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Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
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Drazan
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#7
23.10.2021, 21:02
Auf die auffordernde Handbewegung von Aelies setzte er sich tatsächlich in Bewegung, effizient und ohne jegliche Anmut in seinen Schritten welchen Magiern häufig so nahestand. Es war ein schnelles Voranschreiten, jeder Schritt schien von einer unbekannten Eile erfasst, welche einmal mehr davon zeugte, wie sehr der Zauberer Effizienz bevorzugte. Hatte er sich zwar als Weinhändler Esterad die schönste und eleganteste Gangart ausgesucht und beherrschte sie perfekt, doch wie ein guter Schauspieler konnte er die Rolle ja beinahe mit einem Fingerschnippen ablegen. Es traf durchaus auf Zustimmung, dass seine ehemalige Schülerin scheinbar aufgegeben hatte alte Wunden aufzureißen. Wobei sie vermutlich als Heilerin durchaus wusste, dass schlecht zusammen gewachsene Wunden niemals ganz verheilen würden – bis sie endlich ordnungsgemäß geschlossen wurden. Jedoch war dies keinesfalls der Zeitpunkt dazu, dies zu tun. Er hörte sich, wie so häufig, geduldig an was ihm erzählt wurde. Mit einer gewissen Faszination lauschte sie dem Bericht über den alten, gnomischen Laden und in der Sekunde als sie andeutete, dem Gnom könnte etwas zugestoßen sein blieb er kurz wie vom Blitz erschlagen stehen, in die ferne blickend mit einem Gedankenfeuer in seinen Augen, kombiniert mit dem nachfahren der Bartspitze – was seit jeher ein definitiver Indikator dafür war, das ihm eine Idee in den Sinn kam.

Mit einem leichten drehen seines Kopfes deutete er die Beendigung seiner gedanklichen Konzeptionierungsphase an und ging weiter – ohne den Ausfall seiner motorischen Funktionen zu erklären. Anderlinge starben selten im Feuer, außer sie hatten sich unbeliebt gemacht. Es würde zwei Fragen bedürfen, um den genauen Todesumstand und das Begräbnis festzustellen – danach bräuchte man keine Bücher die einem gnomische Gedanken auf altem Papier vorrätseln, nein, er könnte den Gnom einfach selbst fragen – hatte er doch des Öfteren bereits Gräber geschändet und war mittlerweile durchaus erfahren darin, sich Informationen aus den Leichen zu holen. Aelies sagte er davon nichts, trotz dessen das er ihren verwunderten Blick lediglich mit einem entschuldigen und halbgaren Lächeln quittierte. „Also eine halbkünstliche Lösung, verstehe ich das richtig?“, hakte er nach, „Durchaus interessant – es hört sich nach einer…deutlich schnelleren Lösung an als jene, welche ich verfolge. War selbst der erfahrene…Roggeveener nicht in der Lage, diesen Prozess innerhalb von Monaten abzuschließen.“ Um etwas konkreter zu werden, wob er einen kurzen Zauber welche etwaige Zuhörer lediglich unverständlich Gesprächsfetzen aufnehmen lies, „Man hat Überreste von biologischem Material in einer Apparatur gefunden – in Strygga. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um eine Art…Fokussierungsinstrument handelte mit welchem präzise die Regeneration der Augen gewährleistet wurde. Ein wahres Meisterwerk, kaum zu greifen…man müsste einen Meister der Juwelierskunst aufsuchen um dieses zu bewerkstelligen. An Ressourcen ist die gnomische Idee deutlich…effizienter.“ Er nickte anerkennend.

Davon, dass er den gnomischen Meister persönlich Fragen würde erwähnte er nichts, galt die These von Aelies zunächst erst einmal zu überprüfen, ebenso wie alle anderen Möglichkeiten, welche sich noch bieten könnten. Nach einigen Minuten Fußmarsch standen sie schließlich vor einem wohl geöffneten Thor, welche zu der Akademie von Ochsenfurt führte. Zielsicher durchschritt Drazan das Tor, peilte eine Richtung ein die er stoisch verfolgte – hatte er bereits genaustens die Pläne der Akademie studiert und wusste wo es langgeht. Es dauerte nur einige Minuten, ehe zwei redanische Büttel mit Topfhelm und Hellebarde auf sie zukamen – offensichtlich war Radovids Besatzung nichts, wovor sich die Akademie entziehen konnte. In der Mitte des gigantischen Hofes der Bibliothek, in welcher sich auch ein Brunnen befand, waren schließlich noch immer die verbrannten Bücher zu sehen. Zunächst wurde Drazan ausgiebig betrachtet, dann Aelies. „Student, eh?“, fragte der eine grob. Drazan nickte trocken. „So ist es, guter Mann.“ Der Sprechende lachte leicht, stieß seinem Kollegen mit den Ellenbogen in die Rippen „Guter Mann, Stepjan…ehehe…aber sag mal, isses nicht verboten seine Freundin in die Bibliothek mitzunehmen? Kanns dir bei der nicht verübeln.“ Der Schwarzhaarige war kurz von der Frechheit überrascht, dass jemand ernsthaft annehmen könnte er wäre mit Aelies zusammen. Würde er doch niemals…generell nicht! Ein leicht peinliches Räuspern war zu hören, war man wohl bei diesen Beiden Herren an eins ehr konservatives Weltbild gewohnt. Noch bevor Drazan kontern konnte, schob der bisher Stumme Büttel hinterher – „Ficken in der Bibliothek ist aber untersagt, weißte, eh? Flecken machen sich nicht so gut auf den Büchern – wobei das einzige was denen mal nen bisschen Wert beibringt, eh, Andrej?“ Brüllendes Gelächter folgte, in welchem Drazan lediglich stumm dort stand – von der kalten Perversität dieser beiden Leuchten dermaßen verwirrt, gleichzeitig allerdings durchaus peinlich berührt, dass ihm das Unbehagen definitiv anzumerken war. „Wills nicht mal zugeben, ha!“, schob Stepjan hinterher.
[Bild: drazan_sig.png]
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