23.10.2021, 22:18
Drazan überging die subtile Referenz einen Hexer zu kennen, der offensichtlich breiter als der Torbogen war. Das waren sie häufiger mal und ehrlich gesagt, ach wenn er etwas zu melden gehabt hätte als diese Mutationen geschaffen würden. Da hätte er definitiv einige Verbesserungsvorschläge, eine ganze Liste voll. Der Plan, den er gefasst hatte, war in gewisser Weise hochriskant für ihn, seine Mitmenschen (also Bob) und seine Karriere. Alles jedoch Dinge, die er gerne in den Wind schoss (außer Bob vielleicht) wenn es um seine eigene Haut ging. Denn die Fluchtchancen waren doch etwas schlechter als er zunächst eingeräumt hatte und generell war der Zauberer daran interessiert, das sein Leben weiterhin der Forschung gewidmet werden sollte. Bei der Quote von toten Zauberern in Novigrad könnte die Welt den Verlust eines weiteren Genies nicht auch noch verkraften. Vor allem das Kaiserreich, so malte er sich aus während er vor dem Ungeheuer weglief, würde ohne seine Expertise doch glatt untergehen! Wenn es etwas gab das in diesem Moment noch überdimensionierter war als der Golem, dann war es vermutlich der Hochmut des Drazan Ehrendorns. In irgendetwas musste man ja überragend sein, wenn schon nicht in der Körpergröße.
Die Antwort von Aelies brachte ihn glatt wieder zum Stolpern, sie die Worte verliebt und Lehrer in einem Satz erwähnte. Die Empörung darüber bei seinen überragenden Lehrvorträgen an so etwas niederes wie Unzucht zu denken regte ihn doch in gewisser Weise auf. Vermutlich der einzige Mensch, der bei dem Wort Liebe aus dem Mund einer Zaubererin nicht erregte, sondern sich aufregte. In jedem Fall empfand er dies als perfekten Zeitpunkt, seinen Plan in die Tat umzusetzen denn seine ehemalige Schülerin tat ihr Bestes die Aufmerksamkeit des Hohlkopfs auf sich zu lenken und das funktionierte, nachdem Drazan sich ein wenig herausgehalten hatte, auch ganz fabelhaft. Ach, wenn Aelies doch nur gewusst hätte, wofür er die Ablenkung brauchen würde, dann hätte sie sich wahrscheinlich dagegen entschieden und stattdessen herumgemotzt.
So konnte der Zauberer in eine weniger gut gesicherte und halb zerstörte Zelle fliehen, die einen kleinen Durchgang in ein Krypta ähnliches Gebilde hatte. Ein wenig Wasser hatte sich auf dem Boden in dem modrigen Raum gebildet und von den halb vermoderten Seziertischen lachten einen die verrotteten Visagen zahlreicher humaner Forschungssubjekte an. Ach, fast schon wie zuhause. Der Zauberer versiegelte zunächst die Tür. Es war kein komplexer Zauber, eine simple statische Falle, die sich damit bemerkbar machte das der Türrahmen in unregelmäßigen Abständen ein paar helle Blitze absonderte. Er würde eine Golemhand auf jeden Fall aufhalte, oder eine moralische Schülerin.
Schließlich setzte sich Drazan auf den feuchten Boden, keine Zeit dafür einen Minimum an Komfort herzustellen. Er mochte Aelies zwar nicht sonderlich, allerdings genug, um mit Nichtigkeiten ihr Leben zu riskieren. (Die Definition von Nichtigkeiten ist an dieser Stelle stark schwankend.) Der Zauberer nahm genau zwei tiefe Atemzüge, ehe er die Augen schloss und nach der nächsten Quelle suchte. Wasser gab es hier ja reichlich und zum Glück hatten die Vorbesitzer diese Burg gut gewählt, denn sie hatte ausreichende Ressourcen in der Nähe, um etwas Größeren anzugehen. Die Handflächen des Zauberers drehten sich nach oben, während er schließlich die Energie anzapfte und mit etwas begann, das er noch nie offensiv benutzt hatte – es allerdings erschreckend gut beherrschte.
Das Wasser, das seinen schwarzen Stoff benetzt hatte, begann zunächst ein wenig zu schäumen. Anschließend stiegen dunkle Blasen auf, als hätte man es zum sieden gebracht, was es vermutlich recht gut umschrieb. Nebenschwaden stiegen auf, die statt an die Decke in die Hände des Zauberers wanderten und sich dort sammelten. Recht schnell war ihre fahle Farbe in einen dunklen, unnatürlichen Ton umgewandelt während sich immer mehr kalter Schweiß auf dem Körper des Zauberers bildete. Es fühlte sich langsam an, als hätte sein ganzer Körper einen lähmungsähnlichen Zustand erreichte, derart aufreibend war dieser Prozess. Doch er dauerte zum Glück (für Aelies) nicht sehr lange. Schließlich riss Drazan die mittlerweile glasig gewordenen Augen auf, und der angesammelte dunkle Rauch geriet ihm fast außer Kontrolle was darin resultierte das die Masse schlagartig expandierte und fast die ganze Burg in ein dunkles Schwarz tauchte. Als hätte jemand plötzlich das ganze Konstrukt in schwarze Watte gefüllt, doch nur für einige Sekunden. Der Meister fing seinen Zauber wieder ein, der Nebel kroch zurück in die Zelle und dann – endlich – gelang es ihm. Als wäre jede einzelne Leiche in den umliegenden Zellen ein Abzug, kroch der Raus aus den Händen des Magiers in sie herein, wanderte durch Mund und Nase – oder sonstige Öffnungen, die sich durch Verwesung ergeben hatten. Langsam begannen sich die Kadaver zu bewegen, unnatürlich zu zucken während ihre Augen von dem pechschwarzen Nebel gefüllt wurden. Es bewegte sich immer mehr, alles das noch ein halbwegs intaktes Skelett hatte schien die neugeborene Energie aufzusaugen und durch sie immer lebendiger zu werden. Ein Schauspiel das Makabarer wohl nicht sein konnte, als sich unzählige Schatten in den Zellen plötzlich erhoben und stramm dastanden.
Drazan war indies dem Kollaps recht nahegekommen. Auch wenn Wasser stets als Quelle empfohlen wurde, hatte auch diese ihre Tücken, wenn man sie überanspruchte und nicht recht zu kontrollieren mochte. Immer wieder musste der Nilfgaarder ausspucken, ganze Schlücke von Wasser, die sich in seinem Mund gebildet hatten. Dann erhob er sich selbst, hustend und ungefähr ähnlich lebendig wie seine Unterstützung. Er trat aus dem Torbogen hervor, Rauchschwaden hinter sich herziehend und deutete schwach auf den Golem. „Deckung.“, brachte er heraus – nicht mal mehr in irgendeiner nordischen Zunge, sondern gleich in seiner Heimatsprache. Mit einem Wisch seiner Hand drehte sich jeder der marionettengleichen Kadaver dem Golem zu, der Nebel flackerte kurz weiß auf als sie das steinerne Wesen anpeilten. Nochmal winkte der Zauberer, dann sprinteten sie einfach los. Eine Horde halbverwester Leichen, die einem Himmelsfahrtkommando gleich den Golem ansteuerten, hinkend, kriechend, irgendwie an ihn herankamen. Die agilsten erreichten ihn recht schnell, sprangen auf seine Schultern und begannen einfach stumpf auf ihn zu schlagen. Mit knochigen Fäusten, die wenig bewirkten aber definitiv nervig waren. Dann erreichten die hinkenden ihn, ihre Arme hielten sich einfach an der erstbesten Auswölbung fest und begannen den Golem zu erklimmen, die Kriechenden brauchten einen ganzen Moment länger – und irgendein Brandopfer war auf dem Weg zu Staub zerfallen, nicht unweit von Aelies. Das Gewicht der Leichen, die sich eigentlich nicht bewegen sollten, war schon bald ausreichend und dem Golem abzulenken, welcher nur noch wild um sich Schlug und manchmal sich selbst erwischte. Vielleicht würden sie ihn sogar irgendwann zu Fall bringen, was Drazan eher bezweifelte, aber auch nicht ausschloss.
Als wäre er einer von diesen Dingern hatte sich der Nilfgaarder mittlerweile zu seiner Schülerin geschleppt. „Das ist der richtige Moment, Aelies, um abzuhauen.“, brachte er nach wie vor nicht mehr dem Nordischen mächtig hervor. Fraglich jedoch, ob der Zauberer noch seine eigenen kriechenden Kreaturen einholen könnte in dem Zustand. „Faszinierend, nicht?“ – dafür reichte es aber noch.
Die Antwort von Aelies brachte ihn glatt wieder zum Stolpern, sie die Worte verliebt und Lehrer in einem Satz erwähnte. Die Empörung darüber bei seinen überragenden Lehrvorträgen an so etwas niederes wie Unzucht zu denken regte ihn doch in gewisser Weise auf. Vermutlich der einzige Mensch, der bei dem Wort Liebe aus dem Mund einer Zaubererin nicht erregte, sondern sich aufregte. In jedem Fall empfand er dies als perfekten Zeitpunkt, seinen Plan in die Tat umzusetzen denn seine ehemalige Schülerin tat ihr Bestes die Aufmerksamkeit des Hohlkopfs auf sich zu lenken und das funktionierte, nachdem Drazan sich ein wenig herausgehalten hatte, auch ganz fabelhaft. Ach, wenn Aelies doch nur gewusst hätte, wofür er die Ablenkung brauchen würde, dann hätte sie sich wahrscheinlich dagegen entschieden und stattdessen herumgemotzt.
So konnte der Zauberer in eine weniger gut gesicherte und halb zerstörte Zelle fliehen, die einen kleinen Durchgang in ein Krypta ähnliches Gebilde hatte. Ein wenig Wasser hatte sich auf dem Boden in dem modrigen Raum gebildet und von den halb vermoderten Seziertischen lachten einen die verrotteten Visagen zahlreicher humaner Forschungssubjekte an. Ach, fast schon wie zuhause. Der Zauberer versiegelte zunächst die Tür. Es war kein komplexer Zauber, eine simple statische Falle, die sich damit bemerkbar machte das der Türrahmen in unregelmäßigen Abständen ein paar helle Blitze absonderte. Er würde eine Golemhand auf jeden Fall aufhalte, oder eine moralische Schülerin.
Schließlich setzte sich Drazan auf den feuchten Boden, keine Zeit dafür einen Minimum an Komfort herzustellen. Er mochte Aelies zwar nicht sonderlich, allerdings genug, um mit Nichtigkeiten ihr Leben zu riskieren. (Die Definition von Nichtigkeiten ist an dieser Stelle stark schwankend.) Der Zauberer nahm genau zwei tiefe Atemzüge, ehe er die Augen schloss und nach der nächsten Quelle suchte. Wasser gab es hier ja reichlich und zum Glück hatten die Vorbesitzer diese Burg gut gewählt, denn sie hatte ausreichende Ressourcen in der Nähe, um etwas Größeren anzugehen. Die Handflächen des Zauberers drehten sich nach oben, während er schließlich die Energie anzapfte und mit etwas begann, das er noch nie offensiv benutzt hatte – es allerdings erschreckend gut beherrschte.
Das Wasser, das seinen schwarzen Stoff benetzt hatte, begann zunächst ein wenig zu schäumen. Anschließend stiegen dunkle Blasen auf, als hätte man es zum sieden gebracht, was es vermutlich recht gut umschrieb. Nebenschwaden stiegen auf, die statt an die Decke in die Hände des Zauberers wanderten und sich dort sammelten. Recht schnell war ihre fahle Farbe in einen dunklen, unnatürlichen Ton umgewandelt während sich immer mehr kalter Schweiß auf dem Körper des Zauberers bildete. Es fühlte sich langsam an, als hätte sein ganzer Körper einen lähmungsähnlichen Zustand erreichte, derart aufreibend war dieser Prozess. Doch er dauerte zum Glück (für Aelies) nicht sehr lange. Schließlich riss Drazan die mittlerweile glasig gewordenen Augen auf, und der angesammelte dunkle Rauch geriet ihm fast außer Kontrolle was darin resultierte das die Masse schlagartig expandierte und fast die ganze Burg in ein dunkles Schwarz tauchte. Als hätte jemand plötzlich das ganze Konstrukt in schwarze Watte gefüllt, doch nur für einige Sekunden. Der Meister fing seinen Zauber wieder ein, der Nebel kroch zurück in die Zelle und dann – endlich – gelang es ihm. Als wäre jede einzelne Leiche in den umliegenden Zellen ein Abzug, kroch der Raus aus den Händen des Magiers in sie herein, wanderte durch Mund und Nase – oder sonstige Öffnungen, die sich durch Verwesung ergeben hatten. Langsam begannen sich die Kadaver zu bewegen, unnatürlich zu zucken während ihre Augen von dem pechschwarzen Nebel gefüllt wurden. Es bewegte sich immer mehr, alles das noch ein halbwegs intaktes Skelett hatte schien die neugeborene Energie aufzusaugen und durch sie immer lebendiger zu werden. Ein Schauspiel das Makabarer wohl nicht sein konnte, als sich unzählige Schatten in den Zellen plötzlich erhoben und stramm dastanden.
Drazan war indies dem Kollaps recht nahegekommen. Auch wenn Wasser stets als Quelle empfohlen wurde, hatte auch diese ihre Tücken, wenn man sie überanspruchte und nicht recht zu kontrollieren mochte. Immer wieder musste der Nilfgaarder ausspucken, ganze Schlücke von Wasser, die sich in seinem Mund gebildet hatten. Dann erhob er sich selbst, hustend und ungefähr ähnlich lebendig wie seine Unterstützung. Er trat aus dem Torbogen hervor, Rauchschwaden hinter sich herziehend und deutete schwach auf den Golem. „Deckung.“, brachte er heraus – nicht mal mehr in irgendeiner nordischen Zunge, sondern gleich in seiner Heimatsprache. Mit einem Wisch seiner Hand drehte sich jeder der marionettengleichen Kadaver dem Golem zu, der Nebel flackerte kurz weiß auf als sie das steinerne Wesen anpeilten. Nochmal winkte der Zauberer, dann sprinteten sie einfach los. Eine Horde halbverwester Leichen, die einem Himmelsfahrtkommando gleich den Golem ansteuerten, hinkend, kriechend, irgendwie an ihn herankamen. Die agilsten erreichten ihn recht schnell, sprangen auf seine Schultern und begannen einfach stumpf auf ihn zu schlagen. Mit knochigen Fäusten, die wenig bewirkten aber definitiv nervig waren. Dann erreichten die hinkenden ihn, ihre Arme hielten sich einfach an der erstbesten Auswölbung fest und begannen den Golem zu erklimmen, die Kriechenden brauchten einen ganzen Moment länger – und irgendein Brandopfer war auf dem Weg zu Staub zerfallen, nicht unweit von Aelies. Das Gewicht der Leichen, die sich eigentlich nicht bewegen sollten, war schon bald ausreichend und dem Golem abzulenken, welcher nur noch wild um sich Schlug und manchmal sich selbst erwischte. Vielleicht würden sie ihn sogar irgendwann zu Fall bringen, was Drazan eher bezweifelte, aber auch nicht ausschloss.
Als wäre er einer von diesen Dingern hatte sich der Nilfgaarder mittlerweile zu seiner Schülerin geschleppt. „Das ist der richtige Moment, Aelies, um abzuhauen.“, brachte er nach wie vor nicht mehr dem Nordischen mächtig hervor. Fraglich jedoch, ob der Zauberer noch seine eigenen kriechenden Kreaturen einholen könnte in dem Zustand. „Faszinierend, nicht?“ – dafür reichte es aber noch.
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