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Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
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Drazan
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#3
23.10.2021, 20:51
Der Zauberer war keinesfalls begeistert, Aelies vor sich zu sehen. Das fing schon damit an, dass sie die arrogante Neigung besaß einfach seinen Zauber zu unterbrechen – wohl in dem Wissen, das diese Stadt alles andere als Zaubererfreundlich ist. Immerhin sprach es für die Qualität seines Unterrichts, dass sie dies wohl mit einer solchen Leichtigkeit bewerkstelligte. Ein Schüler war natürlich immer so etwas wie ein spannendes Projekt. Man formte die Zukunft eines Menschen mit, entwickelte eine neue Generation Zauberer – oftmals mit dem Schicksal, eines Tages ihren Ambitionen zum Opfer zu fallen. Tatsächlich war Drazan bisher von diesem Schicksal verschont geblieben – nie hatte er einen Schüler gehabt den er zu nahe an sich herankommen ließ. Niemals einen einzigen Adjutanten. Er war schon immer ein Einzelgänger, selbst mit einer ganzen Spezialeinheit im Rücken hatte er häufig Alleingänge bevorzugt und seine Unterstellten im dunklen gelassen. Mit Aelies war er ebenfalls kein Stück anders umgegangen, hatte ihr ihre Fragen zu dem Projekt beantwortet, ihr Dinge vorgeführt und sie ansonsten in Ruhe gelassen, teilweise die Arbeit selbst noch einmal deutlich schneller weiderholt weil ihn das Ergebnis interessiert hatte. Er wusste zwar mittlerweile um die emotionale Komponente welche Menschen antrieb und achtete zumindest etwas darauf, nicht mehr jedem auf die Stiefel zu treten – aber tief in seinem Inneren waren das immer noch Dinge, die er nicht nachvollziehen konnte. Auch die, in seinen Augen furchtbar unpassenden, Avancen von Aelies entzogen sich seines Verstandes und er war damals wie heute sehr versucht, ihr zu raten sich einen jüngeren Kollegen zu suchen. Es war aber durchaus interessant, wie sie es geschafft hatte ausgerechnet als Komplizin von Eilhart zu enden – hatte er die junge Tränkebrauerin sicherlich alles zugetraut, nur nicht politisch ambitioniert zu sein. Häufig eine Sache, die ersten im späten Alter bei Zauberern eintrat. Er selbst war da keine Ausnahme, war er bislang stets loyal und ohne Hintergedanken dem Kaiser hinterhergelaufen, nur um sich nun mit Eilhart zu verbinden, in der Hoffnung am Ende ein besseres Kaiserreich zu schaffen. Was ihn nicht davon abhielt, bis heute offiziell loyal zum Kaiser zu sein – was leider auch Gestalten wie Vigo lernen mussten, hatte er doch einen so wunderbaren Brief bevor ihrer Gefangennahme bekommen nicht in dieser zu assistieren. Leider eine verschwendete Botschaft.

Die Worte von Aelies drangen an sein Ohr, und beinahe sofort darauf beobachtete er wie ein Alchemist vor seinem Experiment die typische Reaktion des Körpers auf Zorn. Erhöhter Herzschlag, infolgedessen anschwellen verschiedenster wichtiger Schlagadern – rausch von verschiedenen körpereigenen Stoffen. Wäre er nicht ein unfassbar kontrollierter Mensch, hätte er ihr vermutlich nur zu gerne gezeigt warum er an der Akademie doziert hat und sie nicht. Dennoch ließ er sich zu einem spöttischen Schnauben hinreißen. „Amüsant.“, sagte er dann, „Ich dachte ich hätte dich in den Lazaretten in Cintra gesehen. Und jeder, der diesen Krieg mitverfolgt hat würde wohl wissen, wie viel Segen Gloria über die Krieger legt. Nicht einen müden Taler hat sie übrig.“ Tatsächlich war der Krieg, unwissend das es ihr ähnlich gehen könnte, ein sehr heikles Thema für Drazan. Er tat stets so, wie es der Kaiser befohlen hat – tut es immer noch. Allerdings hatte er sich insbesondere nach dem dritten und immer noch laufenden Krieg gegen die Nordlinge ein festes Urteil über Aggression als Mittel der Wahl gebildet und zwar zu einem vernichtenden Ergebnis was Effizienz, Moral und Nützlichkeit anging. Ihn als Kriegsglorifizierer hinzustellen war sicherlich der Frust einer verlorenen Liebschaft, aber dennoch nicht den Tatsachen entsprechend. „Ich habe nicht die Dienste des Kaisers verlassen.“, sagte er dann trocken, „Es wäre auch seltsam für einen eventuellen Verräter sich ausgerechnet Philippa Eilhart als Verbündete zu suchen, bedenkt man ihre aktuelle Situation.“ Er war sich doch recht sicher, dass sie zumindest insofern informiert war zu wissen, dass die derzeit blinde Zauberin, das musste man so deutlich sagen, eigentlich nur an Emhyrs Rockzipfel aus der Misere rund um Radovid gestolpert war. „Wenn du auf meine Sondereinheit anspielst…sie wurde einem anderen durchaus gleichwertig loyalen Zauberer unterstellt, welcher derzeit an meiner statt die Gruppe leitet.“ Er ein spitzes Lächeln durchfuhren seine Züge, es war selbst für einen blinden zu erkennen das Aelies alles andere als begeistert war ihn zu sehen. Er verkniff sich aber den Spruch, welchem ihm als Konter auf der Zunge lag, nämlich danach zu Fragen ob Aelies nach ihren in die Winde geschlagenen Avancen zu den Frauenliebhaberinnen übergetreten ist. Schließlich gibt es so einige Gerüchte, was Philippas Präferenzen in dieser Beziehung angeht. „Nun, ich bin mir sicher du bist nicht auf ins der Vergangenheit zu stochern. Wie dir Philippa sicherlich bereits mitgeteilt hat, wäre primär nach Formeln für die Regeneration anregende Mittel zu suchen, nach historischen Aufzeichnungen über Vilgefortz von Roggeveen, den du sicherlich kennen dürftest in der Hoffnung etwas über seine Methoden kennen zu lernen, auch Aufzeichnungen von Yennefer von Vengerberg dies betreffend wären eine Option. Nach magischen Formeln müssen wir nicht ausschau halten, ist seit der Okkupation Radovids die Chance jeden Tag exponentiell gefallen, dazu etwas in der Bibliothek zu finden.“
[Bild: drazan_sig.png]
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