23.10.2021, 21:41
Es war das Klimpern und Werkeln, dass Elsbeth nach einigen verstrichenenen Momenten gänzlich aus den Gedanken holte und sie ihren ernsten Blick von den Steinen vor sich abwenden ließ. Mit zusammengezogenen Brauen, deutlich unerfreut über die Hektik, die Drazan innerhalb weniger Minuten im Labor verbreitete, drehte sie sich auf dem kleinen Holzhocker um und warf ihm einen deutlich unerfreuten und vorwurfsvollen Blick zu. Sie sparte sich eine wörtliche Maßregelung, denn sie wusste, dass es sowieso nichts bringen würde, ihn nun anzusprechen. Schon das Geräusch seiner Schritte hatte ausgereicht, um ihr zu vermitteln, dass er an irgendwas arbeitete. Und die Art, wie er sich durch das Labor bewegte und sie selbstverständlich nicht begrüßt hatte, war ihr zu bekannt, als dass sie Energie verschwenden würde. Stattdessen blieb sie auf dem unbequemen Schemel sitzen, lehnte sich leicht zurück, sodass ihr Rücken Halt an der Tischkante fand und verschränkte mehr oder minder geduldig die Arme vor dem Körper. Dass, was er aus seiner Tasche kramte, hatte ihre Aufmerksamkeit schon lange geweckt, doch sie ahnte, wie er reagieren würde, wenn sie auch nur einen genaueren Blick riskieren würde. Damals an der Akademie war sie vergleichsweise gut davongekommen, wenn sie sich seiner Meinung nach ungefragt eingemischt hatte. Den damals wirkenden Schutz, als Schülerin mit ihm zu arbeiten, gab es nun aber nicht mehr. Und so konnte sie sich gut vorstellen, dass sie schneller aus ihren „eigenen“ vier Wänden flog, als ihr lieb war.
Nach ein paar verstrichenen Minuten, die sie Drazan anstandshalber gewährt hatte, um sich zu erklären, stand sie schließlich auf und suchte zielsicher den Weg zu seinem Notizbuch, wähnte sich, da er unerbittlerlich dabei war, ihre Einrichtung zu bemalen, sogar so gut in Sicherheit, dass sie es in die Hand nahm und mit spitzen Fingern durch die letzten Seiten blätterte. Es dauerte ein paar Momente, ehe die Formeln und Gleichungen in ihrem Kopf zwar noch keinen Sinn, aber ein grobes Bild ergaben – welches sie sogleich erst für einen kurzen Moment innehalten ließ, ehe sie das Buch ruckartig, als hätte sie sich daran verbrannt, zurück auf den Tisch warf. Erst jetzt gönnte sie den Mittelchen und Zutaten, die er im Raum verteilt hatte, mehr Aufmerksamkeit. Sie trat an einen der belegten Tische und rümpfte die Nase über einen Brocken blutiger Innereien, die nicht nur furchtbar anzusehen waren, sondern auch entsprechend rochen. Mit zunehmender Erkenntnis und gleichzeitig steigender Hektik wanderte ihr Blick von links nach rechts, drehte sie sich um die eigene Achse- während sich Drazan tatsächlich besonnen hatte und auf ihre vor einer gefühlten Ewigkeit getätigten Aussage antwortete. Sie nahm seine Worte wahr, doch ihr Kopf war zu sehr damit beschäftigt, das, was dort aufgebaut worden war, zu verarbeiten und sich einen Reim darauf zu machen. Ihr Blick hing für einen langen Augenblick ungläubig auf den Zauberer.
Sie hob beschwörend eine Hand in seine Richtung, an die Stelle, wo sie gerade noch im Notizbuch geblättert hatte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und schüttelte warnend den Kopf. „Drazan.“ Ihre Stimme war eindeutig mit genug Drohung gespickt, dass jeder normale Mensch ihr nun wenigstens einen kurzen Blick geschenkt hätte. Aber da es sich nicht um einen normalen Menschen handelte, sondern Drazan Ehrendorn, der viel Verstand besaß, aber keinen gesunden menschlichen, hatte sie bereits während sie in angesprochen hatte, nach einem kleinen Buch gegriffen, dass in ihrer Reichtweite lag. „Was bitte wird das hier?“, fragte sie noch einmal eindringlich und gab ihm genau einen Augenblick Zeit, um irgendwie auf ihre Worte zu reagieren – ehe sie das Buch erstaunlich zielsicher mit ordentlich Schwung aus dem Handgelenk die zwei, drei Meter überwinden und auf seinem Hinterkopf aufschlagen ließ. „DRAZAN EHRENDORN!“ Nun war sie eindeutig lauter, als es dieser Umgebung bedurft hätte. „Schutzkreise und Bannzauber hier unten?“ Nun schwang deutliches Unverständnis mit. „Wärst du so freundlich, mir zu erklären, was genau das werden soll?“
Nach ein paar verstrichenen Minuten, die sie Drazan anstandshalber gewährt hatte, um sich zu erklären, stand sie schließlich auf und suchte zielsicher den Weg zu seinem Notizbuch, wähnte sich, da er unerbittlerlich dabei war, ihre Einrichtung zu bemalen, sogar so gut in Sicherheit, dass sie es in die Hand nahm und mit spitzen Fingern durch die letzten Seiten blätterte. Es dauerte ein paar Momente, ehe die Formeln und Gleichungen in ihrem Kopf zwar noch keinen Sinn, aber ein grobes Bild ergaben – welches sie sogleich erst für einen kurzen Moment innehalten ließ, ehe sie das Buch ruckartig, als hätte sie sich daran verbrannt, zurück auf den Tisch warf. Erst jetzt gönnte sie den Mittelchen und Zutaten, die er im Raum verteilt hatte, mehr Aufmerksamkeit. Sie trat an einen der belegten Tische und rümpfte die Nase über einen Brocken blutiger Innereien, die nicht nur furchtbar anzusehen waren, sondern auch entsprechend rochen. Mit zunehmender Erkenntnis und gleichzeitig steigender Hektik wanderte ihr Blick von links nach rechts, drehte sie sich um die eigene Achse- während sich Drazan tatsächlich besonnen hatte und auf ihre vor einer gefühlten Ewigkeit getätigten Aussage antwortete. Sie nahm seine Worte wahr, doch ihr Kopf war zu sehr damit beschäftigt, das, was dort aufgebaut worden war, zu verarbeiten und sich einen Reim darauf zu machen. Ihr Blick hing für einen langen Augenblick ungläubig auf den Zauberer.
Sie hob beschwörend eine Hand in seine Richtung, an die Stelle, wo sie gerade noch im Notizbuch geblättert hatte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und schüttelte warnend den Kopf. „Drazan.“ Ihre Stimme war eindeutig mit genug Drohung gespickt, dass jeder normale Mensch ihr nun wenigstens einen kurzen Blick geschenkt hätte. Aber da es sich nicht um einen normalen Menschen handelte, sondern Drazan Ehrendorn, der viel Verstand besaß, aber keinen gesunden menschlichen, hatte sie bereits während sie in angesprochen hatte, nach einem kleinen Buch gegriffen, dass in ihrer Reichtweite lag. „Was bitte wird das hier?“, fragte sie noch einmal eindringlich und gab ihm genau einen Augenblick Zeit, um irgendwie auf ihre Worte zu reagieren – ehe sie das Buch erstaunlich zielsicher mit ordentlich Schwung aus dem Handgelenk die zwei, drei Meter überwinden und auf seinem Hinterkopf aufschlagen ließ. „DRAZAN EHRENDORN!“ Nun war sie eindeutig lauter, als es dieser Umgebung bedurft hätte. „Schutzkreise und Bannzauber hier unten?“ Nun schwang deutliches Unverständnis mit. „Wärst du so freundlich, mir zu erklären, was genau das werden soll?“
<img src="https://silverandsteel.de/images/user-sets/elsbeth_sig02.png">
