23.10.2021, 22:05
Mit einem gequälten Seufzen rieb sich Elsbeth die müden Augen. Sie war eh schon wenig motiviert gewesen, überhaupt das Haus zu verlassen, doch nun den Keller eines lang vergangenen Schlosses untersuchen zu müssen, trieb ihr vor lauter Unwillen fast die Tränen in die Augen. Sie wusste nicht, ob es Drazans Ehrgeiz oder das reine Pflichtbewusstsein war, das ihn ohne weitere Umschweife den Befehl der Obrigkeit ausführen ließ. “Können wir nicht einfach sagen, es taugt Nichts?”, fragte sie noch, während sie ihren ehemaligen Lehrmeister im Dunkel des Kellers verschwinden sah. Es wäre doch viel einfacher gewesen, schon jetzt die Entscheidung zu fällen, dass sich Drahim eben überhaupt nicht eignete, Elsbeth hätte auch sicherlich die ein oder andere gute Ausrede dafür gefunden. Aber entweder hatte Drazan ihren Vorschlag rein akustisch nicht vernommen oder einfach nicht für reaktionswürdig empfunden, sodass sie sich nun doch gezwungen sah, ihm die Treppe hinab zu folgen. Natürlich nicht ohne ein weiteres, schweres Seufzen.
Während sie zu ihm aufschloss tat sie es ihm gleich, entzündete sich eine blauschimmernde Flamme in der Linken. Zusammen mit der Lichtquelle, die Drazan umschwirrte, warfen die magischen Lichter flackernde, unwirkliche Schatten, die nicht wirklich zum Wohlbefinden der verstimmten Zauberin beitrugen. Die Augenbrauen skeptisch zusammengezogen sah sie sich erst im Gang und schließlich in dem großen Raum um, der sich vor ihnen auftat. Ihr Blick wurde deutlich finsterer, als sie die verblassten Zeichen auf dem Boden betrachtete. Es war nicht so, dass sie ihnen irgendetwas entnehmen konnte oder auch nur Ansatzweise die Absicht hinter ihnen verstand, doch genau diese Umstände waren es, die sie doch urteilen ließen, dass es sich dabei um nichts Gutes handeln konnte. Hatten solche Sachen, die man irgendwo in dunklen Kellern hinter schweren Türen händelte, ja per se meist an sich. Das wussten wohl Beide aus kürzlich selbst getaner Erfahrung. Sie wandte ihren Blick zurück zu Drazan und legte ihren Kopf mit stummen aber deutlichem Vorwurf ein wenig schief. “Nein, das hattest du selbstverständlich nicht erwähnt.”, erwiderte sie mit einem sarkastischen Lächeln und schickte die blaue Flamme aus ihrer Hand ein wenig voran, um doch nur erst einmal von Weitem einen Blick auf die weitere Einrichtung zu werfen. Für einen kurzen Moment kam in ihr sogar der wage Verdacht auf, dass es tatsächlich Drazans Idee gewesen war, hier herumzuschnüffeln. Vielleicht hatte er wieder ein Gerücht über ein altes Artefakt aufgeschnappt, dass irgendwo zusammen mit zwei Leichen in eine Wand eingemauert worden war. Sie verzog das Gesicht bei dem Gedanken und überwand sich immerhin, näher zur Statue zu treten und diese ein wenig eingehender zu betrachten. Sie war nicht unbedingt das, was sie sich zur Dekoration in den Garten gestellt hatte. Ganz im Gegenteil – es war ein eher unansehnliches Etwas, das ihrem Sinn für Schönheit nun wirklich nicht entsprach. Handwerklich war es vielleicht eine solide Arbeit, aber rein Ästhetisch doch eher fragwürdig. Trotzdem strahlte die Figur einen gewissen Respekt aus, der sie vor einer halb verwischten Zeichenfolge auf dem rauen Boden stehen blieben ließ, die Hände in die Hüften gestemmt. “Was meinst du mit fehlgeleitet?”, fragte sie dann und winkte ihre Lichtquelle wieder zu sich, um die Zeichen und die Statue gleichermaßen auszuleuchten. “Ich meine, es gibt Leute, die Vilgefortz für fehlgeleitet hießen.” Sie hob mit leichtem Schalk eine Augenbraue, wohl wissend, dass er diese Geste nicht sehen können aber ihrem Tonfall schon irgendwie zuordnen würde. “Oder so Zauberer wie einen gewissen Herrn Ehrendorn...” Während ihrer Stichelei hatte sie eine kleine Phiole aus der kleinen Tasche am Gürtel gezogen und ließ einen Tropfen der blauen Flüssigkeit auf den Boden tropfen, welches sich im Kontakt mit der Substanz, mit der die Zeichen aufgetragen worden waren, deutlich in ein tiefes Rot verfärbte. Mit einem gefälligen “Edel. Knochenmehl”, kommentierte sie ihre Beobachtung, ehe sie hörbar Luft holte, die Phiole zwischen den Fingern hin und her wandern ließ. “Ganz ehrlich, Drazan, was machen wir hier?”
Während sie zu ihm aufschloss tat sie es ihm gleich, entzündete sich eine blauschimmernde Flamme in der Linken. Zusammen mit der Lichtquelle, die Drazan umschwirrte, warfen die magischen Lichter flackernde, unwirkliche Schatten, die nicht wirklich zum Wohlbefinden der verstimmten Zauberin beitrugen. Die Augenbrauen skeptisch zusammengezogen sah sie sich erst im Gang und schließlich in dem großen Raum um, der sich vor ihnen auftat. Ihr Blick wurde deutlich finsterer, als sie die verblassten Zeichen auf dem Boden betrachtete. Es war nicht so, dass sie ihnen irgendetwas entnehmen konnte oder auch nur Ansatzweise die Absicht hinter ihnen verstand, doch genau diese Umstände waren es, die sie doch urteilen ließen, dass es sich dabei um nichts Gutes handeln konnte. Hatten solche Sachen, die man irgendwo in dunklen Kellern hinter schweren Türen händelte, ja per se meist an sich. Das wussten wohl Beide aus kürzlich selbst getaner Erfahrung. Sie wandte ihren Blick zurück zu Drazan und legte ihren Kopf mit stummen aber deutlichem Vorwurf ein wenig schief. “Nein, das hattest du selbstverständlich nicht erwähnt.”, erwiderte sie mit einem sarkastischen Lächeln und schickte die blaue Flamme aus ihrer Hand ein wenig voran, um doch nur erst einmal von Weitem einen Blick auf die weitere Einrichtung zu werfen. Für einen kurzen Moment kam in ihr sogar der wage Verdacht auf, dass es tatsächlich Drazans Idee gewesen war, hier herumzuschnüffeln. Vielleicht hatte er wieder ein Gerücht über ein altes Artefakt aufgeschnappt, dass irgendwo zusammen mit zwei Leichen in eine Wand eingemauert worden war. Sie verzog das Gesicht bei dem Gedanken und überwand sich immerhin, näher zur Statue zu treten und diese ein wenig eingehender zu betrachten. Sie war nicht unbedingt das, was sie sich zur Dekoration in den Garten gestellt hatte. Ganz im Gegenteil – es war ein eher unansehnliches Etwas, das ihrem Sinn für Schönheit nun wirklich nicht entsprach. Handwerklich war es vielleicht eine solide Arbeit, aber rein Ästhetisch doch eher fragwürdig. Trotzdem strahlte die Figur einen gewissen Respekt aus, der sie vor einer halb verwischten Zeichenfolge auf dem rauen Boden stehen blieben ließ, die Hände in die Hüften gestemmt. “Was meinst du mit fehlgeleitet?”, fragte sie dann und winkte ihre Lichtquelle wieder zu sich, um die Zeichen und die Statue gleichermaßen auszuleuchten. “Ich meine, es gibt Leute, die Vilgefortz für fehlgeleitet hießen.” Sie hob mit leichtem Schalk eine Augenbraue, wohl wissend, dass er diese Geste nicht sehen können aber ihrem Tonfall schon irgendwie zuordnen würde. “Oder so Zauberer wie einen gewissen Herrn Ehrendorn...” Während ihrer Stichelei hatte sie eine kleine Phiole aus der kleinen Tasche am Gürtel gezogen und ließ einen Tropfen der blauen Flüssigkeit auf den Boden tropfen, welches sich im Kontakt mit der Substanz, mit der die Zeichen aufgetragen worden waren, deutlich in ein tiefes Rot verfärbte. Mit einem gefälligen “Edel. Knochenmehl”, kommentierte sie ihre Beobachtung, ehe sie hörbar Luft holte, die Phiole zwischen den Fingern hin und her wandern ließ. “Ganz ehrlich, Drazan, was machen wir hier?”
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