23.10.2021, 20:17
Es war schon immer schwer gewesen für die Welt der Normalen, wie es so schön hieß, Zauberer zu verstehen. Je näher man in die Kreise der Zauberei rückt, desto klarer wurden einem die Dinge irgendwann. Hexer hatten, je nachdem wie sehr sie sich dafür interessierten, teilweise eine recht ausgeprägte Vorstellung darüber was Zauberer tun können und was sie lassen, und warum sie jeweils so agieren. Vermutlich einer der Gründe wieso sie meistens die Finger von ihnen lassen. Saskia hingegen hatte absolut keine Ahnung, wie Zauberer agierten wie es ihm schien. Oder nur eine sehr beschränkte Sicht darauf. Er würde mit einem Drachen keinen Wettbewerb anfangen, wer am weitesten Spucken kann. Es ging hier um Nutzen, um Wissen und für ihn um Neugier. Er hatte Philippa zugesagt, Saskia gefangen zu nehmen und unversehrt zu belassen, ganz einfach weil er auf einen Gefallen angewiesen war und Drachen ihn grundsätzlich interessierten. Es interessierte ihn nicht, was Saskia meint aus dieser Situation zu interpretieren. Letztendlich, das muss man mal so trocken sagen, hatte sie die Karten aus der Hand gegeben als sie sich als gigantisches Monstrum über dem Schlachtfeld gezeigt hatte. Er zuckte daher bei ihren Worten nur legere mit den Schultern.
Danach lachte er leicht. „Es mag euch vielleicht überraschen…“, sagte er dann trocken, „allerdings bezieht sich euer Wissen über Vereinbarungen darauf, dass ihr Teil einer Vereinbarung seid. Am gleichen Tisch sitzt und irgendwelche Karten in der Hand habt, die ihr spielen könnt. Damit ihr euch einigermaßen in meine Situation hineinversetzen könnt – und vielleicht eure besser versteht – das Spiel das wir spielen hat keinen Gewinn und keinen Verlust. Für mich nicht, für unseren Freund nicht. Es ist mehr ein…sagen wir mal gemeinsames Interesse was zu eurer Gefangennahme geführt hat. Hätte ich euch nicht aus dieser Schlucht ziehen können, bevor ein Trupp überehrgeiziger nilfgaardischer Truppen auf der Suche nach einem Drachen dort einmarschiert wären, hättet ihr eure einzige Karte schon recht früh in diesem Spiel verloren. Euer Leben. Glücklicherweise haltet ihr sie immer noch in der Hand und ich würde euch sehr empfehlen, das auch weiterhin zu tun. Wenn ihr Morgen bei Kräften seid und auf die Idee kommt, da weiter zu machen wo ihr vor einigen Stunden aufgehört habt mögt ihr vielleicht das nilfgaardische Lager zugrunde brennen. Vielleicht. Damit hättet ihr einen Vorstoß einer kleinen Heeresgruppe gestoppt, auch schön. Danach wärt ihr allerdings das gesuchteste Objekt im ganzen Norden, denn wie viele Hexer würden tanzen wenn Emhyr eine Belohnung auf euren Kopf aussetzt? Eine kaiserliche Belohnung? Und glaubt nicht, ich wäre dämlich genug euch zu bekämpfen. Ich würde sehen, dass ich verpuffe und dem Kaiser alles notwendige erzähle was ich über euch weiß. Dann habt ihr etwas Zeit gewonnen, aber wieder eure Karte verloren. Nächstes Szenario. Ihr bleibt einfach in dieser Zelle, als wichtige Kriegsgefangene eines Magiers über dem nicht sonderlich viele Kontrollinstitutionen schauen, dem also niemand auf die Finger sieht. Ihr bleibt hier, bis dieser Krieg vorbei ist, bis wir euch irgendwann unversehrt aus dieser Situation bekommen, unser Freund und ich und seht her, ihr behaltet eure Karte trotzdem in der Hand und müsst nicht mal spielen. Aktuell weiß noch niemand, was ihr seid und ich plane wie gesagt es so zu belassen. Falls ihr euch nun fragt, welche Karte ich auf der Hand halte. Gar keine. Ich fand es lediglich spannend, euch nicht alleine hinter diesen Gitterstäben versauern zu lassen. Aber wir können es auch gerne dabei belassen. Im Endeffekt liegt es also an euch, könnt ihr akzeptieren dass ihr nun in dieser Situation seid oder wollt ihr die ewige Rebellin spielen – eure Entscheidung. Entweder das hier wird sehr einfach oder sehr schwer.“
Bei ihrer Nachfrage hob er dann eine Braue und zuckte kurzerhand mit den Schultern. „Ich habe nicht gezählt.“, sagte er dann trocken und wahrheitsgemäß, „Einige Offiziere gewiss, der ein oder andere versprengte Adelige vielleicht. Was die einfachen Soldaten angeht…habe ich wirklich keine Ahnung.“ Es interessierte ihn auch wirklich nicht. Die Gefangenen die er hatte haben wollen, hatte er gemacht. Man möge ihm mangelnde Empathie vorwerfen, aber er hat schon genug Schlachtfelder gesehen um nicht mehr jedem Leben eine Träne nachzuweinen. Allerdings vermutete er, dass die Stimmung der Soldaten recht erzürn war, dank des ganzen Feuers. In der Regel gab es mehr Gefangene, lief die Schlacht einigermaßen geordnet ab wie man es in der nilfgaardischen Feldherrenschule gelernt hatte. Je mehr passierte, das außergewöhnlich war, je mehr Schwarze fielen, desto schlimmer war auch die Blutrache an den Gefangenen. Er vermutete dank des Feuers, dass die Rache doch nicht gerade milde ausgefallen war. Kein Brenna oder Sodden, aber bei so einem kleinen Feldzug so viele Probleme…das gab Frust. Das würde er ihr allerdings nicht zusätzlich auftischen, er vermutete sie hatte genug zu Kämpfen mit der Tatsache nicht mehr als ein Spielball zu sein derzeit. Die Erkenntnis fehlend, wer ihn anstößt und wer ihn in die richtige Richtung lenkt. Das sie ihm die Frage aus ganz anderen Gründen gestellt hatte, ging an ihm etwas vorbei. Es dauerte einige Momente, bis er sich mit dem Unterton dieser Frage beschäftigte. Allerdings ließ er es unbeantwortet, würde ihr die Wahrheit zu sagen schließlich keinen Nutzen bringen außer vielleicht, das sie zu einem noch labileren Klumpen wurde.
Danach lachte er leicht. „Es mag euch vielleicht überraschen…“, sagte er dann trocken, „allerdings bezieht sich euer Wissen über Vereinbarungen darauf, dass ihr Teil einer Vereinbarung seid. Am gleichen Tisch sitzt und irgendwelche Karten in der Hand habt, die ihr spielen könnt. Damit ihr euch einigermaßen in meine Situation hineinversetzen könnt – und vielleicht eure besser versteht – das Spiel das wir spielen hat keinen Gewinn und keinen Verlust. Für mich nicht, für unseren Freund nicht. Es ist mehr ein…sagen wir mal gemeinsames Interesse was zu eurer Gefangennahme geführt hat. Hätte ich euch nicht aus dieser Schlucht ziehen können, bevor ein Trupp überehrgeiziger nilfgaardischer Truppen auf der Suche nach einem Drachen dort einmarschiert wären, hättet ihr eure einzige Karte schon recht früh in diesem Spiel verloren. Euer Leben. Glücklicherweise haltet ihr sie immer noch in der Hand und ich würde euch sehr empfehlen, das auch weiterhin zu tun. Wenn ihr Morgen bei Kräften seid und auf die Idee kommt, da weiter zu machen wo ihr vor einigen Stunden aufgehört habt mögt ihr vielleicht das nilfgaardische Lager zugrunde brennen. Vielleicht. Damit hättet ihr einen Vorstoß einer kleinen Heeresgruppe gestoppt, auch schön. Danach wärt ihr allerdings das gesuchteste Objekt im ganzen Norden, denn wie viele Hexer würden tanzen wenn Emhyr eine Belohnung auf euren Kopf aussetzt? Eine kaiserliche Belohnung? Und glaubt nicht, ich wäre dämlich genug euch zu bekämpfen. Ich würde sehen, dass ich verpuffe und dem Kaiser alles notwendige erzähle was ich über euch weiß. Dann habt ihr etwas Zeit gewonnen, aber wieder eure Karte verloren. Nächstes Szenario. Ihr bleibt einfach in dieser Zelle, als wichtige Kriegsgefangene eines Magiers über dem nicht sonderlich viele Kontrollinstitutionen schauen, dem also niemand auf die Finger sieht. Ihr bleibt hier, bis dieser Krieg vorbei ist, bis wir euch irgendwann unversehrt aus dieser Situation bekommen, unser Freund und ich und seht her, ihr behaltet eure Karte trotzdem in der Hand und müsst nicht mal spielen. Aktuell weiß noch niemand, was ihr seid und ich plane wie gesagt es so zu belassen. Falls ihr euch nun fragt, welche Karte ich auf der Hand halte. Gar keine. Ich fand es lediglich spannend, euch nicht alleine hinter diesen Gitterstäben versauern zu lassen. Aber wir können es auch gerne dabei belassen. Im Endeffekt liegt es also an euch, könnt ihr akzeptieren dass ihr nun in dieser Situation seid oder wollt ihr die ewige Rebellin spielen – eure Entscheidung. Entweder das hier wird sehr einfach oder sehr schwer.“
Bei ihrer Nachfrage hob er dann eine Braue und zuckte kurzerhand mit den Schultern. „Ich habe nicht gezählt.“, sagte er dann trocken und wahrheitsgemäß, „Einige Offiziere gewiss, der ein oder andere versprengte Adelige vielleicht. Was die einfachen Soldaten angeht…habe ich wirklich keine Ahnung.“ Es interessierte ihn auch wirklich nicht. Die Gefangenen die er hatte haben wollen, hatte er gemacht. Man möge ihm mangelnde Empathie vorwerfen, aber er hat schon genug Schlachtfelder gesehen um nicht mehr jedem Leben eine Träne nachzuweinen. Allerdings vermutete er, dass die Stimmung der Soldaten recht erzürn war, dank des ganzen Feuers. In der Regel gab es mehr Gefangene, lief die Schlacht einigermaßen geordnet ab wie man es in der nilfgaardischen Feldherrenschule gelernt hatte. Je mehr passierte, das außergewöhnlich war, je mehr Schwarze fielen, desto schlimmer war auch die Blutrache an den Gefangenen. Er vermutete dank des Feuers, dass die Rache doch nicht gerade milde ausgefallen war. Kein Brenna oder Sodden, aber bei so einem kleinen Feldzug so viele Probleme…das gab Frust. Das würde er ihr allerdings nicht zusätzlich auftischen, er vermutete sie hatte genug zu Kämpfen mit der Tatsache nicht mehr als ein Spielball zu sein derzeit. Die Erkenntnis fehlend, wer ihn anstößt und wer ihn in die richtige Richtung lenkt. Das sie ihm die Frage aus ganz anderen Gründen gestellt hatte, ging an ihm etwas vorbei. Es dauerte einige Momente, bis er sich mit dem Unterton dieser Frage beschäftigte. Allerdings ließ er es unbeantwortet, würde ihr die Wahrheit zu sagen schließlich keinen Nutzen bringen außer vielleicht, das sie zu einem noch labileren Klumpen wurde.
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