23.10.2021, 21:19
Mit weiter wedelnder Hand und angestrengt blinzelnd wandte sich Elsbeth nach Vollendung ihrer Reparatur wieder um. Sie ließ die Tür nun unverschlossen – vielleicht, um den nächsten Angestellten der Bibliothek, sofern er sich tatsächlich an sie heranwagen sollte, in hektische Panik zu versetzen oder dem nächsten, neugierigen Studenten einen Einblick in die uninteressanten Lagerregister zu geben. Sollte jemand den vergangenen Handel mit Nilfgaard studieren, hätte sie demjenigen jetzt einen ehrenhaften Dienst erwiesen und ihm leichten Zugang zu nicht uninteressanten Unterlagen verschafft. Sie nickte beiläufig. Sie hatte nicht vor, das Register aus Aretusa irgendwo liegen zu lassen. Was sich Elsbeth einmal unter den Nagel gerissen hatte, ließ sie immer schon nur ungern wieder los, ganz unabhängig davon, wie wertvoll es tatsächlich war. Vielleicht würde sie es Philippa geben, wenn sie tatsächlich Interesse daran haben sollte, was sie insgeheim bezweifelte. Im Zweifel würde der gefällige Buchrücken ihr eigenes Regal zieren und einfach nur nett aussehen. Als er seine Fundstücke nun aufzählte, reagierte sie nur mit einem kurzen Heben der Augenbrauen, während sie sich an ihm vorbei bewegte, um sich selbst auch wieder auf die Suche zu machen. Offenbar war er bisher erfolgreicher gewesen, doch das war nichts, was sie so sehr beeindruckte, dass sie es ihm offen zugestehen würde.
Noch war auch sie nicht fertig. Im offenen Gang der Regalreihen angekommen drehte sie sich langsam einmal um die eigene Achse, bemerkte Drazans Vorbeirauschen nur mit einem leichten Augenrollen – sie hätte ihm gern empfohlen, mal ein wenig zurückzuschalten und nicht solche Hektik zu verbreiten. Elsbeth selbst sandte ihre eigene Energie aus, um auch nun in den öffentlich zugänglichen Regalen nach Spuren von Magie zu suchen. Mochte Drazans Weg der präzisere sein, war ihrer jedoch weitgreifender und würde sie vielleicht auch zu Werken führen, die vielleicht nicht unter den gesuchten Schlagworten liefen und anderweitige Anhaltspunkte gaben. Wie von Drazan angedeutet waren die wohl stark beeinflussten Bücher bereits verbrannt oder anderweitig verschlossen worden, sodass nur wenig Resonanz auf ihre stumme Frage folgte. So folgte sie dem leichten Kribbeln unter der Haut entspannt, bog wieder in eine der Regalreihen ein und ließ suchend die Finger über die vorbeiziehenden Buchrücken streichen, bis sie ein in grünes Leder eingeschlagenes Buch, das den Namen mit seinen lose eingelegten Blättern kaum verdiente, in ihre Hände legte und mit einem leisen Summen öffnete. Ihre Augen erfassten den Inhalt schnell – es handelte sich um Aufzeichnungen über den Ausbruch der Catrionaseuche im Jahr 1268. Ohne weiteres Zögern landete auch dieser Einband unter ihrem Mantel. Die folgenden Bücher waren weit weniger spannend für sie, vermutlich hatten eifrige magisch begabte Studenten nur ihre unerlaubt in die Seiten geschriebenen Notizen verschwinden lassen. Nur ein kleiner Band fand ebenfalls Schutz unter dem schwarzen Stoff – eine Basislektüre über Minerale, in denen sie noch vorhandene handschriftliche Bemerkungen gefunden hatte.
Sie war Drazans Weg in die nächste Etage gefolgt und hatte sich in einem reich illustrierten Buch verloren, welches eindrucksvoll die Flora der Skelligeinseln beschrieb. Sie blickte auf, als Drazan wieder auftauchte, schob den dicken Wälzer wehmütig aber sorgfältig zurück an seinen Platz und nickte auf seine Frage hin. Was hieß gekümmert – sie hielt das Buch fest an ihren Körper gedrückt und war nicht gewillt, es wieder loszulassen, also… Sie schloss sich ihm an, auch wenn sie gern noch länger zwischen den Regalen geblieben wäre. Sie warf sich im Gehen wieder den Mantel um die Schulter, deutlich mühsam ob der bepackten Arme und fing dann wieder an, breit zu Grinsen, als er auf die Geschichte mit dem Weinhändler und die Witwe zu sprechen kam. Es amüsierte sie immer noch, dass ausgerechnet Drazan Ehrendorn, der die meiste Zeit seines Lebens entweder im Krieg oder dunklen Laboren verbracht hatte, nun einen Weinhändler mimte. Da war ihre Tarnung weitaus weniger von der Wahrheit entfernt. Dass er betonte, dass es Philippas Idee gewesen war, ließ sie mit hochgezogenen Augenbrauen nicken. Natürlich. Auf die Idee, ein bodenständiges und vergleichsweise langweiliges Leben als Weinhändler vorzutäuschen, wäre ihr Lehrmeister kaum allein gekommen. Wahrscheinlich hatte Philippa ihm ordentlich Honig um den Bart geschmiert, um ihn dazu zu bringen – sie konnte sich kaum vorstellen, dass Drazan keine andere Methode gefunden hätte, mit ihr in Austausch zu treten ohne dabei die Aufmerksamkeit der nächstbesten Hexenjäger auf sich zu ziehen. Ihre Gedanken schweiften ab, während sie Drazan folgte – so wie früher, in respektvollem Abstand, die Bücher nun vor der Brust in den verschränkten Armen haltend. Immerhin war ihre Beute vom Mantel zumindest halbwegs verdeckt, Drazan hingegen trug die Errungenschaften wie den Markteinkauf unterm Arm.
Sie erkannte die Wachen erst einen Augenblick später als Drazan und stoppte abrupt in ihrer Bewegung, um nicht mit dem vor ihr stehenden Zauberer zu kollidieren. Ihre Augen weiteten sich ein gutes Stück, als sie die Namen der vor weniger Zeit in die Flucht geschlagenen Wachen vernahm und hob fast ertappt die Augenbrauen. Vielleicht war ihre Gedankenbeeinflussung nicht so präzise gewesen, wie nötig…? Sie hielt sich weiter hinter Drazan und senkte auf die Worte des Sprechenden vermeintlich unterwürfig den Kopf – bis er näher an sie herantrat und sie mit einem Blick bedachte, der ihren Körper sogleich in Alarmbereitschaft versetzte. Unter dem Mantel wurde der Griff um die Buchrücken fester. Sie mied den direkten Augenkontakt, versuchte aus den Augenwinkeln heraus auch den Rest der Anwesenden zumindest grob zu mustern. Erst sein gut gemeintes Angebot, dass ein wenig Zweisamkeit mit ihr beinhaltete, ließ sie den Kopf heben. Ihre Lippen zeigten schon ein provokantes, selbstsicheres Lächeln – und sie hätte die Gelegenheit gern genutzt, ihm unter vier Augen zu zeigen, dass sie in der Freundlichkeit mit den angedrohten Gefängniswärtern durchaus mithalten konnte. Doch Drazan kam ihrer Absicht, dem Vorschlag mit einem gehorsamen Knicks zu folgen, zuvor. Sie schloss für einen Moment bedauernd die Augen. Bereits seine ersten Worte ließen sie in weiser Voraussicht einen Schritt zurücktreten, die Bücher unter den linken Arm klemmen, um sich, auch wenn sie ihre Kiefer unentspannt aufeinanderpresste, auf das Kommende vorzubereiten. Dem Mann, dessen Angebot sie nun nicht mehr annehmen konnte, widmete sie keine Aufmerksamkeit mehr und ahnte, dass Drazan ihn sich persönlich zur Brust nehmen würde. So fixierte sie sich vorerst auf die Wachen, die sich noch im Hintergrund hielten, insbesondere die zwei, die ihr am nächsten standen und hob in stummer Aufforderung das Kinn. In der geballten, freien rechten Hand spürte sie die bekannte Wärme aufsteigen. Mochten ihre Fähigkeiten nicht ausreichen, um im Krieg an die kämpfende Front gerufen zu werden – um sich gegen eine Hand voll übereifriger Wachen zu verteidigen, genügten sie allemal. Etwaige Selbstzweifel am Erfolg gegen fünf Männer ließ nicht zuletzt die Anwesenheit von Drazan verfliegen, dem sie nun den ersten Schlag überließ. Das Lachen der Männer verstummte.
Wie erwartet konnte Elsbeth den kurzen Moment der Verwirrung nutzen, um die zwei Wachen, die sich instinktiv auf sie zubewegt hatten, während sie ihre Waffen zogen, mit einer schnellen, weitgreifenden Armbewegung aus dem Gleichgewicht und einem fast überheblichen Schnippen der Hand, dem sie ein gespielt mitleidiges Schulterzucken voranstellte, schließlich zu Fall zu bringen. Der aufgefrischte Wind, der nun über den Platz fegte, kam ihr dabei hilfreich zugute – ruhige Luft in Wallung zu bringen hätte ihr deutlich mehr abverlangt. Sie schaute sich zu Drazan um, der weniger harmlos mit seinen Gegnern umzugehen schien und verzog auf die Erkenntnis hin, dass er nicht darauf aus war, nur heile aus der Geschichte herauszukommen und die Leben der Wachen zu verschonen, sichtlich bekümmert das Gesicht. Sie hatte genug Leid gesehen, um sich die Hoffnung zu erlauben, für den Plan, den sie verfolgte, nicht bis zum Äußersten gehen zu müssen. Drazan sah das offenbar anders. Ihre kurze Ablenkung genügte einem der noch stehenden Männer, der dem Einflussbereich des Zauberers entkommen war, Elsbeth wiederum nahe genug zu kommen, um mit seiner Hellebarde zum Hieb auszuholen. Ihr Überlebensinstinkt war ihren Reflexen gleich gut ausgeprägt und so wich sie dem voraussehbaren Schlag, der auf ihre linke Schulter zielte, mit zwei unaufgeregten Schritten aus, die sie näher an Drazan brachten. „Meine Gedächtniszauber sind mies, ich weiß.“, meinte sie zu ihm, in der Hoffnung, dass er sie hörte, während sie dem Mann - der sich von dem harten Rückstoß, den seine Waffe durch den harten Einschlag in den Boden ohne Umwege zurück in seine Schultern schickte, eindeutig angeschlagen erholte – mit präziser Wucht einen lockeren Pflasterstein unter das Kinn trieb. Das Geräusch, dass der brechende Knochen verursachte, ließ sie angewidert das Gesicht verziehen und noch während die Wache bewusstlos zu Boden ging, drehte sie sich um und musste feststellen, dass sich ihre ersten beiden Opfer wieder auf den Beinen befanden. Sie atmete tief durch, trat den Schritt an Drazans Seite. „Sag mir, dass du Erinnerungen langfristig und sicher verändern kannst.“, hob sie dann in bittendem Tonfall die Stimme wieder, während sich die Hitze in den Fingerspitzen wieder verstärkte und sie drohend die Handfläche in die Richtung der Beiden hob.
Noch war auch sie nicht fertig. Im offenen Gang der Regalreihen angekommen drehte sie sich langsam einmal um die eigene Achse, bemerkte Drazans Vorbeirauschen nur mit einem leichten Augenrollen – sie hätte ihm gern empfohlen, mal ein wenig zurückzuschalten und nicht solche Hektik zu verbreiten. Elsbeth selbst sandte ihre eigene Energie aus, um auch nun in den öffentlich zugänglichen Regalen nach Spuren von Magie zu suchen. Mochte Drazans Weg der präzisere sein, war ihrer jedoch weitgreifender und würde sie vielleicht auch zu Werken führen, die vielleicht nicht unter den gesuchten Schlagworten liefen und anderweitige Anhaltspunkte gaben. Wie von Drazan angedeutet waren die wohl stark beeinflussten Bücher bereits verbrannt oder anderweitig verschlossen worden, sodass nur wenig Resonanz auf ihre stumme Frage folgte. So folgte sie dem leichten Kribbeln unter der Haut entspannt, bog wieder in eine der Regalreihen ein und ließ suchend die Finger über die vorbeiziehenden Buchrücken streichen, bis sie ein in grünes Leder eingeschlagenes Buch, das den Namen mit seinen lose eingelegten Blättern kaum verdiente, in ihre Hände legte und mit einem leisen Summen öffnete. Ihre Augen erfassten den Inhalt schnell – es handelte sich um Aufzeichnungen über den Ausbruch der Catrionaseuche im Jahr 1268. Ohne weiteres Zögern landete auch dieser Einband unter ihrem Mantel. Die folgenden Bücher waren weit weniger spannend für sie, vermutlich hatten eifrige magisch begabte Studenten nur ihre unerlaubt in die Seiten geschriebenen Notizen verschwinden lassen. Nur ein kleiner Band fand ebenfalls Schutz unter dem schwarzen Stoff – eine Basislektüre über Minerale, in denen sie noch vorhandene handschriftliche Bemerkungen gefunden hatte.
Sie war Drazans Weg in die nächste Etage gefolgt und hatte sich in einem reich illustrierten Buch verloren, welches eindrucksvoll die Flora der Skelligeinseln beschrieb. Sie blickte auf, als Drazan wieder auftauchte, schob den dicken Wälzer wehmütig aber sorgfältig zurück an seinen Platz und nickte auf seine Frage hin. Was hieß gekümmert – sie hielt das Buch fest an ihren Körper gedrückt und war nicht gewillt, es wieder loszulassen, also… Sie schloss sich ihm an, auch wenn sie gern noch länger zwischen den Regalen geblieben wäre. Sie warf sich im Gehen wieder den Mantel um die Schulter, deutlich mühsam ob der bepackten Arme und fing dann wieder an, breit zu Grinsen, als er auf die Geschichte mit dem Weinhändler und die Witwe zu sprechen kam. Es amüsierte sie immer noch, dass ausgerechnet Drazan Ehrendorn, der die meiste Zeit seines Lebens entweder im Krieg oder dunklen Laboren verbracht hatte, nun einen Weinhändler mimte. Da war ihre Tarnung weitaus weniger von der Wahrheit entfernt. Dass er betonte, dass es Philippas Idee gewesen war, ließ sie mit hochgezogenen Augenbrauen nicken. Natürlich. Auf die Idee, ein bodenständiges und vergleichsweise langweiliges Leben als Weinhändler vorzutäuschen, wäre ihr Lehrmeister kaum allein gekommen. Wahrscheinlich hatte Philippa ihm ordentlich Honig um den Bart geschmiert, um ihn dazu zu bringen – sie konnte sich kaum vorstellen, dass Drazan keine andere Methode gefunden hätte, mit ihr in Austausch zu treten ohne dabei die Aufmerksamkeit der nächstbesten Hexenjäger auf sich zu ziehen. Ihre Gedanken schweiften ab, während sie Drazan folgte – so wie früher, in respektvollem Abstand, die Bücher nun vor der Brust in den verschränkten Armen haltend. Immerhin war ihre Beute vom Mantel zumindest halbwegs verdeckt, Drazan hingegen trug die Errungenschaften wie den Markteinkauf unterm Arm.
Sie erkannte die Wachen erst einen Augenblick später als Drazan und stoppte abrupt in ihrer Bewegung, um nicht mit dem vor ihr stehenden Zauberer zu kollidieren. Ihre Augen weiteten sich ein gutes Stück, als sie die Namen der vor weniger Zeit in die Flucht geschlagenen Wachen vernahm und hob fast ertappt die Augenbrauen. Vielleicht war ihre Gedankenbeeinflussung nicht so präzise gewesen, wie nötig…? Sie hielt sich weiter hinter Drazan und senkte auf die Worte des Sprechenden vermeintlich unterwürfig den Kopf – bis er näher an sie herantrat und sie mit einem Blick bedachte, der ihren Körper sogleich in Alarmbereitschaft versetzte. Unter dem Mantel wurde der Griff um die Buchrücken fester. Sie mied den direkten Augenkontakt, versuchte aus den Augenwinkeln heraus auch den Rest der Anwesenden zumindest grob zu mustern. Erst sein gut gemeintes Angebot, dass ein wenig Zweisamkeit mit ihr beinhaltete, ließ sie den Kopf heben. Ihre Lippen zeigten schon ein provokantes, selbstsicheres Lächeln – und sie hätte die Gelegenheit gern genutzt, ihm unter vier Augen zu zeigen, dass sie in der Freundlichkeit mit den angedrohten Gefängniswärtern durchaus mithalten konnte. Doch Drazan kam ihrer Absicht, dem Vorschlag mit einem gehorsamen Knicks zu folgen, zuvor. Sie schloss für einen Moment bedauernd die Augen. Bereits seine ersten Worte ließen sie in weiser Voraussicht einen Schritt zurücktreten, die Bücher unter den linken Arm klemmen, um sich, auch wenn sie ihre Kiefer unentspannt aufeinanderpresste, auf das Kommende vorzubereiten. Dem Mann, dessen Angebot sie nun nicht mehr annehmen konnte, widmete sie keine Aufmerksamkeit mehr und ahnte, dass Drazan ihn sich persönlich zur Brust nehmen würde. So fixierte sie sich vorerst auf die Wachen, die sich noch im Hintergrund hielten, insbesondere die zwei, die ihr am nächsten standen und hob in stummer Aufforderung das Kinn. In der geballten, freien rechten Hand spürte sie die bekannte Wärme aufsteigen. Mochten ihre Fähigkeiten nicht ausreichen, um im Krieg an die kämpfende Front gerufen zu werden – um sich gegen eine Hand voll übereifriger Wachen zu verteidigen, genügten sie allemal. Etwaige Selbstzweifel am Erfolg gegen fünf Männer ließ nicht zuletzt die Anwesenheit von Drazan verfliegen, dem sie nun den ersten Schlag überließ. Das Lachen der Männer verstummte.
Wie erwartet konnte Elsbeth den kurzen Moment der Verwirrung nutzen, um die zwei Wachen, die sich instinktiv auf sie zubewegt hatten, während sie ihre Waffen zogen, mit einer schnellen, weitgreifenden Armbewegung aus dem Gleichgewicht und einem fast überheblichen Schnippen der Hand, dem sie ein gespielt mitleidiges Schulterzucken voranstellte, schließlich zu Fall zu bringen. Der aufgefrischte Wind, der nun über den Platz fegte, kam ihr dabei hilfreich zugute – ruhige Luft in Wallung zu bringen hätte ihr deutlich mehr abverlangt. Sie schaute sich zu Drazan um, der weniger harmlos mit seinen Gegnern umzugehen schien und verzog auf die Erkenntnis hin, dass er nicht darauf aus war, nur heile aus der Geschichte herauszukommen und die Leben der Wachen zu verschonen, sichtlich bekümmert das Gesicht. Sie hatte genug Leid gesehen, um sich die Hoffnung zu erlauben, für den Plan, den sie verfolgte, nicht bis zum Äußersten gehen zu müssen. Drazan sah das offenbar anders. Ihre kurze Ablenkung genügte einem der noch stehenden Männer, der dem Einflussbereich des Zauberers entkommen war, Elsbeth wiederum nahe genug zu kommen, um mit seiner Hellebarde zum Hieb auszuholen. Ihr Überlebensinstinkt war ihren Reflexen gleich gut ausgeprägt und so wich sie dem voraussehbaren Schlag, der auf ihre linke Schulter zielte, mit zwei unaufgeregten Schritten aus, die sie näher an Drazan brachten. „Meine Gedächtniszauber sind mies, ich weiß.“, meinte sie zu ihm, in der Hoffnung, dass er sie hörte, während sie dem Mann - der sich von dem harten Rückstoß, den seine Waffe durch den harten Einschlag in den Boden ohne Umwege zurück in seine Schultern schickte, eindeutig angeschlagen erholte – mit präziser Wucht einen lockeren Pflasterstein unter das Kinn trieb. Das Geräusch, dass der brechende Knochen verursachte, ließ sie angewidert das Gesicht verziehen und noch während die Wache bewusstlos zu Boden ging, drehte sie sich um und musste feststellen, dass sich ihre ersten beiden Opfer wieder auf den Beinen befanden. Sie atmete tief durch, trat den Schritt an Drazans Seite. „Sag mir, dass du Erinnerungen langfristig und sicher verändern kannst.“, hob sie dann in bittendem Tonfall die Stimme wieder, während sich die Hitze in den Fingerspitzen wieder verstärkte und sie drohend die Handfläche in die Richtung der Beiden hob.
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