte sie sich, dass sich auch auf den genaueren Blick hin keine magischen Fallen oder ähnliches in der Nähe befanden. Noch ein wenig enttäuschter band die die Zügel an einen morschen Holzbalken, der vielleicht einmal zu einem Dach gehört hatte. „Ich bezweifle, dass diese Ruine hier auch nur irgendwie in Frage kommt.“, kommentierte sie den eigentlichen Plan, ein Objekt zur Unterbringung hochrangiger und wichtiger Persönlichkeiten aus Nilfgaard zu finden. Bereits jetzt fällte sie ihr Urteil, dass sie hier ihre Zeit verschwendeten. Trotzdem war sie pflichtbewusst genug, die morsche Holztür, mit einem Wink der Rechten aufzustoßen und einen Blick in den Turm zu werfen. Viel zu sehen gab es nicht – nur ein verhängnisvoll dunklen Abgrund, in den eine Treppe führte. Der Anblick ließ sie sich abrupt wieder zu Drazan umdrehen, beschwörend die Hände heben und den Kopf schütteln. „DAS war so nicht abgemacht.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hätte viele Dinge gegeben, die Elsbeth an diesem Morgen lieber getan hätte, als sich in einer trüben, dunstigen Dämmerung auf den Weg in das redanische Umland zu machen. Ein ausgiebiges Frühstück genossen, zum Beispiel. Oder den einsetzenden Regen vom Sessel aus beobachtet. Es war nicht die Uhrzeit, die ihrer Laune zu schaffen machte, denn ihr Schlaf hatte sich bereits lange vor dem Morgen aus ihrem Zimmer verabschiedet. Vielmehr war es die anstehende Unternehmung an sich. Offenbar hatten sich Drazan und sie keinen Gefallen damit getan, aus den letzten gemeinsamen Aktionen halbwegs erfolgreich und unverletzt hervorzugehen und sich damit den Ruf als funktionierendes Duo zu verdienen, das man guten Gewissens für die Belange Nilfgaards umherschicken konnte. Zum Beispiel auf die Suche nach einem neuen Quartier, das sich außerhalb der Stadtmauern befand, jedoch nahe genug an der freien Stadt, um zumindest den Anschein von Konkurrenzfähigkeit zu erwecken. Schloss Drahim, hatte Drazan ihr halbgar erklärt, käme in Frage. Etwas standesgemäßes, immerhin.<br />
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Der Weg zum Schloss war still verlaufen, der Abstand zwischen den beiden munter voranschreitenden Reittieren der Zauberer war groß genug, um nicht in Verlegenheit zu kommen, das Gespräch zu suchen und klein genug, um sich nicht auf den gewundenen Wegen zu verlieren. Für den normalen Wegkreuzenden hätten die Beiden wohl den Eindruck gemacht, tief in eigene Gedanken versunken zu sein. Tatsächlich herrschte jedoch zumindest in dem Kopf der Dame eine ziemlich unendliche Leere, die aus dem Mangel an Schlaf und Motivation herrührte. Die Aussicht darauf, die Inneneinrichtung eines Schlosses nach Tauglichkeit zu bewerten, war doch wenig erregend. Und genau darauf war sie eingestellt.<br />
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„Sieht doch ganz nett aus.“ Die Ernüchterung sprach sowohl aus ihrem Tonfall als auch aus dem Blick, den sie über das „Schloss“ schweifen ließ. Nett war eine mehr als höfliche Umschreibung für die Ruinen, die sich hier mitten in der redanischen Pampa zwischen Unkraut, Büschen und Bäumen erhoben. Viel mehr als ein einsamer Burgturm und ein paar unvollständige Mauern waren nicht übrig und waren sicher nicht das, was sich die Zauberin vorgestellt hatte. Mit einem fast vorwurfsvollen Blick drehte sie sich zu Drazan um, der ebenfalls sein Pferd zum Stehen gebracht hatte. Einen Moment lang hoffte sie, dass sie sich einfach verritten, an der letzten Weggabelung den falschen Weg gewählt hatten, doch selbst wenn – er hätte es kaum zugegeben. Und die Wahrscheinlichkeit war gering, immerhin war sie mit Drazan Ehrendorn unterwegs, dem solche lapidaren Fehler selbstverständlich niemals unterlaufen würden. Mit einem schweren Seufzen stieg sie vom Pferd und führte es durch die verfallene Mauer, die das Gelände wohl einmal komplett umgeben hatte. Die Natur hatte sich Wege und Baumaterialien schon einverleibt und nicht einmal Trampelpfade waren übriggeblieben – Schloss Drahim war offenbar ein gottverlassener Ort und absolut keinen Ausflug oder gar Banditenlager wert. Mit einer unscheinbaren Geste und ein paar leise gesprochenen Worten vergewisserte sie sich, dass sich auch auf den genaueren Blick hin keine magischen Fallen oder ähnliches in der Nähe befanden. Noch ein wenig enttäuschter band die die Zügel an einen morschen Holzbalken, der vielleicht einmal zu einem Dach gehört hatte. „Ich bezweifle, dass diese Ruine hier auch nur irgendwie in Frage kommt.“, kommentierte sie den eigentlichen Plan, ein Objekt zur Unterbringung hochrangiger und wichtiger Persönlichkeiten aus Nilfgaard zu finden. Bereits jetzt fällte sie ihr Urteil, dass sie hier ihre Zeit verschwendeten. Trotzdem war sie pflichtbewusst genug, die morsche Holztür, mit einem Wink der Rechten aufzustoßen und einen Blick in den Turm zu werfen. Viel zu sehen gab es nicht – nur ein verhängnisvoll dunklen Abgrund, in den eine Treppe führte. Der Anblick ließ sie sich abrupt wieder zu Drazan umdrehen, beschwörend die Hände heben und den Kopf schütteln. „DAS war so nicht abgemacht.“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[closed] Wytches' Brew]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-17.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 21:37:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=8">Elsbeth</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<center> <div style="text-align: center;  font-family: 'Arbutus Slab'; font-size: 28px; line-height: 80%; text-transform: uppercase;  letter-spacing: 1px;">round about the cauldron sing</div><div style="margin-top: 3px; width: 570px; text-align: center; font-family: 'Roboto'; font-size: 9px;  text-transform: lowercase; line-height: 100%; padding-bottom: 5px; border-bottom: 3px solid #5c5752;">Double double toil and trouble, fire burn and cauldron bubble, double double trouble you - bubble in a witches' brew<br />
</div></center><br />
<br />
Sie hatte sich schnell an die sparsame Ausstattung des kleinen Labors gewöhnt, dass in den dunklen aber immerhin einigermaßen trockenen Kellergewölben des Anwesens eingerichtet worden war. Kein Vergleich natürlich zu dem, was ihr die Akademie in Nilfgaard geboten hatte, aber besser als nichts. Mehrere magische Fallen, Illusionen und Schlösser hielten auch die neugierigste Bedienstete davon ab, auch nur einen Verdacht zu schöpfen, dass sich hinter der schlichten Holztür im Weinkeller ein kleines Refugium lag, in das sich Elsbeth immer wieder zurückzog, mal mehr, mal weniger produktiv. Zwischen den kleinen, schmalen Tischen, auf denen die wenigen Gerätschaften standen, die sie bisher zusammensammeln konnte, zwischen Büchern, losen Pergamenten, frönte die junge Zauberin meist der heimeligen Einsamkeit und Stille, die sie bereits ein paar Treppenstufen weiter ohne Weiteres kaum finden konnte. Nicht, dass das Anwesen vor Leben sprudelte, Gäste ein und aus gingen. Eher war es so, dass man sich in den weiten Fluren und Leerstehenden Zimmern verlaufen konnte, doch mit der Gewissheit, dass hinter jeder Ecke oder Tür eine fleißige Hand dabei sein konnte, dem Einstauben des Inventars Einhalt zu gebieten oder heimlich Nichts tuend herumzustehen, konnte man kaum von Ruhe sprechen. <br />
<br />
Den Luxus eines bequemen Sessels hatte sich Elsbeth trotz des beschränkten Platzangebotes gegönnt, auch wenn an den Tischen selbst nur simple Holzhocker standen. Sich in Aufzeichnungen zu vergraben gelang ihr auf lange Sicht besser, wenn sie dabei bequem saß – doch am heutigen Tag hatte sie die Theorie beiseitegelegt und widmete sich der Praxis. Bisher wenig erfolgreich. Schon nach wenigen Stunden hatte sie feststellen müssen, dass die Eingebungen, die ihr durch das Lesen der aktuellsten Lektüre gekommen waren, sich nicht ohne Weiteres erfolgreich umsetzen ließen. Ob es an ihr lag oder der mangelnden Ausstattung ihrer kleinen Werkstatt – sie wusste es nicht. Während neben ihr über einer kleinen Flamme ein bauchiger Glaskolben hing, in dem eine farblose, klare Flüssigkeit köchelte, die einen stechenden Geruch im Raum verbreitete, starrte sie auf die zwei Edelsteine, die vor ihr lagen, benetzt von schwarzen, vielleicht auch dunkelblauen oder tiefroten, zähflüssigen Tropfen, von denen Elsbeth hoffte, dass sie auch nur <i>irgendetwas</i> auf der milchig weißen Oberfläche der Steine anrichten würden. Manche Dinge brauchten ihre Zeit, und so rieb sie in stiller Anspannung die Fingerspitzen der linken Hand aneinander, abwartend, beobachtend, während sie mit der rechten wie automatisiert mit leichten Bewegungen die Phiole geschwenkt wurde, in die sie ihren letzten verheißungsvollen Trank gefüllt hatte. So still und gefasst sie auch nach außen hin wirkte, umso intensiver drehten sich ihre Gedanken im Kopf. Vielleicht hätte es doch mehr Rubedopulver gebraucht. Oder weniger Pestwurz… Bei der Fülle an Extrakten, die sie zusammengemischt hatte, waren Fehlerquellen vielfältig und schwer zu finden. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, postwendend eine Reaktion der Steine zu erhalten. Doch die wertvollen Klunker, für die manche Adlige wahrscheinlich getötet hätte, nur um sie sich um den Hals zu legen und zur Schau zu tragen, blieben stumm und kalt. Auch nach weiteren, qualvollen Minuten. Sie zog scharf die Luft zwischen den enttäuscht aufeinandergepressten Lippen ein und richtete sich aus ihrer vornüber gelehnten Position langsam auf. Die angespannten Muskeln im Rücken und Nacken meldeten sich unerfreut, Elsbeth schenkte ihnen jedoch keine Beachtung. Auch wenn die Alchemie vergleichsweise harmloser Natur war und auf den ersten Blick keine körperlichen Anstregungen mit sich brachte, waren ihr diese Schmerzen wohl vertraut. Der Preis, den man für langwierige Prozesse, die genauso wenig falsche Bewegungen verziehen, wie ein Kampf im offenen Feld. <br />
<br />
Ein leichter Luftzug im Rücken ließ sich Elsbeth langsam auf dem Hocker umdrehen. Es kam nicht oft vor, dass Philippa sie hier unten besuchte – aber hinter ihr war nicht sie aufgetaucht, sondern Drazan. Sie nickte ihm beiläufig zu, noch zu sehr in Gedanken um ihn höflich zu begrüßen oder gar rauszuwerfen – auch wenn er es verdient hatte, nach ihrem Wiedersehen und dem wenig erfreulichem Ausgang der Aktion in Oxenfurt. Sie hatte der Konfrontation mit ihm in den letzten Tagen außerordentlich elegant aus dem Weg gehen können und war auch nicht in die Verlegenheit geraten, ihm <i>und</i> Philippa gleichzeitig gegenüberstehen zu müssen. Sie hier im Labor, mitten in der Arbeit zu besuchen, war wahrscheinlich nicht die schlechteste Idee, emsig beschäftigt und zu ausgelastet, um sich auf emotionale Diskussionen einlassen zu können. Ihr vermeintlich leerer Blick verriet, dass sie in Gedanken absolut nicht bei Drazan war, obwohl sie aus der halb zu ihm gedrehten Position durchaus zu ihm hinaufblickte. Sie tippte mit dem Boden der Phiole, die sie immer noch vorbildlich geschwenkt hatte, nachdenklich auf die raue Oberfläche des Tisches. „In meinem Kopf macht es alles Sinn.“, meinte sie dann leise. Sie neigte dazu, hier unten zu flüstern, auch wenn es keinen Grund dazu gab. „Aber es funktioniert nicht.“ Ein bitteres Lächeln zeigte sich auf ihren blassen Zügen, ehe sie den Blick wieder abwandte, sich zurück zum Tisch drehte und einmal tief ein und ausatmete. Vielleicht waren doch die Steine das Problem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center> <div style="text-align: center;  font-family: 'Arbutus Slab'; font-size: 28px; line-height: 80%; text-transform: uppercase;  letter-spacing: 1px;">round about the cauldron sing</div><div style="margin-top: 3px; width: 570px; text-align: center; font-family: 'Roboto'; font-size: 9px;  text-transform: lowercase; line-height: 100%; padding-bottom: 5px; border-bottom: 3px solid #5c5752;">Double double toil and trouble, fire burn and cauldron bubble, double double trouble you - bubble in a witches' brew<br />
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Sie hatte sich schnell an die sparsame Ausstattung des kleinen Labors gewöhnt, dass in den dunklen aber immerhin einigermaßen trockenen Kellergewölben des Anwesens eingerichtet worden war. Kein Vergleich natürlich zu dem, was ihr die Akademie in Nilfgaard geboten hatte, aber besser als nichts. Mehrere magische Fallen, Illusionen und Schlösser hielten auch die neugierigste Bedienstete davon ab, auch nur einen Verdacht zu schöpfen, dass sich hinter der schlichten Holztür im Weinkeller ein kleines Refugium lag, in das sich Elsbeth immer wieder zurückzog, mal mehr, mal weniger produktiv. Zwischen den kleinen, schmalen Tischen, auf denen die wenigen Gerätschaften standen, die sie bisher zusammensammeln konnte, zwischen Büchern, losen Pergamenten, frönte die junge Zauberin meist der heimeligen Einsamkeit und Stille, die sie bereits ein paar Treppenstufen weiter ohne Weiteres kaum finden konnte. Nicht, dass das Anwesen vor Leben sprudelte, Gäste ein und aus gingen. Eher war es so, dass man sich in den weiten Fluren und Leerstehenden Zimmern verlaufen konnte, doch mit der Gewissheit, dass hinter jeder Ecke oder Tür eine fleißige Hand dabei sein konnte, dem Einstauben des Inventars Einhalt zu gebieten oder heimlich Nichts tuend herumzustehen, konnte man kaum von Ruhe sprechen. <br />
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Den Luxus eines bequemen Sessels hatte sich Elsbeth trotz des beschränkten Platzangebotes gegönnt, auch wenn an den Tischen selbst nur simple Holzhocker standen. Sich in Aufzeichnungen zu vergraben gelang ihr auf lange Sicht besser, wenn sie dabei bequem saß – doch am heutigen Tag hatte sie die Theorie beiseitegelegt und widmete sich der Praxis. Bisher wenig erfolgreich. Schon nach wenigen Stunden hatte sie feststellen müssen, dass die Eingebungen, die ihr durch das Lesen der aktuellsten Lektüre gekommen waren, sich nicht ohne Weiteres erfolgreich umsetzen ließen. Ob es an ihr lag oder der mangelnden Ausstattung ihrer kleinen Werkstatt – sie wusste es nicht. Während neben ihr über einer kleinen Flamme ein bauchiger Glaskolben hing, in dem eine farblose, klare Flüssigkeit köchelte, die einen stechenden Geruch im Raum verbreitete, starrte sie auf die zwei Edelsteine, die vor ihr lagen, benetzt von schwarzen, vielleicht auch dunkelblauen oder tiefroten, zähflüssigen Tropfen, von denen Elsbeth hoffte, dass sie auch nur <i>irgendetwas</i> auf der milchig weißen Oberfläche der Steine anrichten würden. Manche Dinge brauchten ihre Zeit, und so rieb sie in stiller Anspannung die Fingerspitzen der linken Hand aneinander, abwartend, beobachtend, während sie mit der rechten wie automatisiert mit leichten Bewegungen die Phiole geschwenkt wurde, in die sie ihren letzten verheißungsvollen Trank gefüllt hatte. So still und gefasst sie auch nach außen hin wirkte, umso intensiver drehten sich ihre Gedanken im Kopf. Vielleicht hätte es doch mehr Rubedopulver gebraucht. Oder weniger Pestwurz… Bei der Fülle an Extrakten, die sie zusammengemischt hatte, waren Fehlerquellen vielfältig und schwer zu finden. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, postwendend eine Reaktion der Steine zu erhalten. Doch die wertvollen Klunker, für die manche Adlige wahrscheinlich getötet hätte, nur um sie sich um den Hals zu legen und zur Schau zu tragen, blieben stumm und kalt. Auch nach weiteren, qualvollen Minuten. Sie zog scharf die Luft zwischen den enttäuscht aufeinandergepressten Lippen ein und richtete sich aus ihrer vornüber gelehnten Position langsam auf. Die angespannten Muskeln im Rücken und Nacken meldeten sich unerfreut, Elsbeth schenkte ihnen jedoch keine Beachtung. Auch wenn die Alchemie vergleichsweise harmloser Natur war und auf den ersten Blick keine körperlichen Anstregungen mit sich brachte, waren ihr diese Schmerzen wohl vertraut. Der Preis, den man für langwierige Prozesse, die genauso wenig falsche Bewegungen verziehen, wie ein Kampf im offenen Feld. <br />
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Ein leichter Luftzug im Rücken ließ sich Elsbeth langsam auf dem Hocker umdrehen. Es kam nicht oft vor, dass Philippa sie hier unten besuchte – aber hinter ihr war nicht sie aufgetaucht, sondern Drazan. Sie nickte ihm beiläufig zu, noch zu sehr in Gedanken um ihn höflich zu begrüßen oder gar rauszuwerfen – auch wenn er es verdient hatte, nach ihrem Wiedersehen und dem wenig erfreulichem Ausgang der Aktion in Oxenfurt. Sie hatte der Konfrontation mit ihm in den letzten Tagen außerordentlich elegant aus dem Weg gehen können und war auch nicht in die Verlegenheit geraten, ihm <i>und</i> Philippa gleichzeitig gegenüberstehen zu müssen. Sie hier im Labor, mitten in der Arbeit zu besuchen, war wahrscheinlich nicht die schlechteste Idee, emsig beschäftigt und zu ausgelastet, um sich auf emotionale Diskussionen einlassen zu können. Ihr vermeintlich leerer Blick verriet, dass sie in Gedanken absolut nicht bei Drazan war, obwohl sie aus der halb zu ihm gedrehten Position durchaus zu ihm hinaufblickte. Sie tippte mit dem Boden der Phiole, die sie immer noch vorbildlich geschwenkt hatte, nachdenklich auf die raue Oberfläche des Tisches. „In meinem Kopf macht es alles Sinn.“, meinte sie dann leise. Sie neigte dazu, hier unten zu flüstern, auch wenn es keinen Grund dazu gab. „Aber es funktioniert nicht.“ Ein bitteres Lächeln zeigte sich auf ihren blassen Zügen, ehe sie den Blick wieder abwandte, sich zurück zum Tisch drehte und einmal tief ein und ausatmete. Vielleicht waren doch die Steine das Problem.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[closed] Zwischen den Zeilen]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-16.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 20:46:28 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=13">Drazan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://thesquare.silverandsteel.de/thread-16.html</guid>
			<description><![CDATA[Es war alleine eine Herausforderung, in Oxenfurt einzudringen. Schließlich wurde die Stadt bereits nun längere Zeit von Radovid dem Strengen besetzt gehalten, das hieß Hexenjäger und Kontrollen wo das Auge nur hinsah. Er war nicht fahrlässig genug, sich einfach in die Stadt zu teleportieren und als Esterad konnte er auch nicht in Erscheinung treten, würde ein Weinhändler doch niemals die Bibliothek der Akademie aufsuchen. Er tarnte sich daher als junger Student, eine hübsche Illusion – rote Haare, grüne Augen, etwas runderes Gesicht und eine feine Nase überzeugten eigentlich die meisten das man von dem jungen Tom nichts zu erwarten hatte. Erhebliche Summen Geld musste er dafür ausgeben, über Strohmänner eine Durchreisegenehmigung zu erlangen mit denen er schließlich die einfachen Büttel der redanischen Armee überzeugen konnte ihn durchzulassen. Zu Fuß hatte er sich dann über den Marktplatz begeben, war etwas geschlendert um etwaige Verfolger abzuschütteln und schließlich stand er in einer Seitengasse vor der Akademie.<br />
<br />
Hier hatte er sich mit Philippa Eilhardt verabredet, nun, nicht direkt. Sie hatte versprochen eine Vertreterin zu schicken um sich die Sache gemeinsam anzusehen. Forschte er für die meistgesuchteste Zaubererin des Nordens schließlich nach wie vor, wie es gelingen könnte das von Radovid genommene Augenlicht wiederherzustellen. Es gab insgesamt vier nennenswerte Bibliotheken, die bei solchen schwierigen Sachverhalten eine Anlaufstelle bilden könnten. Da wäre zum einen Oxenfurt zu nennen, die nilfgaardische Akademie, die Akademie von Ard Carraigh und Aretusa. Drei dieser Einrichtungen wurden von Radovid oder seinen Hilfsmännern bereits erwischt, während der Weg nach Nilfgaard zu weit war um spontan vorbeizuschneien. Außerdem hatte er die Bücher bereits vor seiner Abreise studiert, was nicht sehr ergebnisreich war, Unterlagen sie doch der Zensur des Reiches. Zwar wurde vieles von den Hexenjägern zerstört, allerdings hatte er aus gut informierten Quellen erfahren, das es dennoch einige Überbleibsel in den Regalen der Akademie gab die es wert waren zu studieren. Zumal er vor allem nach alchemistischen Texten suchte, welche möglicherweise nicht allzu sehr Opfer der radovidschen Inquisition geworden sind. Kurzerhand blickte er auf seine silberne Taschenuhr, wartend wer ihm wohl präsentiert werden würde. Philippa hatte eine Vielzahl von Adjutanten und Lehrlingen, wohl auch diversester Herkunft soweit er wusste. Es war fraglich wie viele nach ihrem Fall von ihrer Position als Beraterin noch übriggeblieben sind. Generell gab es so einige Gerüchte was ihre Adjutanten anging, von Liebschaften mit den weiblichen Lehrlingen bis hin zu verschiedenen Spielen die allesamt etwas…seltsam klingen. Natürlich wusste er wie jeder gute Spieler um den Wert solcher Gerüchte, privat interessierten sie ihn allerdings keinesfalls. Es dauerte und dauerte, vermutlich wurde Philippas Vertreter ebenso aufgehalten wie er. Kurz überlegte er, seine Illusion abzulegen damit man ihn erkannte – allerdings war ihm das Risiko durchaus zu groß.<br />
<br />
Nach einigen weiteren langen Minuten hörte er schließlich Schritte hinter sich, er drehte sich in der Gasse um – erwartend irgendjemand anzublicken, nur diese eine Person nicht, war er doch nicht gerade begeistert von dem Anblick der sich bot. Vermutlich beinhaltet dieser Satz auch sogleich die Begründung, warum dem so war: Es war eine ehemalige Studentin der Akademie Nilfgaards die er nur allzu gut kannte, hatte er doch überdurchschnittlich viel Zeit mit ihr verbracht nur um am Ende die Avancen der jungen Dame in den Wind zu schlagen, überblendet von wissenschaftlicher Neugier. Gewiss war er damals noch ein wenig…kälter als er dies mittlerweile war, hatte es Saskia doch geschafft ihn etwas anzutauen, zumindest soweit zu erkennen was er damals angerichtet hat. Ohne eine weitere Vorstellung zu benötigen grüßte er also recht trocken mit: „Aelies. Ich wusste gar nicht dass du mittlerweile für Philippa unterwegs bist.“ Er lächelte sacht, wenn auch mit der Gewissheit das es anfangs unerwidert bleiben würde. „Es ist…jedenfalls eine Überraschung dich zu sehen.“ Dabei ließ er offen, wer sich hinter der Illusion verbarg – auch wenn er doch meinen müsste, sie gut genug ausgebildet zu haben das sie solch eine leichte Fassade leicht durchblicken konnte. Er erinnerte sich nur zu gut daran, wie er sie bei einem Forschungsprojekt unterstützt hatte das ihn bald mehr fesselte als sie, weswegen er ihr auch erheblich unter die Arme griff. Leider nur in einem metaphorischen Sinne, kamen ihm doch mehrere direkte und indirekte Versuche in den Kopf den Lehrmeister zumindest einmal fernab der Bücher treffen zu können, welche Drazan allesamt in den Wind schlug. Einen Tee würde er heute vermutlich nicht mehr ausschlagen, mehr allerdings schon. Zauberer waren in der Beziehung furchtbar direkte Wesen – eine Eigenschaft, in der er ausnahmsweise einmal wirklich herausstach.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war alleine eine Herausforderung, in Oxenfurt einzudringen. Schließlich wurde die Stadt bereits nun längere Zeit von Radovid dem Strengen besetzt gehalten, das hieß Hexenjäger und Kontrollen wo das Auge nur hinsah. Er war nicht fahrlässig genug, sich einfach in die Stadt zu teleportieren und als Esterad konnte er auch nicht in Erscheinung treten, würde ein Weinhändler doch niemals die Bibliothek der Akademie aufsuchen. Er tarnte sich daher als junger Student, eine hübsche Illusion – rote Haare, grüne Augen, etwas runderes Gesicht und eine feine Nase überzeugten eigentlich die meisten das man von dem jungen Tom nichts zu erwarten hatte. Erhebliche Summen Geld musste er dafür ausgeben, über Strohmänner eine Durchreisegenehmigung zu erlangen mit denen er schließlich die einfachen Büttel der redanischen Armee überzeugen konnte ihn durchzulassen. Zu Fuß hatte er sich dann über den Marktplatz begeben, war etwas geschlendert um etwaige Verfolger abzuschütteln und schließlich stand er in einer Seitengasse vor der Akademie.<br />
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Hier hatte er sich mit Philippa Eilhardt verabredet, nun, nicht direkt. Sie hatte versprochen eine Vertreterin zu schicken um sich die Sache gemeinsam anzusehen. Forschte er für die meistgesuchteste Zaubererin des Nordens schließlich nach wie vor, wie es gelingen könnte das von Radovid genommene Augenlicht wiederherzustellen. Es gab insgesamt vier nennenswerte Bibliotheken, die bei solchen schwierigen Sachverhalten eine Anlaufstelle bilden könnten. Da wäre zum einen Oxenfurt zu nennen, die nilfgaardische Akademie, die Akademie von Ard Carraigh und Aretusa. Drei dieser Einrichtungen wurden von Radovid oder seinen Hilfsmännern bereits erwischt, während der Weg nach Nilfgaard zu weit war um spontan vorbeizuschneien. Außerdem hatte er die Bücher bereits vor seiner Abreise studiert, was nicht sehr ergebnisreich war, Unterlagen sie doch der Zensur des Reiches. Zwar wurde vieles von den Hexenjägern zerstört, allerdings hatte er aus gut informierten Quellen erfahren, das es dennoch einige Überbleibsel in den Regalen der Akademie gab die es wert waren zu studieren. Zumal er vor allem nach alchemistischen Texten suchte, welche möglicherweise nicht allzu sehr Opfer der radovidschen Inquisition geworden sind. Kurzerhand blickte er auf seine silberne Taschenuhr, wartend wer ihm wohl präsentiert werden würde. Philippa hatte eine Vielzahl von Adjutanten und Lehrlingen, wohl auch diversester Herkunft soweit er wusste. Es war fraglich wie viele nach ihrem Fall von ihrer Position als Beraterin noch übriggeblieben sind. Generell gab es so einige Gerüchte was ihre Adjutanten anging, von Liebschaften mit den weiblichen Lehrlingen bis hin zu verschiedenen Spielen die allesamt etwas…seltsam klingen. Natürlich wusste er wie jeder gute Spieler um den Wert solcher Gerüchte, privat interessierten sie ihn allerdings keinesfalls. Es dauerte und dauerte, vermutlich wurde Philippas Vertreter ebenso aufgehalten wie er. Kurz überlegte er, seine Illusion abzulegen damit man ihn erkannte – allerdings war ihm das Risiko durchaus zu groß.<br />
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Nach einigen weiteren langen Minuten hörte er schließlich Schritte hinter sich, er drehte sich in der Gasse um – erwartend irgendjemand anzublicken, nur diese eine Person nicht, war er doch nicht gerade begeistert von dem Anblick der sich bot. Vermutlich beinhaltet dieser Satz auch sogleich die Begründung, warum dem so war: Es war eine ehemalige Studentin der Akademie Nilfgaards die er nur allzu gut kannte, hatte er doch überdurchschnittlich viel Zeit mit ihr verbracht nur um am Ende die Avancen der jungen Dame in den Wind zu schlagen, überblendet von wissenschaftlicher Neugier. Gewiss war er damals noch ein wenig…kälter als er dies mittlerweile war, hatte es Saskia doch geschafft ihn etwas anzutauen, zumindest soweit zu erkennen was er damals angerichtet hat. Ohne eine weitere Vorstellung zu benötigen grüßte er also recht trocken mit: „Aelies. Ich wusste gar nicht dass du mittlerweile für Philippa unterwegs bist.“ Er lächelte sacht, wenn auch mit der Gewissheit das es anfangs unerwidert bleiben würde. „Es ist…jedenfalls eine Überraschung dich zu sehen.“ Dabei ließ er offen, wer sich hinter der Illusion verbarg – auch wenn er doch meinen müsste, sie gut genug ausgebildet zu haben das sie solch eine leichte Fassade leicht durchblicken konnte. Er erinnerte sich nur zu gut daran, wie er sie bei einem Forschungsprojekt unterstützt hatte das ihn bald mehr fesselte als sie, weswegen er ihr auch erheblich unter die Arme griff. Leider nur in einem metaphorischen Sinne, kamen ihm doch mehrere direkte und indirekte Versuche in den Kopf den Lehrmeister zumindest einmal fernab der Bücher treffen zu können, welche Drazan allesamt in den Wind schlug. Einen Tee würde er heute vermutlich nicht mehr ausschlagen, mehr allerdings schon. Zauberer waren in der Beziehung furchtbar direkte Wesen – eine Eigenschaft, in der er ausnahmsweise einmal wirklich herausstach.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[it comes and goes in waves]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-15.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 20:27:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=9">Saskia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://thesquare.silverandsteel.de/thread-15.html</guid>
			<description><![CDATA[IT COMES AND GOES IN WAVES<br />
it always runs back but it's never quite the same<br />
<br />
<br />
Hier, zwischen all den Menschen, fiel sie nicht auf. Zwischen halbstarken Kindern, Frauen und Männern, im Schatten der Häuser, die zu dieser Stunde auf dem Platz lagen, war sie nicht von den einfachen Bürgern Novigrads zu unterscheiden. Sie war nicht die Einzige, die mit starrer Miene zum Galgen hinaufblickte, an dem schon bald ein junger Mann von kaum mehr als zwanzig Jahren hoffnungslos hängen würde. Saskia hatte zwischen all den johlenden Stimmen, Zwischenrufen und allgemeinen Wortwechseln nicht verstanden, wofür man ihn hängen würde. Doch die Menge hatte dem Richter, einem hageren Mann mittleren Alters, gebührenden Beifall gezollt, als er das Urteil verkündet hatte. Es gab zu viele Taten, die in Novigrad mit öffentlichen Hinrichtungen getadelt wurden, als dass Saskia auch nur eine vage Vermutung hatte anstellen können. Auf einen kurzen Blick des Verurteilten zum Himmel hinauf, hätte man sich einbilden können, einen Blick auf spitze Ohren unter braunem Haar erhascht zu haben. Sie senkte den Blick, presste kurz die Kiefer aufeinander und trat vorsichtig einen Schritt zurück, um zwei jungen Mädchen Platz zu machen, die sich durch die Reihen der Schaulustigen drängten, um besser sehen zu können und näher an den Scheiterhaufen zu kommen, der nur wenige Meter vom Galgen aufgestapelt worden war und auf die nächste Urteilsverkündung wartete.<br />
Es war nicht die Sensationsgier gewesen, die Saskia hergebracht hatte. Sie hatte sich bemüht, genau solchen Großereignissen in den zwei Wochen, die sie bisher in Novigrad verweilte, aus dem Weg zu gehen, große Plätze gemieden und sich auch von Gesprächen, die von Scheiterhaufen und Henkerwerk handelten, ferngehalten. Kein leichtes Unterfangen, denn selbst im Rosmarin und Thymian sprach man zu später Stunde mit zuverlässiger Regelmäßigkeit über die Schande, die sich vor der Tür der hellen Stube abspielte – auch wenn man sich redlich bemühte, dort einen sicheren und vor allem sorgenfreien Hafen für jene zu schaffen, die wenig Freude an brennenden Frauen, hängenden Männern und geköpften Elfen fanden. Es waren auch nicht die Namen der Angeklagten gewesen, die auf einem abgegriffenen, dreckigen Zettel gestanden hatten, den Zoltan ihr vor zwei Tagen gezeigt hatte. Es war wieder einer der Träume gewesen, aus denen sie mit rasendem Herzen und schmerzenden Schläfen aufwachte. Einer der Träume, gemalt aus so präzisen und real scheinenden Bildern und Eindrücken, die zwangen, sie eben nicht als einfache Hirngespinste abzutun. Mal war es eine Feder, die ihr schmerzlich bewusst machte, dass es sich bei ihnen um ein Spiel von Philippa handelte. Mal ein Duft, der an sie erinnerte. Wie auch immer sie es tat – sie tat es verflucht gut.<br />
Fünf dieser Träume hatte sie seit ihrer Ankunft in Novigrad ignoriert. An diesem Morgen hatte sie das erste Mal den Mut fassen können, dem vermeintlichen Hinweis tatsächlich zu folgen. Noch immer war sie sich nicht sicher, worauf sie hoffte: Philippa endlich gegenüber zu stehen. Oder einfach in ihrer Naivität von ihr in die Irre gelockt worden zu sein. Sie hatte keinen Plan für den ersten Fall, weil es so wahnsinnig unwahrscheinlich sein würde, die verfolgte Zauberin an einem Ort wie diesem zu finden. Aber vielleicht würde es einen anderen Hinweis geben. Ein subtiles Zeichen. Vielleicht hatte Philippa sie auch nur hergelockt, um sie zu warnen. Ihr zu zeigen, was sie vielleicht irgendwie hätte verhindern können, wäre sie Philippa nur ein wenig treuer gefolgt.<br />
Das Geräusch des Strickes, der sich unter der Last eines Körpers klagend spannte, riss Saskia aus ihren Gedanken. Sie schluckte schwer beim Anblick des Halbelfen, dessen Glieder sich in einem aussichtslosen Kampf krampfhaft gegen den Erstickungstod wehrte. Sie wusste, dass ein guter Tod am Galgen ein gebrochenes Genick erforderte. Ihm hatte man diese Gnade mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegönnt. Wieder Beifall aus der Menge. Laute Rufe nach Gerechtigkeit. Es fühlte sich falsch an, zwischen ihnen zu stehen, den dummen Schafen, die ihrem Hirten hinterher blökten. Doch selbst Saskia, so jung sie war und die sich von Übereifer nicht freisprechen konnte, war sich ihrer unwichtigen Position im großen Ganzen mittlerweile bewusst geworden. Und auch wenn der Anblick des Gehängten schmerzte, wandte sie sich tatenlos, fast schon gleichgültig ab. Sollte Philippa die anstehende Verbrennung für ein Zeichen nutzen wollen, würde Saskia davon kein Zeuge werden. Sie brauchte keinen Scheiterhaufen, um sich von den vom frischen Abendhauch kalten Hände zu wärmen. Über die Schulter warf sie noch einen Blick auf die Menge, in die langsam Bewegung kam. Nicht alle der Anwesenden würden sich am großen Feuer wärmen wollen und so schloss sie sich dem langsam entstehenden Strom der Menschen zur Stadtmitte an, wartete geduldig mit gesenktem Blick auf eine Lücke in den Reihen und nestelte nachdenklich an den feinen Metallknöpfen der leichten, roten Jacke, die Rittersporn ihr aufgedrückt hatte – um besser ins Stadtbild zu passen. Im ersten Moment hatte sie sogar Gefallen an den goldenen Verzierungen an Kragen und Knopfleiste gefunden, mittlerweile fühlte sie sich schrecklich verkleidet und in ihrer so wertgeschätzten Bewegungsfreiheit beraubt – woran jedoch auch die dichte Menge, durch die sie sich nun langsam schob, wahrscheinlich einen großen Anteil hatte. Es dauerte drei, vier langsame Schritte voran, ehe sie die zwei Knöpfe am Kragen geöffnet hatte und erleichtert nach Luft rang. Die Bewegung kam ins Stocken, ein paar laute Rufe wenige Meter vor ihr ließen auf eine kleine Handgreiflichkeit schließen. Saskia widerstand dem kurzen Drang, doch noch einmal einen Blick zurück zu riskieren und heftete stattdessen ihr Augenmerk stur in den Nacken der Frau, die vor ihr ging und nun ebenfalls lautstark ihren Unmut über die Verzögerung äußerte. Der Tumult schien sich auszubreiten und nur wenige Momente später schob eine schwere Hand Saskia grob aus dem Weg, unter lautem Protest der Umstehenden, denen sie unweigerlich näherkam, als sie wollte. Eine Hand voll Wachen der Kirche schoben sich nun an ihr vorbei, während sie nach der nächstbesten Schulter griff, um nicht gänzlich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mit einem entschuldigenden Lächeln blickte sie zu dem alten Mann hinauf, der sie unterstützend am Arm gehalten hatte, bedankte sich mit einem matten aber freundlichen Lächeln. Zu viele Menschen hatten die Spur der Wachen genutzt, um sich weiter vor zu drängeln, als dass Saskia einen weiteren Versuch startete, den Platz auf diesem Weg zu verlassen. Kurzerhand wandte sie sich nach rechts, drückte sich mit leisen Entschuldigungen und beschwichtigenden Gesten an den noch verbleibenden Leuten vorbei und hielt auf eine kleine Gasse zu, die ihr zwar einen Umweg aber offenbar freie Wege bescheren würde. Doch sie kam nicht weit.<br />
<br />
Das Profil des Mannes für einen Bruchteil eines Augenblickes im Vorbeigehen zu registrieren hatte ausgereicht, dass sich Saskias Arm noch im Vorbeigehen, eigentlich schon einen Schritt an ihm vorbei, nach ihm ausstreckte. Noch während sie ihm den Rücken zuwandte, die Bewegung gen Gasse stoppte, legte sich ihre Linke um sein Handgelenk und der Schwung, der unweigerlich entstand, als sie sich zu ihm drehte, zwang ihn wohl oder über dazu, ihr einen halben Schritt entgegen zu kommen. „Was machst du hier?“ Sowohl aus ihren Augen als auch ihren fast geflüsterten Worten sprach eine deutliche Fassungslosigkeit. Doch bereits im nächsten Augenblick breitete sich der Ausdruck schmerzlicher, stechender Erkenntnis aus, die sich ebenfalls im noch festeren Griff um das Handgelenk äußerte. Ein unerbittliches Heben ihres Armes vor die eigene Körpermitte zwang Drazan auch die letzte Distanz zwischen ihnen zu überwinden. „Hat sie dich geschickt?“ Ihre Stimme bebte, brüchig unter einer Mischung aus plötzlicher, purer Angst und einer leisen Hoffnung, dass ihre Vermutung, die sie bereits vor dem ersten richtigen Blickkontakt mit ihm gefällt hatte, falsch war. Er kannte sie mittlerweile wahrscheinlich gut genug, um die Hitze, die sich von ihren Fingern aus auf seiner Haut ausbreitete, nicht zu ignorieren. Noch immer lockerte sich der Griff nicht – auch wenn es nun weniger aus Angst war, dass er ihr entkommen würde, sondern um sich selbst festzuhalten, dem Gefühl, den nachgebenden Knien folgen zu müssen, entgegen zu wirken. Ihn hier zu treffen, an diesem Abend, war unter keinen Umständen ein glücklicher Zufall. „Du dürftest gar nicht hier sein.“ Ihre Worte waren leise, vielleicht zu leise, dass er sie überhaupt hören konnte und zwischen allen bitteren Gefühlen, die sich flau in ihrer Magengegend niederschlugen, schwang sogar so etwas wie Sorge in ihrem Blick, der sich nun vergewisserte, dass sie sich nicht täuschte und es tatsächlich Drazan Ehrendorn war, den sie an sich gezogen hatte und der sich bei allen alten Göttern überall aufhalten sollte – aber nicht Mitten in Novigrad.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[IT COMES AND GOES IN WAVES<br />
it always runs back but it's never quite the same<br />
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Hier, zwischen all den Menschen, fiel sie nicht auf. Zwischen halbstarken Kindern, Frauen und Männern, im Schatten der Häuser, die zu dieser Stunde auf dem Platz lagen, war sie nicht von den einfachen Bürgern Novigrads zu unterscheiden. Sie war nicht die Einzige, die mit starrer Miene zum Galgen hinaufblickte, an dem schon bald ein junger Mann von kaum mehr als zwanzig Jahren hoffnungslos hängen würde. Saskia hatte zwischen all den johlenden Stimmen, Zwischenrufen und allgemeinen Wortwechseln nicht verstanden, wofür man ihn hängen würde. Doch die Menge hatte dem Richter, einem hageren Mann mittleren Alters, gebührenden Beifall gezollt, als er das Urteil verkündet hatte. Es gab zu viele Taten, die in Novigrad mit öffentlichen Hinrichtungen getadelt wurden, als dass Saskia auch nur eine vage Vermutung hatte anstellen können. Auf einen kurzen Blick des Verurteilten zum Himmel hinauf, hätte man sich einbilden können, einen Blick auf spitze Ohren unter braunem Haar erhascht zu haben. Sie senkte den Blick, presste kurz die Kiefer aufeinander und trat vorsichtig einen Schritt zurück, um zwei jungen Mädchen Platz zu machen, die sich durch die Reihen der Schaulustigen drängten, um besser sehen zu können und näher an den Scheiterhaufen zu kommen, der nur wenige Meter vom Galgen aufgestapelt worden war und auf die nächste Urteilsverkündung wartete.<br />
Es war nicht die Sensationsgier gewesen, die Saskia hergebracht hatte. Sie hatte sich bemüht, genau solchen Großereignissen in den zwei Wochen, die sie bisher in Novigrad verweilte, aus dem Weg zu gehen, große Plätze gemieden und sich auch von Gesprächen, die von Scheiterhaufen und Henkerwerk handelten, ferngehalten. Kein leichtes Unterfangen, denn selbst im Rosmarin und Thymian sprach man zu später Stunde mit zuverlässiger Regelmäßigkeit über die Schande, die sich vor der Tür der hellen Stube abspielte – auch wenn man sich redlich bemühte, dort einen sicheren und vor allem sorgenfreien Hafen für jene zu schaffen, die wenig Freude an brennenden Frauen, hängenden Männern und geköpften Elfen fanden. Es waren auch nicht die Namen der Angeklagten gewesen, die auf einem abgegriffenen, dreckigen Zettel gestanden hatten, den Zoltan ihr vor zwei Tagen gezeigt hatte. Es war wieder einer der Träume gewesen, aus denen sie mit rasendem Herzen und schmerzenden Schläfen aufwachte. Einer der Träume, gemalt aus so präzisen und real scheinenden Bildern und Eindrücken, die zwangen, sie eben nicht als einfache Hirngespinste abzutun. Mal war es eine Feder, die ihr schmerzlich bewusst machte, dass es sich bei ihnen um ein Spiel von Philippa handelte. Mal ein Duft, der an sie erinnerte. Wie auch immer sie es tat – sie tat es verflucht gut.<br />
Fünf dieser Träume hatte sie seit ihrer Ankunft in Novigrad ignoriert. An diesem Morgen hatte sie das erste Mal den Mut fassen können, dem vermeintlichen Hinweis tatsächlich zu folgen. Noch immer war sie sich nicht sicher, worauf sie hoffte: Philippa endlich gegenüber zu stehen. Oder einfach in ihrer Naivität von ihr in die Irre gelockt worden zu sein. Sie hatte keinen Plan für den ersten Fall, weil es so wahnsinnig unwahrscheinlich sein würde, die verfolgte Zauberin an einem Ort wie diesem zu finden. Aber vielleicht würde es einen anderen Hinweis geben. Ein subtiles Zeichen. Vielleicht hatte Philippa sie auch nur hergelockt, um sie zu warnen. Ihr zu zeigen, was sie vielleicht irgendwie hätte verhindern können, wäre sie Philippa nur ein wenig treuer gefolgt.<br />
Das Geräusch des Strickes, der sich unter der Last eines Körpers klagend spannte, riss Saskia aus ihren Gedanken. Sie schluckte schwer beim Anblick des Halbelfen, dessen Glieder sich in einem aussichtslosen Kampf krampfhaft gegen den Erstickungstod wehrte. Sie wusste, dass ein guter Tod am Galgen ein gebrochenes Genick erforderte. Ihm hatte man diese Gnade mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegönnt. Wieder Beifall aus der Menge. Laute Rufe nach Gerechtigkeit. Es fühlte sich falsch an, zwischen ihnen zu stehen, den dummen Schafen, die ihrem Hirten hinterher blökten. Doch selbst Saskia, so jung sie war und die sich von Übereifer nicht freisprechen konnte, war sich ihrer unwichtigen Position im großen Ganzen mittlerweile bewusst geworden. Und auch wenn der Anblick des Gehängten schmerzte, wandte sie sich tatenlos, fast schon gleichgültig ab. Sollte Philippa die anstehende Verbrennung für ein Zeichen nutzen wollen, würde Saskia davon kein Zeuge werden. Sie brauchte keinen Scheiterhaufen, um sich von den vom frischen Abendhauch kalten Hände zu wärmen. Über die Schulter warf sie noch einen Blick auf die Menge, in die langsam Bewegung kam. Nicht alle der Anwesenden würden sich am großen Feuer wärmen wollen und so schloss sie sich dem langsam entstehenden Strom der Menschen zur Stadtmitte an, wartete geduldig mit gesenktem Blick auf eine Lücke in den Reihen und nestelte nachdenklich an den feinen Metallknöpfen der leichten, roten Jacke, die Rittersporn ihr aufgedrückt hatte – um besser ins Stadtbild zu passen. Im ersten Moment hatte sie sogar Gefallen an den goldenen Verzierungen an Kragen und Knopfleiste gefunden, mittlerweile fühlte sie sich schrecklich verkleidet und in ihrer so wertgeschätzten Bewegungsfreiheit beraubt – woran jedoch auch die dichte Menge, durch die sie sich nun langsam schob, wahrscheinlich einen großen Anteil hatte. Es dauerte drei, vier langsame Schritte voran, ehe sie die zwei Knöpfe am Kragen geöffnet hatte und erleichtert nach Luft rang. Die Bewegung kam ins Stocken, ein paar laute Rufe wenige Meter vor ihr ließen auf eine kleine Handgreiflichkeit schließen. Saskia widerstand dem kurzen Drang, doch noch einmal einen Blick zurück zu riskieren und heftete stattdessen ihr Augenmerk stur in den Nacken der Frau, die vor ihr ging und nun ebenfalls lautstark ihren Unmut über die Verzögerung äußerte. Der Tumult schien sich auszubreiten und nur wenige Momente später schob eine schwere Hand Saskia grob aus dem Weg, unter lautem Protest der Umstehenden, denen sie unweigerlich näherkam, als sie wollte. Eine Hand voll Wachen der Kirche schoben sich nun an ihr vorbei, während sie nach der nächstbesten Schulter griff, um nicht gänzlich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mit einem entschuldigenden Lächeln blickte sie zu dem alten Mann hinauf, der sie unterstützend am Arm gehalten hatte, bedankte sich mit einem matten aber freundlichen Lächeln. Zu viele Menschen hatten die Spur der Wachen genutzt, um sich weiter vor zu drängeln, als dass Saskia einen weiteren Versuch startete, den Platz auf diesem Weg zu verlassen. Kurzerhand wandte sie sich nach rechts, drückte sich mit leisen Entschuldigungen und beschwichtigenden Gesten an den noch verbleibenden Leuten vorbei und hielt auf eine kleine Gasse zu, die ihr zwar einen Umweg aber offenbar freie Wege bescheren würde. Doch sie kam nicht weit.<br />
<br />
Das Profil des Mannes für einen Bruchteil eines Augenblickes im Vorbeigehen zu registrieren hatte ausgereicht, dass sich Saskias Arm noch im Vorbeigehen, eigentlich schon einen Schritt an ihm vorbei, nach ihm ausstreckte. Noch während sie ihm den Rücken zuwandte, die Bewegung gen Gasse stoppte, legte sich ihre Linke um sein Handgelenk und der Schwung, der unweigerlich entstand, als sie sich zu ihm drehte, zwang ihn wohl oder über dazu, ihr einen halben Schritt entgegen zu kommen. „Was machst du hier?“ Sowohl aus ihren Augen als auch ihren fast geflüsterten Worten sprach eine deutliche Fassungslosigkeit. Doch bereits im nächsten Augenblick breitete sich der Ausdruck schmerzlicher, stechender Erkenntnis aus, die sich ebenfalls im noch festeren Griff um das Handgelenk äußerte. Ein unerbittliches Heben ihres Armes vor die eigene Körpermitte zwang Drazan auch die letzte Distanz zwischen ihnen zu überwinden. „Hat sie dich geschickt?“ Ihre Stimme bebte, brüchig unter einer Mischung aus plötzlicher, purer Angst und einer leisen Hoffnung, dass ihre Vermutung, die sie bereits vor dem ersten richtigen Blickkontakt mit ihm gefällt hatte, falsch war. Er kannte sie mittlerweile wahrscheinlich gut genug, um die Hitze, die sich von ihren Fingern aus auf seiner Haut ausbreitete, nicht zu ignorieren. Noch immer lockerte sich der Griff nicht – auch wenn es nun weniger aus Angst war, dass er ihr entkommen würde, sondern um sich selbst festzuhalten, dem Gefühl, den nachgebenden Knien folgen zu müssen, entgegen zu wirken. Ihn hier zu treffen, an diesem Abend, war unter keinen Umständen ein glücklicher Zufall. „Du dürftest gar nicht hier sein.“ Ihre Worte waren leise, vielleicht zu leise, dass er sie überhaupt hören konnte und zwischen allen bitteren Gefühlen, die sich flau in ihrer Magengegend niederschlugen, schwang sogar so etwas wie Sorge in ihrem Blick, der sich nun vergewisserte, dass sie sich nicht täuschte und es tatsächlich Drazan Ehrendorn war, den sie an sich gezogen hatte und der sich bei allen alten Göttern überall aufhalten sollte – aber nicht Mitten in Novigrad.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[closed] Dragonslayer & Dragonexplorer]]></title>
			<link>https://thesquare.silverandsteel.de/thread-14.html</link>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 20:14:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://thesquare.silverandsteel.de/member.php?action=profile&uid=13">Drazan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://thesquare.silverandsteel.de/thread-14.html</guid>
			<description><![CDATA[Es ist nur einige Stunden her, seit die Truppen aus dem Süden über Vergen geflutet sind wie eine Welle aus Tod und Niedergang. Es war relativ hoffnungslos für die Truppen welche ohne die große goldene Sonne Nilfgaards auf der Brust kämpfen mussten. Drazan nahm an der Schlacht nur sehr passiv teil, schmiss das nötigste an Zerstörung mit gebürtigem Abstand in die feindlichen Reihen während er auf eine Gelegenheit lauerte, die ihm einige Tage zuvor per Mitteilung angekündigt wurde. Einen echten Drachen zu sehen, vielleicht sogar zu fangen. Es dauerte nicht lange, bis ein unmenschliches Brüllen über dem Schlachtfeld erhob und kurzerhand die Soldaten von einem gigantischen feuerspeienden Ungetüm überschattet sagen. Etwas, dass im Gegensatz zu diesem tölpelhaften Mord und Totschlag wirklich einmal das Interesse von Drazan wecken konnte. Er hatte sich mit einem magischen Schildzauber vor dem gröbsten gerettet, auch wenn er schwören könnte seine Robe wurde dennoch etwas angesengt, hatte sich die bereits vorher darüber informierten erfahrensten Magier aus seiner Gruppe geschnappt und sich durch die Menge gekämpft. Immer dem Feuer hinterher. Die Schlacht gewannen sie logischerweise trotzdem, war es doch fast unmöglich für die wankenden Königreiche die Kriegsmaschinerie des Kaisers aufzuhalten. Nachdem Drazan und seine Magier einige Zauber auf den Drachen geworfen hatten, schien er tatsächlich Probleme mit dem fliegen zu bekommen und die Gruppe machte sich auf den Weg, das Wesen in den Bergen zu ergreifen.<br />
<br />
Der Kampf war mittlerweile geschlagen, die letzten Überlebenden aufgeschlitzt und die wichtigsten Wertgegenstände geplündert, die schönste Frauen missbraucht. Er hatte sich das elend kurz angesehen, als er auf dem Weg zurück dem Kommandanten dieses Angriffes kurz darüber informierte, dass er die Jungfrau von Aedirn in seiner Gewalt hatte. Das sie ein Drache war verschwieg er dabei und informierte ihn gleichzeitig, sie für den Moment in seiner Obhut zu bewahren. Schließlich hatte sie eine ganz besondere Position und der Kaiser würde sicherlich nicht wollen, sie dem gemeinen Pöbel zu überlassen. Er wusste sehr genau, wie weit er mit seiner Rolle als vermutlich erfolgreichster Militärzauberer gehen konnte ohne den Kommandanten zu sehr auf die Füße zu treten. Für den Moment würden sie in Vergen verbleiben, es würde dauern bis sich die Soldaten ausgeruht hatten und das nächste Ziel in Aedirn überrollen konnten. Wäre dies wenigstens eine vernünftige Stadt hätte er damit ja kein Problem doch langeweilte ihn das Ambiente und allzu sehr interessantes gab es nichts, außer die Minen, welche unbedingt verschlossen werden müssen bevor sich eine Katastrophe aus Untoten anbahnt. Er hatte also mehr als genug Zeit sich um seinen neuen Gast zu kümmern. Es war früher Vormittag, als er nach den üblichen Besprechungen in sein Zelt gestapft kam. Er hatte bis jetzt noch nicht wirklich Zeit gehabt, endlich seine Kleidung zu reinigen – oder die angesengten Stellen ausbessern zu lassen. Er sah aus wie der reinste Tyrann! Gekleidet in schwarzen Stoff verstärkt mit schwarzen Ledern, die silberne Sonne des Reiches auf dem Umhang und auf der Brust. Alles nicht gerade die besten Voraussetzungen, aber er vermutete Saskia war gewiss schlimmere Anblicke gewohnt. Er hatte an sein – bis dahin sowieso viel zu aufgeblähtes Zelt – schlicht und ergreifend noch eine weitere Stoffbehausung anbauen lassen, in welcher die Zelle versteckt war. Es war keineswegs die triste, unbequeme Version einer Gefangenschaft mit der man sicherlich fest rechnete, sollte man jemals in die Hände der Schwarzen gelangen. Stattdessen waren, wenn auch etwas karg, die nötigsten Dinge dort die man zum Leben brauchte und die man sich so wünschte. Bett, Waschgelegenheit – nicht die Notwendigkeit in ein Erdloch….nun, jedenfalls war es recht schick. Trotz der eher dünnen Gitterstäbe war es abgesichert, wenn auch nicht auf die Weise die man herkömmlich für so etwas benutzte. Er hatte bereits vor der Gefangenschaft angeordnet, nach dem besten Wissen Schutzzauber, magische Fallen und was man sich sonst noch ausdenken konnte einzubauen um nichts herein oder heraus zu lassen, dass nicht offiziell so gewollt war. Auch gegen Verwandlung hat er höchstpersönlich Vorkehrungen getroffen, auch wenn er wirklich hoffte das Dimeritium würde das für ihn erledigen. Er hatte wirklich keine Ahnung, wie man einen Drachen davon abhielt sich zu verwandeln – es gab die Standartzauber, aber im Großen und Ganzen…ein völlig neues Gebiet!<br />
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Er betrat schließlich ohne Umhang und in zumindest mit einem feuchten Tuch gereinigtem Zustand das Zelt, in welchem er das Monster der gestrigen Nacht und die Jungfrau von Aedirn festhielt. Er stellte eine kleine Kiste in den Raum ab, welche er mit sich mitgeschleppt hatte. „Endlich…“, ächzte er leicht genervt als er das Ding abstellte. Es war nicht ganz offensichtlich, ob der Weg bis ins Zelt einfach viel zu anstrengend war mit dem eigentlich nicht schwer aussehenden Holzkasten, oder ob er irgendetwas anderes meinte. Seiner Gefangen würdigte er dabei keines Blickes, jedenfalls noch nicht. Stattdessen öffnete er den Holzkasten, in dem einiges an unsagbaren Gerümpel zu finden war – allen voran sein Notizbuch in welchem er bereits auf einer frischen Seite eine dicke Überschrift gesetzt hatte: Drache. „Ich hoffe, man hat euch mittlerweile etwas zum anziehen gebracht. Ich hatte es jedenfalls angeordnet…“, sprach er sie nun endlich direkt an. Charmant. Kein Hallo, keine Vorstellung. Gar nichts. Mit dem Kopf in der Truhe verschwunden, sprach er weiter. „Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass wir euch in den Bergen gefunden haben. Auch wenn es nicht…nun unbedingt so aussieht. Wir haben gemeinsame Freunde, denen ich eure Unversehrtheit zugesagt habe. Allerdings habe ich keinesfalls eingewilligt, an euch keine Forschungen anzustellen. Es…nun, ihr müsst verstehen, dass ihr einfach furchtbar besonders seid.“ Erst jetzt hebt er den Kopf aus der Kiste, stellt sich gerade auf und kommt einen Schritt näher. „Und bei all dem Chaos den ihr gestern angestellt habt, würde ich euch empfehlen, den Umstand das ihr besonders seid strengstens geheim zu halten.“ Auch etwas, wofür er gesorgt hat. Sollte doch niemand hören, was sie hier besprechen würden. „Also…die Jungfrau von Aedirn, Saskia, die Drachentöterin…das sind alles furchtbar untypische Namen für ein fliegendes Monster, findet ihr nicht? Ihr habt sicherlich einen passenderen, da bin ich mir sicher.“ Taktlos wie er nun mal war, konnte man doch eine gewisse Neugier aus seinen Worten hören. Auch wenn eine gewisse Süffisanz mitklang, von der man sich nicht sicher sein konnte ob sie nun aus dem Umstand überleben zu sein resultierte, aus Arroganz oder aus Freude an einem neuen Forschungsobjekt. Jedenfalls war noch kein Foltermeister in Sicht!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es ist nur einige Stunden her, seit die Truppen aus dem Süden über Vergen geflutet sind wie eine Welle aus Tod und Niedergang. Es war relativ hoffnungslos für die Truppen welche ohne die große goldene Sonne Nilfgaards auf der Brust kämpfen mussten. Drazan nahm an der Schlacht nur sehr passiv teil, schmiss das nötigste an Zerstörung mit gebürtigem Abstand in die feindlichen Reihen während er auf eine Gelegenheit lauerte, die ihm einige Tage zuvor per Mitteilung angekündigt wurde. Einen echten Drachen zu sehen, vielleicht sogar zu fangen. Es dauerte nicht lange, bis ein unmenschliches Brüllen über dem Schlachtfeld erhob und kurzerhand die Soldaten von einem gigantischen feuerspeienden Ungetüm überschattet sagen. Etwas, dass im Gegensatz zu diesem tölpelhaften Mord und Totschlag wirklich einmal das Interesse von Drazan wecken konnte. Er hatte sich mit einem magischen Schildzauber vor dem gröbsten gerettet, auch wenn er schwören könnte seine Robe wurde dennoch etwas angesengt, hatte sich die bereits vorher darüber informierten erfahrensten Magier aus seiner Gruppe geschnappt und sich durch die Menge gekämpft. Immer dem Feuer hinterher. Die Schlacht gewannen sie logischerweise trotzdem, war es doch fast unmöglich für die wankenden Königreiche die Kriegsmaschinerie des Kaisers aufzuhalten. Nachdem Drazan und seine Magier einige Zauber auf den Drachen geworfen hatten, schien er tatsächlich Probleme mit dem fliegen zu bekommen und die Gruppe machte sich auf den Weg, das Wesen in den Bergen zu ergreifen.<br />
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Der Kampf war mittlerweile geschlagen, die letzten Überlebenden aufgeschlitzt und die wichtigsten Wertgegenstände geplündert, die schönste Frauen missbraucht. Er hatte sich das elend kurz angesehen, als er auf dem Weg zurück dem Kommandanten dieses Angriffes kurz darüber informierte, dass er die Jungfrau von Aedirn in seiner Gewalt hatte. Das sie ein Drache war verschwieg er dabei und informierte ihn gleichzeitig, sie für den Moment in seiner Obhut zu bewahren. Schließlich hatte sie eine ganz besondere Position und der Kaiser würde sicherlich nicht wollen, sie dem gemeinen Pöbel zu überlassen. Er wusste sehr genau, wie weit er mit seiner Rolle als vermutlich erfolgreichster Militärzauberer gehen konnte ohne den Kommandanten zu sehr auf die Füße zu treten. Für den Moment würden sie in Vergen verbleiben, es würde dauern bis sich die Soldaten ausgeruht hatten und das nächste Ziel in Aedirn überrollen konnten. Wäre dies wenigstens eine vernünftige Stadt hätte er damit ja kein Problem doch langeweilte ihn das Ambiente und allzu sehr interessantes gab es nichts, außer die Minen, welche unbedingt verschlossen werden müssen bevor sich eine Katastrophe aus Untoten anbahnt. Er hatte also mehr als genug Zeit sich um seinen neuen Gast zu kümmern. Es war früher Vormittag, als er nach den üblichen Besprechungen in sein Zelt gestapft kam. Er hatte bis jetzt noch nicht wirklich Zeit gehabt, endlich seine Kleidung zu reinigen – oder die angesengten Stellen ausbessern zu lassen. Er sah aus wie der reinste Tyrann! Gekleidet in schwarzen Stoff verstärkt mit schwarzen Ledern, die silberne Sonne des Reiches auf dem Umhang und auf der Brust. Alles nicht gerade die besten Voraussetzungen, aber er vermutete Saskia war gewiss schlimmere Anblicke gewohnt. Er hatte an sein – bis dahin sowieso viel zu aufgeblähtes Zelt – schlicht und ergreifend noch eine weitere Stoffbehausung anbauen lassen, in welcher die Zelle versteckt war. Es war keineswegs die triste, unbequeme Version einer Gefangenschaft mit der man sicherlich fest rechnete, sollte man jemals in die Hände der Schwarzen gelangen. Stattdessen waren, wenn auch etwas karg, die nötigsten Dinge dort die man zum Leben brauchte und die man sich so wünschte. Bett, Waschgelegenheit – nicht die Notwendigkeit in ein Erdloch….nun, jedenfalls war es recht schick. Trotz der eher dünnen Gitterstäbe war es abgesichert, wenn auch nicht auf die Weise die man herkömmlich für so etwas benutzte. Er hatte bereits vor der Gefangenschaft angeordnet, nach dem besten Wissen Schutzzauber, magische Fallen und was man sich sonst noch ausdenken konnte einzubauen um nichts herein oder heraus zu lassen, dass nicht offiziell so gewollt war. Auch gegen Verwandlung hat er höchstpersönlich Vorkehrungen getroffen, auch wenn er wirklich hoffte das Dimeritium würde das für ihn erledigen. Er hatte wirklich keine Ahnung, wie man einen Drachen davon abhielt sich zu verwandeln – es gab die Standartzauber, aber im Großen und Ganzen…ein völlig neues Gebiet!<br />
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Er betrat schließlich ohne Umhang und in zumindest mit einem feuchten Tuch gereinigtem Zustand das Zelt, in welchem er das Monster der gestrigen Nacht und die Jungfrau von Aedirn festhielt. Er stellte eine kleine Kiste in den Raum ab, welche er mit sich mitgeschleppt hatte. „Endlich…“, ächzte er leicht genervt als er das Ding abstellte. Es war nicht ganz offensichtlich, ob der Weg bis ins Zelt einfach viel zu anstrengend war mit dem eigentlich nicht schwer aussehenden Holzkasten, oder ob er irgendetwas anderes meinte. Seiner Gefangen würdigte er dabei keines Blickes, jedenfalls noch nicht. Stattdessen öffnete er den Holzkasten, in dem einiges an unsagbaren Gerümpel zu finden war – allen voran sein Notizbuch in welchem er bereits auf einer frischen Seite eine dicke Überschrift gesetzt hatte: Drache. „Ich hoffe, man hat euch mittlerweile etwas zum anziehen gebracht. Ich hatte es jedenfalls angeordnet…“, sprach er sie nun endlich direkt an. Charmant. Kein Hallo, keine Vorstellung. Gar nichts. Mit dem Kopf in der Truhe verschwunden, sprach er weiter. „Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass wir euch in den Bergen gefunden haben. Auch wenn es nicht…nun unbedingt so aussieht. Wir haben gemeinsame Freunde, denen ich eure Unversehrtheit zugesagt habe. Allerdings habe ich keinesfalls eingewilligt, an euch keine Forschungen anzustellen. Es…nun, ihr müsst verstehen, dass ihr einfach furchtbar besonders seid.“ Erst jetzt hebt er den Kopf aus der Kiste, stellt sich gerade auf und kommt einen Schritt näher. „Und bei all dem Chaos den ihr gestern angestellt habt, würde ich euch empfehlen, den Umstand das ihr besonders seid strengstens geheim zu halten.“ Auch etwas, wofür er gesorgt hat. Sollte doch niemand hören, was sie hier besprechen würden. „Also…die Jungfrau von Aedirn, Saskia, die Drachentöterin…das sind alles furchtbar untypische Namen für ein fliegendes Monster, findet ihr nicht? Ihr habt sicherlich einen passenderen, da bin ich mir sicher.“ Taktlos wie er nun mal war, konnte man doch eine gewisse Neugier aus seinen Worten hören. Auch wenn eine gewisse Süffisanz mitklang, von der man sich nicht sicher sein konnte ob sie nun aus dem Umstand überleben zu sein resultierte, aus Arroganz oder aus Freude an einem neuen Forschungsobjekt. Jedenfalls war noch kein Foltermeister in Sicht!]]></content:encoded>
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