23.10.2021, 22:36
Auf den feinen Zügen der Zauberin zeigte sich nur ein leichtes Schmunzeln, als der Hexer über die Wiedereröffnung der Hexerschulen sprach. Sicher wusste sie nicht viel über die Mutanten und deren Alltag, doch von diesen Schulen hatte sie durchaus gehört – und wusste, dass die jüngsten ausgebildeten Hexer allesamt wesentlich älter waren als sie selbst. Die Schulen waren nicht gewaltsam aufgelöst worden, wie Aretusa, doch ein langsames Aussterben führte letztendlich zu einem sehr ähnlichen Ergebnis. Daher fand sie es fast schon lobenswert, dass sich der Hexer so eine Option offen hielt und hätte, so denn ihr ein solch talentierter Junge tatsächlich einmal über den Weg laufen würde, eine Vermittlung an ihn durchaus in Erwägung gezogen, in ihren Augen gab es nämlich durchaus schlechtere Schicksale, als Hexer zu werden. Die konnten immerhin lesen und schreiben und letztendlich ganz gut auf sich allein aufpassen, was man von den meisten einfachen Bauern kaum behaupten konnte. Als er dann zurück zum eigentlichen Thema kam, nickte sie leicht – mit einem Katakan wäre sie durchaus zufrieden. Seine Aufzählung der nötigen Ressourcen ließ sie nachdenklich die Augenbrauen zusammenziehen, er wusste genauso gut wie sie, dass sie sich nicht in einer Region aufhielten, in der es solche Mittelchen im Überfluss gab – zumindest hätte sie aus dem Stehgreif niemanden in Reichweite gewusst, bei dem sie spontan vorbeischauen und großzügig hätte Geld gegen nützliche Ware hätte eintauschen können. Bei der Erwähnung von Igni fuhr ihre Zungenspitze kurz über die Unterlippe – für ihn vielleicht ganz unabhängig, zufällig. Für sie war es jedoch die zweifelhafte Aussicht, sich gegebenenfalls, unter blöden Umständen, mal wieder mit unkontrolliertem Feuer auseinanderzusetzen. Und, bei aller Liebe, waren die Hexer nun nicht für ihre präzisen und immer kontrollierten Einsätze der Zeichen bekannt. Im Vergleich waren sie doch eher die Rammböcke und nicht die filigranen Künstler. Feuer. Warum immer wieder dieses vermaledeite Feuer? Sein Vergleich mit Brenna stimmte sie nicht viel hoffnungsvoller und ließ sie die Lippen zu einem wenig begeisterten Lächeln verziehen. Sicher hatte Elsbeth selbst irgendwie geahnt, worauf sie sich einließ, doch das Bild von zerrissenen und am besten noch brennenden Körpern – vor allem ihrem eigenen – hatte ihr Geist bisher konsequent eben nicht gezeichnet.
Sie hoffte inständig, dass der Hexer sich bewusst war, dass sie zur Auszahlung der Sechshundert am Leben bleiben musste und er daher ein durchaus gesteigertes Interesse an ihrer Unversehrtheit haben sollte. Sie war kurz versucht, ihm noch aufzuzählen, wie viel Abzug sie für jede Macke an sich selbst veranschlagen würde, seine Zustimmung zur Vereinbarung jedoch ließ sie schweigen und aller Unklarheiten über Details zum Trotz sichtlich erleichtert nicken. „Das freut mich.“, meinte sie dann mit ernstem Tonfall aus dem wenig tatsächliche Freude herauszuhören war, während sich ihre Gedanken an zerrissenen Kadavern und lodernden Flammen festbissen, was seine folgenden Worte nicht wesentlich besser machten. Aber immerhin: kein Blut. Das machte die Vorstellung ein bisschen leichter. Nicht.
Elsbeth schluckte schwer und griff nun tatsächlich das erste Mal nach ihrem Weinkrug, um auch etwas aus ihm zu trinken und nicht nur als Ablenkung hin und her zu schieben und nippte dennoch vorsichtig, als hätte sie Angst, dass ihr Magen ihr direkt zeigen würde, was er von ihrer kreativen Vorstellungskraft in Verbindung mit dem bedenklich roten Gesöff hielt. Bei der Erwähnung ihrer „magischen Lauscher“ hob sie schließlich fast vorwurfsvoll eine Augenbraue und drehte nun wieder den Weinkrug zwischen den Fingern. Immerhin schien das versprochene Gold eine gewisse Motivation in ihm geweckt zu haben, was ihr durchaus gelegen kam. Sie selbst schob unangenehme Dinge – und diese Aktion würde unangenehm werden, da war sie sich ziemlich sicher – ungern auf und verfolgte eher das Prinzip „Augen zu und durch“, sodass sie sich tatsächlich grämte, dass keine Informationen, die sie so in Petto hatte, eben von zerfledderten, blutleeren Leichen handelten. „Offenbar bewege ich mich in zu vorsichtigen oder behüteten Kreisen, als dass mir aktuelle Fälle von deinen eben beschriebenen Gräueltaten in der Umgebung irgendwie bekannt sind.“, gestand sie dann und war über die ausgesprochene Tatsache nicht wirklich unglücklich. Sie blickte für einen Moment auf den leeren Metkrug, verzichtete jedoch auf eine entsprechende Geste zur Schankdame, denn eigentlich war es ihr ganz lieb, wenn sie keine weiteren Gruselgeschichten mehr hören würde. Stattdessen griff sie in ihre Manteltasche und legte eine halbwegs großzügige Bezahlung an die Kante des Tisches, von der sie sich erhoffte, dass sie auch ein wenig Verschwiegenheit wert war. „Ich vertraue den Leuten hier nicht, aber sie sind halbwegs zuverlässig und finden ihre Wege, um Nachrichten zu überbringen.“, meinte sie dann mit gesenkter Stimme und blickte den Hexer nun direkt an, auch wenn es ihr schwer fiel, den Anblick der gelben, fremd wirkenden Augen zu ertragen. „Lass mich wissen, was du brauchst, und ich werde sehen, was ich besorgen kann.“ Versprechen wollte sie in dieser Hinsicht nichts, immerhin nützte es Beiden nichts, wenn sie die Aufmerksamkeit der Hexenjäger oder anderen Gestalten auf sich zog. Mit einem abschließenden Nicken rückte sie dann den Stuhl ein wenig zurück und erhob sich, rückte den Kragen des Mantels zurecht und ließ das zusammengefaltete Papier wieder in der Tasche verschwinden, aus der sie es gezogen hatte. "Die Anzahlung kannst du dir heute Abend bei der Succubus abholen, die hier arbeitet. Sie hat einen, sagen wir, simplen Verstand, hat jedoch den Ruf ihre Aufträge gewissenhaft zu erledigen." Ein flüchtiges, amüsiertes Zucken der Mundwinkel unterbrach ihre Erklärung. "Sollte etwas fehlen oder man behaupten, man wüsste nicht, worum es geht: nimm' dir ihren hübschen Kopf, der dürfte in Novigrad ähnlich viel Wert sein." Um die fehlende Höflichkeit und Etikette der Begrüßung aufzuholen, die die gelungene Vereinbarung ihr nun doch wert war, trat sie doch noch die wenigen Schritte um den Tisch an die Seite des Hexers und streckte ihm nun die schmale Hand entgegen. „Auf ein schnelles Wiedersehen.“
Sie hoffte inständig, dass der Hexer sich bewusst war, dass sie zur Auszahlung der Sechshundert am Leben bleiben musste und er daher ein durchaus gesteigertes Interesse an ihrer Unversehrtheit haben sollte. Sie war kurz versucht, ihm noch aufzuzählen, wie viel Abzug sie für jede Macke an sich selbst veranschlagen würde, seine Zustimmung zur Vereinbarung jedoch ließ sie schweigen und aller Unklarheiten über Details zum Trotz sichtlich erleichtert nicken. „Das freut mich.“, meinte sie dann mit ernstem Tonfall aus dem wenig tatsächliche Freude herauszuhören war, während sich ihre Gedanken an zerrissenen Kadavern und lodernden Flammen festbissen, was seine folgenden Worte nicht wesentlich besser machten. Aber immerhin: kein Blut. Das machte die Vorstellung ein bisschen leichter. Nicht.
Elsbeth schluckte schwer und griff nun tatsächlich das erste Mal nach ihrem Weinkrug, um auch etwas aus ihm zu trinken und nicht nur als Ablenkung hin und her zu schieben und nippte dennoch vorsichtig, als hätte sie Angst, dass ihr Magen ihr direkt zeigen würde, was er von ihrer kreativen Vorstellungskraft in Verbindung mit dem bedenklich roten Gesöff hielt. Bei der Erwähnung ihrer „magischen Lauscher“ hob sie schließlich fast vorwurfsvoll eine Augenbraue und drehte nun wieder den Weinkrug zwischen den Fingern. Immerhin schien das versprochene Gold eine gewisse Motivation in ihm geweckt zu haben, was ihr durchaus gelegen kam. Sie selbst schob unangenehme Dinge – und diese Aktion würde unangenehm werden, da war sie sich ziemlich sicher – ungern auf und verfolgte eher das Prinzip „Augen zu und durch“, sodass sie sich tatsächlich grämte, dass keine Informationen, die sie so in Petto hatte, eben von zerfledderten, blutleeren Leichen handelten. „Offenbar bewege ich mich in zu vorsichtigen oder behüteten Kreisen, als dass mir aktuelle Fälle von deinen eben beschriebenen Gräueltaten in der Umgebung irgendwie bekannt sind.“, gestand sie dann und war über die ausgesprochene Tatsache nicht wirklich unglücklich. Sie blickte für einen Moment auf den leeren Metkrug, verzichtete jedoch auf eine entsprechende Geste zur Schankdame, denn eigentlich war es ihr ganz lieb, wenn sie keine weiteren Gruselgeschichten mehr hören würde. Stattdessen griff sie in ihre Manteltasche und legte eine halbwegs großzügige Bezahlung an die Kante des Tisches, von der sie sich erhoffte, dass sie auch ein wenig Verschwiegenheit wert war. „Ich vertraue den Leuten hier nicht, aber sie sind halbwegs zuverlässig und finden ihre Wege, um Nachrichten zu überbringen.“, meinte sie dann mit gesenkter Stimme und blickte den Hexer nun direkt an, auch wenn es ihr schwer fiel, den Anblick der gelben, fremd wirkenden Augen zu ertragen. „Lass mich wissen, was du brauchst, und ich werde sehen, was ich besorgen kann.“ Versprechen wollte sie in dieser Hinsicht nichts, immerhin nützte es Beiden nichts, wenn sie die Aufmerksamkeit der Hexenjäger oder anderen Gestalten auf sich zog. Mit einem abschließenden Nicken rückte sie dann den Stuhl ein wenig zurück und erhob sich, rückte den Kragen des Mantels zurecht und ließ das zusammengefaltete Papier wieder in der Tasche verschwinden, aus der sie es gezogen hatte. "Die Anzahlung kannst du dir heute Abend bei der Succubus abholen, die hier arbeitet. Sie hat einen, sagen wir, simplen Verstand, hat jedoch den Ruf ihre Aufträge gewissenhaft zu erledigen." Ein flüchtiges, amüsiertes Zucken der Mundwinkel unterbrach ihre Erklärung. "Sollte etwas fehlen oder man behaupten, man wüsste nicht, worum es geht: nimm' dir ihren hübschen Kopf, der dürfte in Novigrad ähnlich viel Wert sein." Um die fehlende Höflichkeit und Etikette der Begrüßung aufzuholen, die die gelungene Vereinbarung ihr nun doch wert war, trat sie doch noch die wenigen Schritte um den Tisch an die Seite des Hexers und streckte ihm nun die schmale Hand entgegen. „Auf ein schnelles Wiedersehen.“
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