23.10.2021, 21:10
Erst jetzt fiel ihr Blick auf seine Hand, ließ der Anblick der Funken sie kurz eine Augenbraue heben. Offenbar lösten die Beiden gesellschaftliche Probleme mit deutlich unterschiedlichen Ansätzen. Sie setzte sich wieder in Bewegung und zog den Mantel wieder fester um sich. Das kurze Intermezzo mit den Wachen hatte ihren Körper wieder ein wenig abkühlen lassen. „Warte… Weinhändler?“ Die Erkenntnis traf Elsbeth, die eigentlich gern in schallendes Gelächter ausgebrochen wäre, wie ein Schlag, dass sie stehenblieb und sie zwei, drei Mal ungläubig blinzelte. Drazan Ehrendorn mimte offenbar tatsächlich den Herren, über den die halbe Stadt sprach, weil er der Witwe Hiboulliard angeblich seine Aufwartung machte! Ein leises, kurzes Lachen konnte sie sich nicht verkneifen, während Drazan seinerseits die Flucht ergriff. Sie hob die Hände, um höchst amüsiert einmal in die Hände zu klatschen, ehe sie ihm mit einem breiten Grinsen folgte. „Ich kann’s kaum glauben…“, begann sie, verstummte jedoch, als sie in den letzten Schritt durch die schwere Flügeltür tat und die Bibliothek mit eigenen Augen erfassen konnte. Sogleich breitete sich ein wohliges Gefühl in ihr aus, an der die angenehme Temperatur auch einen Anteil hatte. Sie hatte unzählige Stunden in solchen Gemäuern verbracht, die nach Staub, Papier, Tinte und Kerzenwachs rochen und wieder fühlte sie sich nach Nilfgaard zurückversetzt, tauchten vor ihrem inneren Auge hohe Büchertürme aus, durch die sie sich wühlte, zwischen denen sie nicht nur einmal erschöpft eingeschlafen war. Sie atmete hörbar ein und aus und stemmte sichtlich beeindruckt und angetan die Hände in die Taille, den Blick über die Regale schweifen lassend. Ein fast schon melancholisches Lächeln zuckte um ihre Lippen, als sich Drazan zu ihr wandte und aus ihren Erinnerungen holte und ihr offenbarte, dass bei Hywel kein spannender Apparat verstaubte, was sie dazu brachte, kurz enttäuscht die Unterlippe vorzuschieben und dann in kurzem Bedauern die Schultern zu heben. Sie konnte vielleicht verstehen, dass sich Emhyr solcher Dinge die im Zusammenhang mit Verrat standen lieber schnell entledigte, bevor sie andere zu ähnlichen Taten inspirierten, konnte sie jedoch aus der Sicht der Wissenschaft kaum gutheißen.
Mit seinem Vorschlag, sich aufzuteilen und nach bestimmten Themen zu suchen, ging Elsbeth jedoch nicht ganz konform. Sie legte den Kopf mit einem deutlich enttäuschten Augenaufschlag schief. „Ich dachte, wir wissen Beide, dass wir uns weniger um die öffentlich ausgestellten Bücher kümmern sollten, als die, die irgendwo hinter festen Schlössern verriegelt sind.“, flüsterte sie, sowohl den Worten als auch der Lokalität angemessen. Sie schob sich mit einem leisen Grinsen an ihm vorbei und hatte absolut nicht vor, sich durch diese Regale zu wühlen, die Hinterzimmer, die es in jeder großen Bibliothek, sogar in jedem noch so kleinen Buchladen, gab, waren von Anfang an ihr Ziel gewesen. durchschritt die Bibliothek mit schlendernden Schritten, die Hände auf dem Rücken unter ihrem Mantel ineinander gefaltet und ihren Blick offenbar aufmerksam über die Buchrücken, die ihr im Vorbeigehen auffielen, schweifen lassend. Ihr tatsächliches Interesse galt jedoch den Türen, die aus dem großen Saal hinausführten. Derweil war es ihr relativ gleichgültig, ob Drazan ihr folgen würde – solle er sich doch mit den Standardwerken abgeben, die für die Studenten gedacht waren, sie war nicht an den oberflächlichen Abhandlungen interessiert. Genau sieben Regalreihen brauchte es, bis eine unscheinbare, helle Holztür ohne offensichtliches Schloss zu ihrer Rechten ihre Aufmerksamkeit weckte. Sie bog ohne Umschweife in die Regalreihe ab und spürte schon gute zehn Schritte von ihr entfernt, dass sie magisch gesichert worden war. Sie verzog die Lippen. Dafür war den Menschen die Magie offenbar noch gut genug. Während sie sich fragte, ob der Zauberer, der die Tür verschlossen hatte, noch lebte oder trotz der praktischen Dienste auf einem der Scheiterhaufen gelandet war, löste sie die Verschränkung ihrer Hände und richtete die Handflächen gen Tür. Sie ließ ein leises Knurren hören. Keine Amateurarbeit – umso aussichtsvoller. In etwa drei Schritten Entfernung blieb sie stehen, während der Zauber bereits nach ihr zu greifen schien. Es war kein Gefühl, als ob Wind über sie streichen würde – viel subtiler, als ob er bereits unter der Haut war, hinterließ er einen Hauch von Wärme, die nicht unangenehm aber in seiner Art durchaus warnend war. Sie ließ den Blick noch einmal genauer über das Holz schweifen. Sie nickte fast anerkennend – Eschenholz galt als außerordentlich guter und widerstandsfähiger Magieträger. Nun, der Aufwand der betrieben wurde, war über aussichtsreich und so rieb sie kurz die Handflächen aneinander, um den letzten Funken Kälte aus ihnen zu vertreiben, um sich dann möglichst leise und unauffällig an die Arbeit zu machen.
Mit seinem Vorschlag, sich aufzuteilen und nach bestimmten Themen zu suchen, ging Elsbeth jedoch nicht ganz konform. Sie legte den Kopf mit einem deutlich enttäuschten Augenaufschlag schief. „Ich dachte, wir wissen Beide, dass wir uns weniger um die öffentlich ausgestellten Bücher kümmern sollten, als die, die irgendwo hinter festen Schlössern verriegelt sind.“, flüsterte sie, sowohl den Worten als auch der Lokalität angemessen. Sie schob sich mit einem leisen Grinsen an ihm vorbei und hatte absolut nicht vor, sich durch diese Regale zu wühlen, die Hinterzimmer, die es in jeder großen Bibliothek, sogar in jedem noch so kleinen Buchladen, gab, waren von Anfang an ihr Ziel gewesen. durchschritt die Bibliothek mit schlendernden Schritten, die Hände auf dem Rücken unter ihrem Mantel ineinander gefaltet und ihren Blick offenbar aufmerksam über die Buchrücken, die ihr im Vorbeigehen auffielen, schweifen lassend. Ihr tatsächliches Interesse galt jedoch den Türen, die aus dem großen Saal hinausführten. Derweil war es ihr relativ gleichgültig, ob Drazan ihr folgen würde – solle er sich doch mit den Standardwerken abgeben, die für die Studenten gedacht waren, sie war nicht an den oberflächlichen Abhandlungen interessiert. Genau sieben Regalreihen brauchte es, bis eine unscheinbare, helle Holztür ohne offensichtliches Schloss zu ihrer Rechten ihre Aufmerksamkeit weckte. Sie bog ohne Umschweife in die Regalreihe ab und spürte schon gute zehn Schritte von ihr entfernt, dass sie magisch gesichert worden war. Sie verzog die Lippen. Dafür war den Menschen die Magie offenbar noch gut genug. Während sie sich fragte, ob der Zauberer, der die Tür verschlossen hatte, noch lebte oder trotz der praktischen Dienste auf einem der Scheiterhaufen gelandet war, löste sie die Verschränkung ihrer Hände und richtete die Handflächen gen Tür. Sie ließ ein leises Knurren hören. Keine Amateurarbeit – umso aussichtsvoller. In etwa drei Schritten Entfernung blieb sie stehen, während der Zauber bereits nach ihr zu greifen schien. Es war kein Gefühl, als ob Wind über sie streichen würde – viel subtiler, als ob er bereits unter der Haut war, hinterließ er einen Hauch von Wärme, die nicht unangenehm aber in seiner Art durchaus warnend war. Sie ließ den Blick noch einmal genauer über das Holz schweifen. Sie nickte fast anerkennend – Eschenholz galt als außerordentlich guter und widerstandsfähiger Magieträger. Nun, der Aufwand der betrieben wurde, war über aussichtsreich und so rieb sie kurz die Handflächen aneinander, um den letzten Funken Kälte aus ihnen zu vertreiben, um sich dann möglichst leise und unauffällig an die Arbeit zu machen.
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