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Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
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Elsbeth
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#16
23.10.2021, 21:33
Es widerte sie an. Die Gleichgültigkeit und Präzision, mit denen Drazan die Wachen zu Boden streckte, ließ dieselbe Übelkeit in ihr Aufsteigen, die sie so oft in Cintra gespürt hatte, wenn sie wieder einmal der Frontlinie folgen und ihren Dienst ableisten musste. Sie war keine Heilerin aus Herzensgüte, die ihren Lebenssinn darin fand, Menschen zu helfen, ihnen Gutes zu tun. Aber sie war auch keine Person, deren Gewissen schwieg, wenn sie anderen den Tod brachte – besonders in solchen Situationen, in denen es eine Alternative gegeben hätte. Ihr Blick hatte sich deutlich verfinstert, während sich der Geruch von offenen Wunden und schwelendem Fleisch auf dem Platz ausbreitete und sie tiefer in die Erinnerungen trieb. Sie ahnte, dass sie in den nächsten Nächten keinen Schlaf finden würde. Sie blickte der letzten Wache, die im Gegensatz zu ihrem Kumpanen nicht die Füße in die Hand nahm und floh, fast schon entschuldigend in das vergleichsweise junge Gesicht, auf dem sich eine Mischung aus purer Panik und blinder Wut zeigte, ehe ihm ein zuckender Blitz, der sich aus ihrer Handfläche löste, die Kehle durchtrennte. Klirrend fiel seine Waffe zu Boden, ehe sein Leib leblos neben sie auf den kalten Boden sank. Das Geräusch eines menschlichen Körpers, der ohne Muskelwiederstand in sich zusammenfiel, war ihr so vertraut und unangenehm zugleich, dass sie sich fast schon beschämt abwenden musste. Eine schwere Stille machte sich auf dem Platz breit und Elsbeth bedachte Drazan nur mit einem vernichtenden Blick, als er seine Stimme hob. Erst jetzt merkte sie, wie hart ihr Herz gegen ihren Brustkorb hämmerte. Nicht, weil sie Angst um ihr eigenes Leben gehabt hätte – es war Wut. Enttäuschung.

Sie kam seiner Bitte nicht nach, blieb an Ort und Stelle stehen und beobachtete mit dem Anflug einer angewiderten Feindseligkeit, wie sich ihr ehemaliger Lehrmeister darum kümmerte, dass die Wachen tatsächlich tot waren. Ihre rechte Hand ballte sich zur Faust, ein Teil ihres Herzens schrie danach, ihm das Stilett aus der Hand zu treten – und dennoch blieb sie still. Erhob kein Widerwort, ging nicht dazwischen. Denn der Rest von ihr wusste, dass diese Auseinandersetzung nicht anders hatte enden können. Dürfen. Um des eigenen Überleben Willen. Dennoch breitete sich eine dumpfe Leere in ihr aus, die wohl jeden durchschnittlichen Menschen befiel, wenn er jemanden umbrachte – und nicht für den Krieg geschaffen oder über Jahre hinweg von ihm geformt worden war. Das Verschwinden der Leichen erleichterte Elsbeth keinesfalls. Sie starrte in eine der übriggebliebenen Blutlachen, ehe sie die Starre, in die sie gefallen war, auflösen und Drazans halbherziger Entschuldigung nicht mehr als ein gleichgültiges, schwaches Heben der Schultern entgegen konnte. Sie hätte gern vorwurfsvoll auf die Leichen gezeigt, die sich aber nun wahrscheinlich in der Kanalisation von Wyzima oder einem anderen weit entfernten Ort befanden. Und ihren Vorwurf mit Blut auf Kopfsteinpflaster zu untermalen war wenig wirkungsvoll. Zumal er sich genau genommen nicht einmal bei ihr entschuldigen musste – sie immerhin hatte keinen Kratzer abbekommen. Nicht einmal ein Blutfleck hatte den Weg auf ihre Kleider, ihre Haut oder ihr Haar gefunden. Und dass er eine empfindliche, noch offene Wunde in ihrem inneren getroffen hatte, wollte sie ihm nicht unter die Nase reiben, sodass sie sich selbst soweit besann, dass sie die Haltung straffte und seinem zügigen Schritt vom Ort des Geschehens folgte. Mit Abstand, der nicht mehr von Respekt zeugte, sondern von Distanzierung.

Schon nach wenigen hundert Metern hatte sie die Orientierung verloren, sodass sie Drazan gezwungenermaßen wahrscheinlich bis zum Stadttor gefolgt wäre. Stattdessen blieb er nach einiger Zeit stehen, was auch sie dazu brachte, innezuhalten. Die Bücher hatte sie wieder sorgsam in ihre Arme gebettet, drückte sie nun etwas fester an sich. “ Ich denke, das war’s nun?“ Ein ungläubiges Schnauben entfuhr ihr. Sie reckte das Kinn, nickte dann. „Ja, offensichtlich. Weißt du…“ Mit schnellen Schritten überwand sie die Distanz zwischen sich und ihm und drückte ihm mit überdeutlicher Härte die Bücher, die sie eben noch fest umschlossen hatte, in die Arme, „…ich bin nicht hier her gekommen, um…“ Sie rang kurz mit sich und deutete dann die Straße hinunter in die Richtung, aus der sie gekommen waren „…mich mit solchen Sachen herumzuschlagen.“ Sie blickte ihm eindringlich in die Augen. Die bis eben wieder abgeflachte Wut über die Eskalation wallte wieder in ihr hoch. „Dann hätte ich auch bei den verdammten Heilern bleiben können. Bei denen gibt es Dank solcher Schwachköpfe wie dir immer gut zu tun.“ Sie bemühte sich, in ihrer Rage nicht zu laut zu werden, was nichts an dem deutlich aufgeregten Tonfall änderte. „Der Krieg ist vorbei, Drazan. Das hier ist keine Front, an der es um Leben oder Tod geht.“ Sie hob mit sich ringend kurz die Hände, ehe sie den Kopf schüttelte. „Grüß Philippa von mir. Sie freut sich sicher über deinen Erfolg.“ Auf einmal hatte sie kein Interesse mehr daran, selbst Profit aus den Errungenschaften zu schlagen. Eigentlich hätte sie sich jetzt umdrehen und gehen wollen, doch etwas hielt sie davon ab, sich sogleich abzuwenden. Vielleicht war es die bittere Erkenntnis, dass sie sich in dem Mann, zu dem sie jahrelang aufgeblickte, getäuscht hatte. Vielleicht war es auch die Enttäuschung darüber, dass sie ihm nicht Einhalt geboten hatte. Oder die Feststellung, dass sie sich auf Etwas eingelassen hatte, dass sie an ihre eigenen moralischen Grenzen brachte und weit über das reine Forschen und Experimentieren hinausgehen würde.
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